Kiew in der Kältewelle: Zum Schlafen geht es in die Tiefgarage | EUROtoday

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Aus der Küche ist auf einmal Jubel zu hören. „Wir haben wieder Wasser!“, ruft Olesja Morhunets-Isajenko. „Ich kann es gar nicht glauben!“ Es ist am Dienstagnachmittag die erste gute Nachricht für sie und ihre Familie. In der Nacht zuvor hatte Russland abermals Strom- und Wärmekraftwerke in der gesamten Ukraine angegriffen. Die Behörden meldeten„mehr als 300 Drohnen und eine beträchtliche Anzahl Raketen und Marschflugkörper“.

Besonders betroffen battle die Hauptstadt Kiew. Für Olesja hieß das an jenem Morgen: Außer Strom und Heizung battle nun auch das Wasser weg. So wie ihr ging es intestine einer Million Kiewer, die am linken Ufer des Dnipro leben. Die Stadtteile hier, die vor allem aus Plattenbauten bestehen, sind zum Großteil seit zwei Wochen ohne Strom und Wärme.

„Die Kälte legt mein Gehirn lahm“

Olesja ist 41 Jahre alt, sie arbeitet als Dokumentarfilmerin, ihr Mann Andrij ist Schauspieler. Er verabschiedet sich schnell, weil er am Theater Proben hat. Mit ihrer Tochter Marija wohnen die beiden im fünften Stock eines Plattenbaus aus Sowjetzeiten. Das Thermometer in der kleinen Drei-Zimmer-Wohnung zeigt elf Grad, draußen sind es minus 10, nachts bis zu minus 20 Grad. „Das ist der kälteste Winter seit acht Jahren“, sagt Olesja. Sie wisse das genau, weil damals ihre Tochter geboren wurde. Die haben sie vor ein paar Tagen zur Oma nach Tschernihiw gebracht. Dort ist auch ab und an der Strom weg, aber es gibt einen Kohleofen. So hat es die Kleine heat, wenigstens das. Olesja lächelt jetzt. Die Schule in Kiew ist krisenbedingt vorerst bis 1. Februar ausgesetzt.

In der Wohnung von Olesja Morhunets-Isajenko hat es gerade Mal elf Grad.
In der Wohnung von Olesja Morhunets-Isajenko hat es gerade Mal elf Grad.Yulia Serdyukova

Auf dem Esstisch im Wohnzimmer brennt eine Kerze unter einem umgestülpten Blumentopf aus Ton, an dem sich Olesja die Hände wärmt. Auf dem Gasherd – immerhin der funktioniert noch – liegen zwei Ziegelsteine über offener Flamme. „Die verteilen wir in der Wohnung“, erklärt sie. „Wir kämpfen um jedes Grad.“ Sie trägt zwei Pullover, zwei Hosen und mit Schaffell gefütterte Schuhe. Am Vormittag gab es kurzzeitig Strom, da hat sie alle Akkus aufgeladen und die Lampen. Die können, wenn der Strom wieder weg ist, drei, vier Stunden lang leuchten.

Olesja fasst an die Heizungsrohre, die nicht mal lauwarm sind, aber auch nicht völlig kalt. Sofort keimt Hoffnung auf. Manchmal gebe es Wärme für ein, zwei Stunden, erzählt sie. Das reiche nicht, um die Wohnung durchzuheizen, aber es ist besser als nichts. An Arbeit sei kaum zu denken, sagt Olesja: „Die Kälte legt mein Gehirn lahm.“ Die Katze, die durch die Wohnung scharwenzelt, springt auf den Heizkörper unter dem Fenster und sofort wieder herunter. „Das ist ihr Lieblingsplatz. Aber er ist ihr zu kalt.“

Eigentlich ist es ein herrlicher Winter in der Ukraine. Es gibt so viel Schnee wie lange nicht, doch genießen kann das kaum jemand. Im vierten Kriegswinter ist Kiew, die Drei-Millionen-Einwohner-Metropole, ein Krisenherd. Am 9. Januar bombte ein russischer Großangriff auf die zivile Infrastruktur halb Kiew in Dunkelheit und Kälte.

Hauptsache weg von den Fenstern

Ähnliche Angriffe hatte es auch zuvor gegeben, doch so schlimm wie diesmal hat es die ukrainische Hauptstadt noch nie getroffen. Ganze Straßenzüge sind seitdem dunkel, die Beleuchtung funktioniert allenfalls partiell. Auf Straßen und Gehwegen liegen dicke Schnee- und Eisschichten, doch es gibt keinen Räumdienst mehr, Laufen ist lebensgefährlich. Mitarbeiter der Energieunternehmen reparieren praktisch rund um die Uhr, um gröbste Schäden zu beheben. Am Montag hätten quick alle Häuser zumindest temporär wieder versorgt werden können, sagte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko. Dann griffen die Russen abermals an, quick die Hälfte aller Kiewer Gebäude ist wieder ohne Heizung.

