Oldenburgische Landesbank (OLB) should remove deficiencies | EUROtoday

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Seit gut zwei Jahren planen die Eigner der Oldenburgischen Landesbank (OLB) den Ausstieg – am liebsten via Börsengang. Doch auch in diesem Jahr wird daraus wohl nichts werden. Dabei putzte sich die OLB bis vor Kurzem mit immer besseren Geschäftszahlen Quartal für Quartal heraus.

Gerade hat die seit 2018 aus vier Banken entstandene OLB auch noch einen weiteren Zukauf perfekt gemacht: Zu der Oldenburgischen Landesbank, die zeitweise der Allianz gehörte, der Bremer Kreditbank, dem Bankhaus Neelmeyer und der Wüstenrot Bank AG Pfandbriefbank kommt ab August noch die Degussa Bank hinzu. Der bereits vor eineinhalb Jahren mit der Warburg-Bank als Verkäufer vereinbarte Kaufpreis wurde zum Verdruss von deren Mehrheitseigner Christian Olearius noch von 220 auf 198 Millionen Euro gesenkt. „Der Verkauf der Degussa Bank ist uns nicht leichtgefallen, vor allem auch, weil wir den eigentlich angemessenen Preis nicht erzielen konnten. Die uns zu Unrecht angelastete vorsätzliche ‚Cum-ex-Nähe‘ forderte leider ihren Tribut“, sagte Olearius Ende April in ungewohnter Offenheit.

Doch auch für Degussa-Bank-Käufer OLB läuft nicht alles glatt. Im ersten Quartal 2024 sank plötzlich der Gewinn vor Steuern um 15 Prozent auf 70,8 Millionen Euro, wie die Bank am 22. Mai mitteilte. Und am nachrichtenarmen Freitag nach Fronleichnam teilte die Finanzaufsicht Bafin mit, sie habe in den Jahren 2022 und 2023 zwei Sonderprüfungen in der OLB durchgeführt, dabei Mängel im Kredit- und im Wertpapiergeschäft entdeckt und höhere Eigenmittel verlangt. Das klingt nach keiner den Börsengang fördernden Geschichte.

Degussa-Bank-Kauf treibt Bilanzsumme

Die verkaufswilligen OLB-Eigner, die drei Finanzinvestoren Apollo (36 Prozent), Grovepoint und das Lehrer-Pensions-System von Texas (beide 32 Prozent), schauen zudem auf für Banken generell zu erzielende Preise. Deutsche Bank und Commerzbank haben an der Börse zuletzt zugelegt, aber ihr Marktwert liegt noch deutlich unter Buchwert. Auch belasten Folgen des Degussa-Bank-Kaufs die OLB. Durch die gut 5 Milliarden Euro an zusätzlicher Bilanzsumme rutscht sie über die Schwelle von 30 Milliarden Euro – und muss deshalb von der Bafin unter die Kontrolle der Europäischen Bankenaufsicht der EZB wechseln.

Dieser anstehende Aufseherwechsel könnte ein Grund sein, warum die Bafin die OLB zuvor nochmals genauer durchleuchtet hat. In den Sonderprüfungen missfiel ihr die Methode zur Ermittlung der Risikovorsorge für Akquisitionsfinanzierungen und setzte sie hoch. Die zudem von der Aufsicht wegen der Mängel verlangten Eigenkapitalaufschläge hat die OLB in ihren Berichten über das erste Quartal 2024 – weitgehend unbemerkt – offengelegt. Sie belaufen sich auf 1,1 Prozentpunkte an zusätzlichem Kernkapital. Hinzu kommt ein Aufschlag von 0,6 Prozentpunkten für die Degussa Bank.

Alles in allem verlangt die Bafin von der OLB nun 10,2 Prozent Kernkapitalquote. Diesen Wert kann sie locker aufbringen, zuletzt wies sie 14,2 Prozent auf. Auch die 2022 und 2023 festgestellten Mängel sind abgearbeitet und werden gerade von der Bafin „nachkontrolliert“. Insofern kann man es auch umgekehrt drehen: Die ungewohnt schlechten Nachrichten über die OLB sind nun draußen, das Übergangsjahr 2024 kann dann mit Degussa Bank die Basis legen für einen neuen Anlauf im Verkaufsprozess ab 2025.

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/bafin-sonderpruefung-oldenburgische-landesbank-olb-muss-maengel-beseitigen-19756529.html