Grünes Gewölbe: Staatsanwalt nennt Geständnisse “lückenhaft”

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Staatsanwaltschaft: “Das hat mit Aufklärung nichts zu tun”

Bisher hätten sie mit ihren Aussagen weniger erfüllt als im Deal angekündigt, kritisiert der Staatsanwalt. Die Tatbeteiligung werde in den Geständnissen auf mehrere Schultern verteilt, um Strafmaße abzumildern. “Das hat mit Aufklärung nichts zu tun”, sagte Kohle. Selbst wenn die Einlassungen stimmen sollten, werde noch immer nach zwei unbekannten Tätern und nach gestohlenen Kunstschätzen im Wert von mehr als 63 Millionen Euro gesucht. “Wieso erzählen sie nicht, wie es genau war?” Vier der sechs beschuldigten Männer im Alter von 23 bis 29 Jahren hatten bei der Verhandlung eingeräumt, am Einbruch und Diebstahl beteiligt gewesen zu sein.

Verteidigung sieht Bedingungen des Deals als erfüllt

Nach Auffassung der Verteidigung erfüllen die Geständnisse von vier der Angeklagten allerdings die Bedingungen der Vereinbarung. Es dürften nur Fragen zur Glaubwürdigkeit des Geständnisses gestellt werden, nicht aber zum Verbleib der Beute oder nach weiteren Tätern. Außerdem müssten keine Dritten belastet werden. Sachaufklärung müsse außerhalb des Gerichtssaales erfolgen, sagte einer der Verteidiger von Rabieh R. Nachermittlungen seien “nur unter engen Voraussetzungen möglich” und hätten “zukünftig zu unterbleiben”.

Die Kammer hatte in dem Deal mildere Strafen in Aussicht gestellt, wenn die Beschuldigten umfangreich und glaubhaft aussagen und den gestohlenen Schmuck zurückgeben. Doch die Verteidiger wollten zunächst nur schriftliche Fragenkataloge akzeptieren. Doch darauf ließ sich die Kammer nicht ein. Mündlich gestellte Fragen müssen nun noch am selben Tag beantwortet werden.

Source: mdr.de