Frankfurter Oberbürgermeister: Entscheidung fällt in Stichwahl

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Bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt hat kein Kandidat die notwendige absolute Mehrheit erhalten. Die Entscheidung fällt in einer Stichwahl zwischen Uwe Becker (CDU) und Mike Josef (SPD).

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Frankfurt hat gewählt – Wer folgt auf Peter Feldmann?


Frankfurter Römer

Die Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt geht in die zweite Runde. Bei der Wahl am Sonntag erhielt CDU-Kandidat Uwe Becker mit 34,5 Prozent die meisten Stimmen, gefolgt von Mike Josef (SPD) mit 24,0 Prozent der Stimmen und Manuela Rottmann (Grüne) mit 21,3 Prozent. Der Einzelbewerber Peter Wirth kam auf 5,1 Prozent. Wirth, der bei der Verkehrsgesellschaft Frankfurt als Tramfahrer arbeitet, wurde in den Onlinenetzwerken als “Bahnbabo” bekannt. Die Kandidatin der Linken, Daniela Mehler-Würzbach erhielt 3,6 Stimmen.

Damit gehen Becker und Josef als Erst- und Zweitplatzierter am 26. März in die Stichwahl.

Insgesamt waren so viele Kandidierende wie noch nie bei einer Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt angetreten. Hier die Ergebnisse aller 20 Kandidatinnen und Kandidaten. Die Reihenfolge entspricht der Reihenfolge auf dem Stimmzettel.

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Becker und Josef wollen einen Neustart

CDU-Kandidat Becker deutete seinen Sieg am Wahlabend als “Bestätigung dafür, dass die Frankfurter einen echten Neuanfang wollen”. Den gebe es “nur mit Uwe Becker”, sagte der 53-Jährige in der hessenschau. Er habe in den vergangenen Jahren im Römer viel Erfahrung in verschiedenen Konstellationen gesammelt. Ihm gehe es jetzt darum, die zerstrittene Römer-Koalition aus Grünen, SPD, Volt und FDP zusammenzuführen.

Wie bei der Abwahl von Ex-Oberbürgermeister Peter Feldmann spreche er sich dafür aus, alle Parteifarben zu vergessen und zusammenzuarbeiten. Becker war von 2001 bis 2006 CDU-Fraktionsvorsitzender im Römer, später war er unter anderem als Frankfurter Stadtkämmerer und Bürgermeister tätig.

SPD-Kandidat Josef sagte, er wolle bis zur Stichwahl weiterhin mit seiner Person und seinen Inhalten werben. “Damit die Stadt bezahlbar bleibt und bezahlbar wird, dass wir eine Stadt bekommen, die Schulen vernünftig saniert und neue Schulen bauen.” Er wolle die Stadt nachhaltig entwickeln und ein “neues Kapitel für die Stadt aufschlagen”, so der 40 Jahre alte Planungs- und Sportderzernent.

Grünen-Kandidatin Rottmann: “Es war sehr knapp”

Die Grünen-Kandidatin Manuela Rottmann (Grüne) sagte zu ihrer Drittplatzierung: “Es war sehr knapp für uns und für mich schwierig, weil die anderen Kandidaten Uwe Becker und Mike Josef einen Bekanntheitsvorsprung hatten.”

Ihr Ergebnis bezeichnete Rottmann als “absolut respektabel”, die hohe Wahlbeteiligung freue sie. Die beiden Kandidaten hätten nun eine große Verantwortung: “Frankfurt kann sich einen weiteren Stillstand nicht leisten. Das hat die Stadt nicht verdient.”

Insgesamt waren 508.510 wahlberechtigte Frankfurter und Frankfurterinnen am Sonntag zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,4 Prozent. Das endgültige Ergebnis der OB-Wahl wird der Wahlausschuss am Donnerstag (9. März) feststellen.

Wählen durften Deutsche und EU-Staatsbürger, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind und seit mindestens sechs Wochen ihren Hauptwohnsitz in Frankfurt haben.

Großes Interesse an Briefwahl

Bis Freitag hatte die Stadt rund 99.900 Briefwahlunterlagen ausgestellt. Mit 19,6 Prozent der vorläufigen Wahlberechtigten lag das Interesse etwas niedriger als beim Bürgerentscheid über die Abwahl von Peter Feldmann Anfang November.

Damals hatten 20,6 Prozent der Wahlberechtigten Briefwahlunterlagen beantragt. Das könnte an der Corona-Pandemie liegen: Bei der letzten OB-Wahl im Jahr 2018 gab es nur knapp 47.000 Briefwähler. Alle Briefwahl-Stimmen wurden am Sonntagabend auf dem Messegelände ausgezählt.

Eigentlich sollte erst 2024 gewählt werden

Eigentlich sollte in Frankfurt erst kommendes Jahr ein neues Stadtoberhaupt gewählt werden. Doch der damalige Amtsinhaber Peter Feldmann hatte wegen der Affäre um die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und diverser Ausrutscher das Vertrauen verspielt und war im November vergangenen Jahres abgewählt worden. Kurz darauf wurde der SPD-Politiker wegen Vorteilsannahme zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Source: hessenschau.de