Olesja hörte, wie die Geschosse über ihren Block hinwegflogen, Der liegt ziemlich in der Mitte zwischen drei Strom- und Wärmekraftwerken. Im Flur der Familie steht ein Rucksack mit Lebensmitteln, daneben Decken, Isomatten, Schlafsäcke und ein Zelt. Es ist ihr Notfallpaket bei Luftalarm. Sie brauchten es in jüngster Zeit häufig. Erst vergangene Nacht waren sie und ihr Mann in einer Tiefgarage. Sie liegt 15 Minuten entfernt und ist ihr nächstmöglicher Fluchtpunkt. Ihr Haus hat wie viele hier keinen Keller. „Manchmal sammeln wir uns auch im Erdgeschoss um den Fahrstuhl“, sagt sie. Vor allem dann, wenn die Vorwarnzeit nicht reicht, etwa wenn Raketen angekündigt werden. Olesja folgt den Vorhersage-Kanälen im Messengerdienst Telegram. In der Tiefgarage schlagen sie meist das Zelt auf, um darin etwas Wärme und Schlaf zu finden.

Doch auch das ist seit der Kältewelle schwierig geworden. „Die Leute setzen sich in ihre Autos und lassen den Motor an, um es heat zu haben“, erzählt sie. „Den Gestank hält man nicht aus, es ist so rücksichtslos.“ Zudem sei die Tiefgarage zuletzt oft überfüllt gewesen. Je häufiger und heftiger die Angriffe werden, umso mehr Menschen suchten Schutz. Sie sei nicht leichtsinnig, sagt Olesja. Im vergangenen Frühjahr ist im Nachbareingang ihres Wohnblocks eine Frau durch eine Drohne ums Leben gekommen. „Wir hörten sie in den Trümmern nach Hilfe rufen, aber niemand kam hinein, weil der Eingang völlig verschüttet battle.“ Seitdem schlafen sie bei Angriffen auch nicht mehr im Korridor, weg von den Fenstern, sondern gehen meist in den Schutzraum.

Nur 20 Minuten Strom

Auf der anderen Seite des Dnipro, im Westen Kiews, sollte es am Mittag Strom geben. Doch Kateryna Pliuta sitzt im Dunkeln in ihrer Küche. Eine batteriebetriebene Lichtleiste wirft einen gleißenden Lichtschein über den Tisch. Geplante Stromabschaltungen gibt es hier schon lange, doch seit dem 9. Januar seien sie völlig unvorhersehbar geworden. „Manchmal haben wir gerade mal 20 Minuten Strom“, sagt die Achtunddreißigjährige. „Nehmen Sie auf keinen Fall den Fahrstuhl!“, hatte sie zuvor mehrfach gewarnt. Wenn man darin steckenbleibe, gebe es erst ein Entkommen, wenn der Strom wieder da ist. Also ging es zu Fuß hinauf in den 19. Stock. Normalerweise hat Kateryna von ihrer Küche einen wunderbaren Blick über die Stadt. Nun aber sind die Fenster notdürftig mit Sperrholzplatten verschlossen, seit sie bei einem Drohneneinschlag barsten.

Die Wohnung der Rentnerin Olha wurde durch eine Shahed-Drohne zerstört.
Die Wohnung der Rentnerin Olha wurde durch eine Shahed-Drohne zerstört.Yulia Serdyukova

Mit am Tisch sitzt ihre Nachbarin Olha. Die 67 Jahre alte Rentnerin sagt, es sei ein großes Wunder, dass sie noch am Leben sei. Die „Shahed“, wie sie die aus Iran stammende, aber nun in Russland in großen Stückzahlen nachgebaute Drohne beim Namen nennt, schlug direkt in ihrer Küche ein. Die Wohnung ist baupolizeilich gesperrt, aber Olha führt trotzdem hinüber und öffnet die Eingangstür. „Schauen Sie sich das an!“, ruft sie.

Der große Spiegel ihres Kleiderschranks im Flur ist zersplittert, die Sachen voller Staub. Um die Ecke geht es in die Küche, die nicht mehr zu erkennen ist. Die Wände sind schwarz, von der Decke hängen Kabel. Auf Fliesen- und Ziegeltrümmern liegt der Herd ohne Tür, der Kühlschrank wurde beim Einschlag ins Wohnzimmer katapultiert und liegt nun verbeult vor der Couch, die ebenfalls mit Staub und Trümmern übersät ist. Nur die Deckenlampe hängt unversehrt.

