Almost each second particular person has non-public insurance coverage | EUROtoday

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Auch Faustregeln können irren. Ein alter Merksatz lautet, dass jeder zehnte Bundesbürger privat krankenversichert ist. Dieser Orientierungswert ist nicht falsch, wenn man nur auf die Vollversicherungen schaut, also die zweite Säule neben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Jüngsten Zahlen zufolge waren 2023 rund 8,7 Millionen Personen privat abgesichert, dagegen wurden 73 Millionen im GKV-System versorgt, also rund 87 Prozent der 84 Millionen Einwohner in Deutschland.

Vergessen werden bei diesen PKV-Zahlen aber oft die Zusatzversicherungen, und diese nehmen zu: Während die Zahl der Vollverträge im vergangenen Jahr stagniert hat, ist die der Zusatzversicherungen um 1,5 Prozent auf 29,6 Millionen gestiegen. Insgesamt verfügen also 38,3 Millionen Personen in der einen oder anderen Form über eine private Krankenversicherung. Das sind 46 Prozent aller Bundesbürger oder, wie der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) großzügig aufrundet, „fast jeder Zweite“.

Gesamtzahl der Privatversicherten legt zu

Die Gesamtzahl der privaten Versicherungen hat 2023 um 432.700 zugelegt. Dabei ist bemerkenswert, dass zum sechsten Mal hintereinander mehr Menschen aus der GKV in die PKV gewechselt sind als andersherum. Auch hier ist der öffentliche Eindruck oft ein anderer, da es viele Ratgeber und Berichterstattungen darüber gibt, wie man aus der privaten in die gesetzliche Versorgung (zurück-)wechseln kann und sollte, um Geld zu sparen, vor allem im Alter. Nach den Daten im nun vorgelegten „Rechenschaftsbericht 2024“ des PKV-Verbands verlor die PKV im vergangenen Jahr 116.500 Personen an die GKV, übernahm von dieser aber 166.300; der Positivsaldo betrug also 49.800 Köpfe. Für 2022 betrug der Unterschied 30.300.

Auch insgesamt schrumpft oder stagniert die PKV nicht, wie das früher oft der Fall gewesen ist. Setzt man Abgänge, vor allem durch Tod, und Neuzugänge in Beziehung zueinander, dann gab es 2023 für die Assekuranzunternehmen einen winzigen Zuwachs von etwa 400 Personen. „Die Versicherten schätzen neben dem hohen Niveau der medizinischen Versorgung auch die Stabilität der lebenslangen Leistungsgarantie der PKV“, lobte der Vorsitzende des PKV-Verbands, Thomas Brahm, die eigene Branche. Er äußerte sich anlässlich der PKV-Jahrestagung am Donnerstag in Berlin: „Die Daten zeigen: Sehr viele Menschen wollen in die PKV.“

Auf dem Kongress bekannten sich Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) und CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann zur Schuldenbremse. „Ich halte die Schuldenbremse für richtig, sie ist durchdacht bis ins Detail“, sagte Wissing. Die gesetzliche Begrenzung führe dazu, dass „wir aufhören, uns das Schuldenmachen schönzureden.“ Wegen der Bremse müssten sich die Verantwortlichen Gedanken darüber machen, welche Aufgaben tatsächlich vom Staat übernommen werden sollten: „Wenn die Politik nicht die Bereitschaft hat, ihre Aufgaben zu priorisieren, ist das nicht fair gegenüber den nächsten Generationen.“

Linnemann: Sozialleistungen nicht mit der Gießkanne verteilen

Linnemann äußerte sich ähnlich. „Wir brauchen Reformdruck. Wenn wir die Schuldenbremse aussetzen, verzögert das nur den Abbau verkrusteter Strukturen“, sagte er. Sozialleistungen dürften nicht mit der Gießkanne verteilt werden. Das gelte für das Bürgergeld, aber auch für die Kranken- und Pflegeversicherung: „Natürlich muss das Gesundheitssystem für die Menschen da sein, aber es darf nicht so aus dem Ruder laufen wie im Moment, dass die Eigenverantwortung gar nicht mehr gestärkt wird.“

Ulrich Leitermann, Vize-Vorsitzender des PKV-Verbands, warnte, der Ruf der GKV nach mehr Geld aus dem Haushalt sei der falsche Weg: „Dadurch gerät die Gesundheitsversorgung in Verteilungskonflikte mit anderen wichtigen Staatsaufgaben, am Ende droht eine Medizin nach Kassenlage.“ Dagegen sei das PKV-System mit seinem gezielten Aufbau von Vorsorgekapital stabil gegenüber den demografischen Veränderungen und zudem „generationengerecht“.

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/gesetzliche-krankenkassen-schwaecheln-fast-jeder-zweite-ist-privatversichert-19786774.html