Geht doch! Das Ozonloch wird immer kleiner

Get real time updates directly on you device, subscribe now.

Was haben Ozon und Kohlendioxid gemein? Die Moleküle dieser Gase sind aus je drei Atomen aufgebaut. Ozon (O3) besteht aus drei Sauerstoffatomen, Kohlendioxid (CO2) besteht aus einem Kohlenstoff- und zwei Sauerstoffatomen. In der Atmosphäre tragen beide zum Treibhauseffekt bei. Dort gibt es eine Ozonschicht, die irdisches Leben vor UV-Strahlung aus dem All, hauptsächlich von der Sonne, schützt.

Die in Spraydosen und als Kühlmittel in der Kältetechnik verwendeten chlorierten Fluor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) haben zu einer weitgehenden Zerstörung der Ozonschicht geführt. Über den Polarregionen entstanden Ozonlöcher. Eine Folge waren mehr Hautkrebsfälle in Australien.

Der Zusammenhang zwischen den FCKWs und den Ozonlöchern wurde von Wissenschaftlern erkannt und von der Politik aufgegriffen. So trat 1989 das Montrealer Protokoll in Kraft, das einen weltweiten Ausstieg aus der FCKW-Nutzung vorsah. Die Ergebnisse dieser Entscheidung sind seit einigen Jahren spürbar: Nach und nach werden die Ozonlöcher kleiner. Der Trend hält an.

Lesen Sie auch
Das Unternehmen Carbfix arbeitet in Reykjavik an einer Lösung zur Endlagerung von CO₂
Lagerung von CO₂

Experten prognostizieren, dass sich das Ozonloch über der Arktis bis 2045 und das über der Antarktis bis 2066 geschlossen haben werden. Eine gute Nachricht, denn die Nachteile einer fehlenden Ozonschicht wiegen weit schwerer als ihr vergleichsweise kleiner Beitrag zum Treibhauseffekt.

Das Problem liegt woanders. Die FCKWs wurden durch FKWs („F-Gase“) ersetzt – fluorierte Kohlenwasserstoffe ohne Chlor. Diese schaden offensichtlich der Ozonschicht nicht – aber sie schaden dem Klima. Je nach konkretem Molekül ist ihr Beitrag zur Erderwärmung 100 bis 24.000 Mal größer als der eines CO2-Moleküls. Folgerichtig sind die F-Gase im Kyoto-Protokoll als klimaschädliche Substanzen gelistet – neben CO2, Methan und Lachgas. Der Problemlöser beim Ozonloch bereitet also Sorgen beim Klimawandel. Schätzungsweise sieben Prozent aller klimarelevanten Emissionen lassen sich auf den Einsatz von Kältetechnik zurückführen. Zwischen Montreal und Kyoto gibt es einen Interessenkonflikt.

Zusammenhänge beim Klima sind nicht monokausal. Mit einer einzigen Maßnahme lassen sich gesteckte Ziele nicht erreichen. Gleichwohl belegt das Montreal-Protokoll, dass Probleme lösbar sind, wenn man Mechanismen erkennt und darauf reagiert. Montreal macht Mut, dass sich auch andere Herausforderungen meistern lassen.

Hier können Sie unsere WELT-Podcasts hören
Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist deine widerrufliche Einwilligung in die Übermittlung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten notwendig, da die Anbieter der eingebetteten Inhalte als Drittanbieter diese Einwilligung verlangen [In diesem Zusammenhang können auch Nutzungsprofile (u.a. auf Basis von Cookie-IDs) gebildet und angereichert werden, auch außerhalb des EWR]. Indem du den Schalter auf „an“ stellst, stimmst du diesen (jederzeit widerruflich) zu. Dies umfasst auch deine Einwilligung in die Übermittlung bestimmter personenbezogener Daten in Drittländer, u.a. die USA, nach Art. 49 (1) (a) DSGVO. Mehr Informationen dazu findest du hier. Du kannst deine Einwilligung jederzeit über den Schalter und über Privatsphäre am Seitenende widerrufen.

Source: welt.de