The non-fiction guide Fahr Rad by Ondrej Buddeus and Jindrich Janicek | EUROtoday

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Was der Kinderbuchautor Ondřej Buddeus und der Illustrator Jindřich Janíček mit ihrem Buch „Fahr Rad“ vor allem vermitteln wollen, machen sie Lesern jeden Alters klar, bevor diese überhaupt zum Titelblatt geblättert haben: Auf den Seiten davor wird der Blick aus der Finsternis des Weltraums Seite für Seite auf einen, unseren Planeten gelenkt, auf den Sonnenaufgang über einer Berg- und Waldlandschaft, durch die im fünften Bild ein Fahrrad saust, das zwei Doppelseiten weiter an Felsen lehnt, während sein Fahrer – oder seine Fahrerin – mit der Trinkflasche ein paar Schritte weiter nach oben geklettert ist, es sich auf einem Stein gemütlich gemacht hat und das Gesicht zufrieden ins Sonnenlicht hält.

Selbstverständlich stellen die beiden tschechischen Bilderbuchkünstler alle Bauteile eines Fahrrads vor – samt ihren Erfindern, die oft unabhängig voneinander an derselben Entwicklung oder zumindest an Lösungen für dasselbe Problem gearbeitet haben. Klar, sie kommen auf die physikalischen Gesetze, die verhindern, dass Radler in der Fahrt einfach umkippen, ebenso zu sprechen wie auf den Energieeinsatz, der für diese Fortbewegung nötig ist – im Vergleich zum Fußgänger, aber auch zum motorisierten Fahren. Die Ökobilanz eines Fahrrads – durchschnittlich nach 700 Kilometern sind „die ökologischen Schulden aus dem Prozess seiner Herstellung beglichen“ – liefern sie gleich mit. Sie stellen, auch das darf nicht fehlen, die verschiedenen Radtypen (und Radfahrertypen), die Kleidung und die Kleidungsarten fürs Radfahren vor, allgemeingültige und erweiterte Verkehrsregeln – bis hin zu Tipps wie „Nie die Hoffnung verlieren und auch nicht den Schlüssel zum Fahrradschloss“ oder „Lächeln, winken, Freude verteilen“, was sich im morgendlichen Großstadtverkehr oft nicht ganz einfach beherzigen lässt.

Durchaus persönlich

Sie zeigen verschiedene Sportarten, in denen Räder zum Einsatz kommen, von Rennen und Rundfahrten über die artistischen Disziplinen bis hin zu eher abseitigen Wettrennen wie der Weltmeisterschaft im Mountainbike-Schnorcheln, die „traditionell“ in einem walisischen Moorgebiet bei Llanwrtyd Wells ausgetragen wurde: Hier musste – leider wird der Wettbewerb aktuell nicht veranstaltet – ein vierzig Meter langer Schlammgraben durchfahren werden, so tief, dass die Sportler meist den Kopf unter der trüben Wasseroberfläche hatten.

Die Illustrationen von Jindřich Janíček wechseln von der Veranschaulichung ins Erzählerische, ihre Dynamik und ihr leiser Humor tragen das Buch und bereiten die Bühne für die Texte von Ondřej Buddeus, die kindliche Leser bisweilen fordern, sowohl sprachlich als auch imaginativ – im Fremd- und Fachworteinsatz wie in Texten neben einer ganzen Reihe von Zeichnungen, die in ein, zwei Sätzen eine Figur, seine Szene, ein Beispiel vorstellen und darauf angelegt sind, dass die Leserschaft den Kontext in ihrer Phantasie ergänzt.

Dem Imperativ des Titels folgend – das Leerzeichen bei „Fahr Rad“ ist mit Bedacht gewählt –, wird das Buch immer wieder durchaus persönlich: Eine ganze Doppelseite widmet sich den Emotionen beim Radfahren, dem Ekel, der Angst, der Gereiztheit oder der Erschöpfung – „du hast das Gefühl, dass du es nicht mehr schaffst“ – ebenso wie der Neugierde, der Dankbarkeit und der Zufriedenheit. Eine andere Doppelseite stellt häufige Stunts und Stürze vor, rutschigen Untergrund, Bordsteinkanten und Straßenbahnschienen. „Am allerbesten ist es, das Hinfallen ganz zu vermeiden“, heißt es eingangs weise, der Überblick endet mit einem ebenso wenig völlig ernst gemeinten Blick auf die Bodenbeschaffenheit beim Sturz, sortiert auf einer Schmerzskala. Asphalt rangiert hier naturgemäß ganz oben, Moos und Herbstlaub (auch in einem Laubhaufen könnte sich ein Ast verstecken, „vor dem Stürzen am besten sorgfältig untersuchen“) werden in ihrer Harmlosigkeit nur noch von Heuhaufen und Federn übertroffen.

Ondřej Buddeus, Jindřich Janíček: „Fahr Rad“. Aus dem Tschechischen von Lena Dorn. Verlag Karl Rauch, Düsseldorf 2024. 120 S., geb., 25,– €. Ab 10 J.
Ondřej Buddeus, Jindřich Janíček: “Ride your bike”. Translated from the Czech by Lena Dorn. Verlag Karl Rauch, Düsseldorf 2024. 120 pp., hardcover, 25,– €. From 10 years.Publisher Karl Rauch

Riding a motorbike is harmful: all mother and father know this from their very own expertise and from watching their kids first strive their hand at unbiased using. Scrapes and ache usually are not excluded. Every youngster who has ever tried biking is aware of this. Perhaps the diminished willingness to show kids to dangers is one motive why fewer and fewer kids can journey a motorbike in any respect: one third to half of fourth-graders on this nation now fail the bicycle take a look at.

Ondřej Buddeus and Jindřich Janíček emphasise that for most individuals a bicycle is the primary technique of transport that they management themselves; that all around the world – excluding North Korea – anybody who can journey it will possibly merely journey it; that it isn’t solely a method of transport, but in addition a method of emancipation. They don’t ignore the risks and pains and frustrations, however from the very first pages they distinction them with the best profit that biking has to supply – a profit that’s more and more valued and used much less and fewer in in the present day's world: freedom.

Ondřej Buddeus, Jindřich Janíček: “Fahr Rad”. Translated from the Czech by Lena Dorn. Verlag Karl Rauch, Düsseldorf 2024. 120 pp., hardcover, €25. For ages 10 and up.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/kinderbuch/das-sachbuch-fahr-rad-von-ondrej-buddeus-und-jindrich-janicek-19809084.html