Artist of an exhibition in Osnabrück receives loss of life threats | EUROtoday

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Im Zusammenhang des Streits um die Ausstellung „Kinder, hört mal alle her!“ in der Kunsthalle Osnabrück hat die Künstlerin Sophia Süßmilch Morddrohungen erhalten. „Wir können bestätigen, dass mindestens eine Morddrohung sich explizit auf die Arbeit in Osnabrück bezieht“, bestätigte eine Sprecherin der Kunsthalle. Süßmilch wolle gegen die Drohungen juristisch vorgehen. Die Osnabrücker CDU hatte zur umgehenden Schließung der Schau aufgerufen, weil sie Werke ausstelle, die „inhaltlich wie visuell absolut inakzeptabel“ seien und Süßmilchs Performance „Ich werde husten und prusten und dir dein Haus umpusten“ kannibalistische Phantasien propagiere.

Propagierung kannibalistischer Phantasien?

Wie von der Hexe im Märchen „Hänsel und Gretel“ werden bei ihr Kinder verspeist, doch sieht die Künstlerin, die selbst mit einem unverkennbar dem Reservoir der Märchen entlehnten, langen und haarigen Schwanz als Zwitterwesen mit fragendem Blick auftritt, im Motiv des Verschlingens auch einen Schutz vor den Zumutungen der Welt in den Bäuchen der Kannibalen. Jeder Harry-Potter-Film zeigt gruseligere Wesen, die Resilienz dessen, was Kinder verarbeiten und einordnen können, übersteigt meist die Phantasie der Eltern. In jedem Fall ist Süßmilchs Performance von der Kunstfreiheit gedeckt, was die örtliche CDU bestreitet.

Die Schau fällt unter das Jahresthema der Kunsthalle, das sich mit Erziehung, Generationskonflikten oder dem ewigen Kindsein, aber auch häuslicher Gewalt und Fehlgeburten beschäftigt, mithin die dunklen Seiten von Erziehung etwa in Form schwarzer Pädagogik thematisiert. Inzwischen äußerte Süßmilch in einem Interview des Norddeutschen Rundfunks den Verdacht, der Osnabrücker CDU gehe es nicht um ihre Person, sondern um die Abschaffung der Kunsthalle.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst-und-architektur/kuenstlerin-einer-ausstellung-in-osnabrueck-erhaelt-todesdrohungen-19803019.html