McFit: Betreiber bremst die Expansion ins Ausland
Bei McFit steht auch die Ausstattung mit Geräten auf dem Prüfstand
Quelle: picture alliance/dpa
Die Manager der Fitnessstudio-Kette McFit wollen das Unternehmen finanziell stabilisieren, nachdem es während der Corona-Pandemie starke Einbußen hatte. Dazu wird die globale Expansion zurückgefahren. Aber auch in den deutschen Studios sind Änderungen geplant.
Der Berliner Fitnessstudio-Betreiber RSG Group (McFit, John Reed, Gold’s Gym) bremst die Expansion ins Ausland. Das sei eine der Maßnahmen, um die Gruppe nach dem Unfalltod des Gründers Rainer Schaller im vergangenen Jahr zu stabilisieren und zu neuem Wachstum zu führen, sagte Co-Geschäftsführer Jobst Müller-Trimbusch WELT AM SONNTAG: „Wir haben die Expansion unserer selbst betriebenen Studios in neue Länder gestoppt, in denen wir erst eine Handvoll Studios haben. Das betrifft etwa die Schweiz, die Niederlande und Großbritannien.“
Das internationale Wachstum der zugekauften Marke Gold’s Gym gehe jedoch über Franchise-Nehmer weiter. Für die zum Verkauf stehenden Konzern-Filialen in Spanien gebe es erste Interessenten. „Allerdings erschweren es uns die aktuell hohen Zinsen, hier für beide Seiten einen guten Deal zu machen“, schränkte der Manager ein.
Müller-Trimbusch sagte, er wolle „die Gruppe auf strategische Wachstumsfelder fokussieren“. Daher gebe das Unternehmen etwa seine Modemarke „Marcell von Berlin“ auf. „Am wichtigsten werden die Kernmarken McFit und John Reed sowie für das internationale Geschäft Gold’s Gym, das wir 2020 zugekauft haben“, sagte Müller-Trimbusch.
Die Erholung nach den Schließungen in der Pandemie habe lange gedauert. Erst jetzt liege die Gruppe mit 1,9 Millionen Mitgliedern wieder in etwa auf dem Niveau vor der Corona-Zeit.
Co-Geschäftsführer Hagen Wingertszahn kündigte für den deutschen Markt einen überarbeiteten Markenauftritt für McFit an. „Klar ist bereits, dass wir Trainingsbereiche nur für Frauen ausbauen werden.
Quelle: Infografik WELT
Auf der anderen Seite prüfen wir, ob platzraubende Bereiche etwa fürs Spinning, also für Trainings-Fahrräder, die nur wenige Stunden am Tag genutzt werden, noch zeitgemäß sind“, sagte er WELT AM SONNTAG.
Die Pläne, in Berlin eine Filiale des Luxus-Konzepts Heimat zu eröffnen, haben die beiden Nachfolger des verstorbenen Gründers aufgegeben. Es bleibe bei den Filialen in Los Angeles und Paris.
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