Zwischen der Küche und dem Bad, das nur noch zu erahnen ist, zieht sich ein dicker Riss durch einen der tragenden Pfeiler. Eine Kommission, die zur Begutachtung kam, hat die Wohnung in Kategorie 3 eingeordnet, irreparabel. Olha weint, als sie das erzählt. Sie hofft, dass ihre Wohnung doch noch zu retten ist, irgendwie. 20 Jahre hat sie hier mit ihrem Mann gelebt, jetzt haben beide in einen Kiewer Vorort bei Bekannten Obdach gefunden. Dort waren sie auch in der Nacht des Angriffs. „Es battle ein Zufall, dass wir an dem Tag dortgeblieben sind“, sagt sie. „Das hat uns das Leben gerettet.“ Sie hat sich jetzt auf ihr Bett gesetzt und schaut sich um. Die Wand zum Flur ist ins Zimmer verschoben, Ziegel sind herausgefallen, der Türrahmen liegt zersplittert auf dem Boden. Bauschaumfetzen liegen herum. Durch die Sperrholzöffnungen zieht es saukalt.

Am Tisch mit der Wintermütze

Nachbarin Kateryna setzt in ihrer Küche Teewasser auf. Im Bad hat sie zwei große Plastikkanister in der Wanne stehen. Sie befüllt sie, wenn es Wasser gibt. Auf dem Tisch zündet sie einen roten Gaskocher an. An Kühlschrank und Türrahmen sind Splitterspuren zu sehen, die vom Glas der berstenden Fenster stammen.

Auch Kateryna und ihre Familie hatten großes Glück, weil sie in jener Schreckensnacht nicht daheim waren. Sie arbeitet bei einer Non-Profit-Organisation, ihr Mann ist IT-Spezialist. Sie haben einen vier Jahre alten Sohn, der im Kindergarten ist. „Der bleibt erst mal noch geöffnet“, sagt sie, während sie das heiße Wasser in Pappbecher gießt. Beide Frauen tragen Winterjacke und Mütze, Olha hat noch einen Bademantel drüber gezogen.

Das Licht in der Küche von Kateryna kommt aus der Batterie.
Das Licht in der Küche von Kateryna kommt aus der Batterie.Yulia Serdyukova

Es sind Spenden von Nachbarn, weil Olha praktisch nichts mehr besitzt. Im Raum sind drei Grad. In den anderen Zimmern, die noch Fenster haben, könnte man heizen. Wärme kommt, sofern es sie überhaupt gibt, hier oben aber kaum noch an. Kateryna vermutet, dass es am Einschlag liegt. Zuletzt häuften sich auch Meldungen von durch Frost geplatzten Heizungsrohren. Kommt dann das warme Wasser zurück, tropft es durch Decken und läuft an den Wänden herab.

Bis zu Russlands Großangriff lebte Katerynas Familie in einem Vorort nahe Butscha. Dort hatten sie 2020 ein Haus gebaut, das während der russischen Besetzung abbrannte. Jetzt haben sie ein Nebengebäude, das als Sauna diente, provisorisch zum Wohnen umgebaut. Dort ist es heat, und es gibt fließend Wasser. Die Kiewer Wohnung, welche die Familie nach dem Verlust ihres Hauses erwarb, will sie nicht aufgeben. „Dann würde ich das zweite Mal mein Zuhause verlieren.“ Vom Balkon zeigt sie auf einen qualmenden Schornstein, etwa drei Kilometer Luftlinie entfernt. „Wenn ich Rauch sehe, beruhigt mich das“, sagt sie. „Dann weiß ich: Das Kraftwerk haben sie noch nicht plattgemacht.“

Kiew ist schwer angeschlagen, und doch geht das Leben weiter. Die meisten Geschäfte und Restaurants haben geöffnet. Vor vielen Gebäuden stehen Notstromgeneratoren, oft mobil, manchmal fest installiert, bisweilen groß wie ein Lastkraftwagen. Ihr Knattern bildet in diesem Januar den Klang der Stadt. „Wir hatten keinen Tag geschlossen“, sagt Serhij, der Chef eines Fischrestaurants, das inmitten 25 Stockwerke hoher Plattenbauten am linken Ufer des Dnipro liegt. Er trägt wie sein Personal Wattehosen, orange Weste und Mütze. Der Generator sorgt für Strom, für Wärme reicht es nicht. Drinnen sind elf Grad, und quick alle Tische sind besetzt. Viele Gäste haben Jacke und Schal angelassen, die Stimmung ist gelöst. „Wir haben sogar mehr Gäste als sonst“, sagt Serhij. „Sie kommen auch, um ihre Mobiltelefone zu laden und sich mit anderen zu unterhalten.“ Die Not, das gilt auch hier, schweißt zusammen.

Ist Strom da? Dann wird vorgekocht!

