Swiss central financial institution cuts rates of interest | EUROtoday

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent gesenkt und damit die Zügel weiter gelockert. Anders als im März, als die SNB für viele Beobachter überraschend mit einer ersten Zinssenkung vorgeprescht war, entsprach der nun erfolgte Schritt der Erwartung einer knappen Mehrheit der Analysten. „Der zugrunde liegende Inflationsdruck ist gegenüber dem Vorquartal nochmals gesunken“, sagte der SNB-Präsident Thomas Jordan am Donnerstag im Gespräch mit Journalisten in Zürich.

Die Teuerung in der Schweiz ist eine der niedrigsten unter den großen Volkswirtschaften. Sie betrug in der Spitze nur 3,5 Prozent und liegt seit Mitte 2023 innerhalb des Zielkorridors von 0 bis 2 Prozent, in dem nach der Definition der SNB Preisstabilität herrscht. Im Euroraum beträgt sie derzeit 2,6 Prozent, in den Vereinigten Staaten 3,4 Prozent. Im Mai war die Inflation in der Schweiz allerdings über das Jahr gerechnet leicht auf 1,4 Prozent gestiegen.

Jordan betonte jedoch, dass dies neben den verteuerten Dienstleistungen vor allem auf Mietpreiserhöhungen zurückzuführen sei, die sich im weiteren Verlauf nicht wiederholen dürften. Die Lohnentwicklung in der Schweiz sei „vernünftig“, sagte Jordan, der deshalb auch von dieser Seite her keine Inflationsgefahr wittert. Für dieses Jahr rechnet er mit einer Teuerung von durchschnittlich 1,3 Prozent, für 2025 und 2026 mit 1,1 und 1,0 Prozent.

Steilvorlage zur Zinssenkung

Im Kampf für stabile Preise spielt der SNB der Wechselkurs in die Hände: Nicht zuletzt infolge der politischen Unsicherheiten, die von den kommenden Neuwahlen in Frankreich ausgehen, hat der als sicherer Hafen geschätzte Schweizer Franken gegenüber dem Euro in den vergangenen Wochen deutlich an Wert gewonnen. Ein Euro kostet aktuell 0,95 Franken. Ein starker Franken verbilligt die Importe in die Schweiz und bremst dort die Teuerung.

Die jüngste Aufwertung des Frankens sei für die SNB eine Steilvorlage zur Zinssenkung gewesen, urteilte die Liechtensteiner VP Bank. Wie üblich gab Jordan keine „Forward Guidance“ zur weiteren Zinspolitik. Viele Ökonomen erwarten, dass die SNB den Leitzins spätestens im Dezember auf 1,0 Prozent senken wird.

Die Schweizer Notenbank legte am Donnerstag auch ihren jährlichen Bericht zur Stabilität des Schweizer Bankensektors vor. Dieser habe seine Widerstandskraft im vergangenen Jahr aufgrund steigender Gewinne und Kapitalpuffer erhöht, sagte der SNB-Vizepräsident Martin Schlegel. Der Favorit für die Nachfolge des Ende September ausscheidenden Präsidenten Jordan wies aber auch auf Risiken hin. „Die Krise der Credit Suisse hat Schwachstellen in der Regulierung offengelegt“, sagte Schlegel mit Blick auf die staatlich orchestrierte Notübernahme dieser Skandalbank durch die UBS.

Die SNB unterstütze die von der Schweizer Regierung vorgeschlagenen Maßnahmen zur Regulierung systemrelevanter Großbanken und wirke bei deren Ausarbeitung mit. Konkret stellte sich Schlegel explizit hinter den Vorschlag der Regierung, die Kapitalvorschriften für die neue Riesenbank UBS zu verschärfen.

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/inflation-schweizer-notenbank-senkt-die-zinsen-19802471.html