Reaktionen auf Terror in Jerusalem: “Spirale der Gewalt um jeden Preis vermeiden”

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Nach zwei Attentaten in Israel innerhalb von 24 Stunden reagieren Politiker in Deutschland und auch international. Politiker und Kirchenvertreter riefen zu einem Ende der Gewaltspirale zwischen Israel und Palästinensern auf.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zeigte sich angesichts “der schrecklichen Attentate in Jerusalem” bei Twitter “zutiefst erschüttert”. “Deutschland steht an der Seite Israels”, schrieb er. 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigte sich tief erschüttert. “Ich verurteile die brutale terroristische Gewalt in aller Schärfe. Meine Gedanken sind bei den Familien der Opfer und allen Trauernden in Israel.”

Auch das Auswärtige Amt verurteilte den “grauenhaften Terrorangriff” “auf das Schärfste” und mahnte in einer Erklärung eine Kooperation zwischen Israel und den palästinensischen Verantwortungsträgern an. “Das grausame Kalkül der Terroristen, Hass zu säen und Frieden unmöglich zu machen”, dürfe nicht aufgehen, sagte eine Sprecherin. Die “Spirale der Gewalt” dürfe sich nicht weiterdrehen.

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, twitterte: “Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Dieser feige Terror ist durch nichts zu rechtfertigen.”

Internationale Stimmen

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ermahnte die Konfliktparteien, “eine Spirale der Gewalt um jeden Preis zu vermeiden”.

US-Präsident Joe Biden sprach Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in einem Telefonat die Solidarität der USA aus.

US-Außenminister Anthony Blinken will sich bei einem Nahost-Besuch am Montag und Dienstag um Deeskalation bemühen. Wie sein Sprecher sagte, hält Blinken, der am Sonntag bereits Ägypten besucht, auch nach dem Anschlag in Jerusalem an seinen Reiseplänen fest.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Anschlag auf die Synagoge von Freitag in einer Dringlichkeitssitzung einstimmig. UN-Generalsekretär Antonio Guterres nannte es “besonders verabscheuungswürdig, dass der Anschlag an einem Ort der Verehrung stattfand”, und das ausgerechnet am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Die derzeitige Gewalteskalation in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten sei besorgniserregend.

Das jordanische Außenministerium hat dazu aufgerufen, die gefährliche Gewalteskalation in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten zu stoppen. Sie drohe andernfalls, “sich zu einem Zyklus der Gewalt zu entwickeln”, für den “alle den Preis zahlen”, heißt es laut Bericht der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra in einer Stellungnahme des Botschaftssprechers Sinan Majali. 

Die Lage in Israel ist seit Tagen angespannt

Am Freitagabend kam es in Jerusalem zu dem schwersten Anschlag seit Jahren. Der Attentäter erschoss dabei vor einer Synagoge sieben Personen und verletzte weitere teils schwer. Kurz darauf tötete die Polizei den mutmaßlichen Täter, einen 21-jährigen Palästinenser, auf der Flucht. Bei einem weiteren Schusswechsel am Samstagmorgen verletzte ein nach Polizeiangaben 13-jähriger Palästinenser zwei Personen schwer.

Die Organisationen Hamas und der Palästinensische Islamische Dschihad priesen das Synagogenattentat als Vergeltung für neun am Donnerstag bei einer israelischen Razzia in der palästinensischen Stadt Jenin
getötete Palästinenser. Nach israelischen Armeeangaben handelte es sich um eine Razzia gegen palästinensische Terroristen, die einen Terroranschlag geplant hätten.

Mit dem Vorfall von Donnerstag stieg die Zahl der getöteten Palästinenser in diesem Jahr nach palästinensischen Angaben auf mindestens 28. Laut der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem wurden 2022 fast 150 Palästinenser getötet, die höchste Zahl seit 2004. Nach israelischen Angaben handelte es sich bei den meisten Toten um Militante, aber auch um Demonstranten und Unbeteiligte.