Die ukrainische Staatsbahn hat ausrangierte Waggons in Bahnhöfe gestellt. Drinnen ist es geradezu kuschelig heat. Oksana, die den stehenden Zug wie eine Schaffnerin betreut, schaufelt emsig Koks in die Öfen am Eingang der Waggons, Strom liefert auch hier ein Generator. „Die Menschen kommen zum Aufwärmen, zum Haare Trocknen, um einen heißen Tee zu trinken“, sagt sie. Dosen mit warmem Mittagessen werden von einer Wohltätigkeitsorganisation gespendet.

In einem Abteil lümmeln Ilya und Andrij. Die beiden 15 Jahre alten Jungen spielen Karten und trinken Tee. Zu Hause gebe es nur zeitweise Strom, erzählt Andrij. Seine Mutter koche dann vor. Ihre Wohnung sei kalt, weil es das Heizwasser ohne Strom nur bis in die dritte Etage schaffe, sie aber in der neunten lebten. Die Hausgemeinschaft habe Geld zusammengelegt und einen Generator für den gesamten Wohnblock gekauft. „Ich denke, bald wird es besser.“

Ilya und Andrij wärmen sich ein einem ausrangierten Waggon am Bahnhof auf.
Ilya und Andrij wärmen sich ein einem ausrangierten Waggon am Bahnhof auf.Yulia Serdyukova

Die Stadt stellt in Wohngebieten immer mehr Wärmezelte auf. Manche leuchten schon von Weitem orangefarben in der Dunkelheit, die meisten aber sind grün oder grau. Drinnen ist es heat, es gibt Tische mit Steckdosen zum Akkuladen, Tee, Snacks, Spielzeug und auch Liegen mit Decken. Laut Bürgermeister Klitschko gibt es mittlerweile mehr als 1200 „Wärmepunkte“ in der Stadt. „Die Leute seien meist geduldig, manche bringen auch Essen vorbei“, erzählt ein betreuender Polizist.

Um einen Tisch in einem Zelt sitzen Dascha, Sascha und Andrij und spielen auf ihren Handys ein Gemeinschaftsspiel. Sie haben ihre Jacken an, obwohl es heat ist. Alle drei sind Anfang 20, haben ihr Studium beendet, sind auf Jobsuche und wohnen erst mal wieder bei ihren Eltern. „Seit dem 9. Januar sind unsere Wohnungen kalt“, sagt Sascha. Im Zelt seien sie heute zum ersten Mal, vor allem um ihre Telefone aufzuladen. Die Lage schockiere sie nicht sehr, sie lebten ja schon seit vier Jahren im Ausnahmezustand, sagt Dascha. „Wenn die Apokalypse kommt, werden wir Ukrainer überleben.“ Alle drei lachen.

„Je mehr sie uns bombardieren, umso mehr hassen wir sie“

Humor sei so wichtig in diesen Zeiten, sagt auch Kateryna in ihrer eiskalten Küche. Sie lasse sich ihren Optimismus nicht nehmen. Olha klagt, dass sie weiter Nebenkosten zahlen muss, obwohl kaum geliefert wird und sie nichts nutzt. Doch das gehe den meisten Kiewern so, sagt Kateryna. Olha aber schimpft jetzt auch auf die Russen. „Je mehr sie uns bombardieren, umso mehr hassen wir sie.“

Ladestation und Spielraum: Kiewer Bewohner in einem Wärmezelt
Ladestation und Spielraum: Kiewer Bewohner in einem WärmezeltYulia Serdyukova

Vor einem Jahr habe sie einen Handwerker rausgeworfen, der nur Russisch gesprochen habe. „Ich kann diese Sprache nicht mehr hören“, sagt sie und: „Wir kapitulieren nicht!“ Olesja, die Dokumentarfilmerin, sagt, sie kenne solche Reaktionen. Ihrer Erfahrung nach sei das jedoch oft auch eine Maske, eine Art Selbstschutz. „Die Leute wollen nach außen Stärke zeigen, aber viele sind innerlich völlig fertig.“ Sie selbst halte wirklich viel aus und ermüde nicht schnell. „Aber inzwischen muss ich ehrlich feststellen: Ich bin kaputt, von allem. Ich kann einfach nicht mehr. Wir brauchen eine Pause, wir alle.“

Sie wisse, dass genau das Wladimir Putins Ziel sei: Die Bevölkerung zu erschöpfen, zu zermürben. „Putin muss schnell sterben“, sagt sie über den russischen Herrscher. Nur dann sehe sie eine Chance auf ein Kriegsende. Sie klammert sich an Sowjetzeiten, als es nach Stalin eine Tauwetterperiode gab.

Zu schaffen macht ihr aber auch anderer Druck. Viele Ukrainerinnen sind mit ihren Kindern ins Ausland gegangen, häufig werde sie gefragt, warum sie noch hier sei. „Ich will meine Familie zusammenhalten. Unsere Tochter hat ihre Freunde hier, ihre Großeltern, und sie soll mit ihrem Vater aufwachsen.“ Sie zeigt das Kinderzimmer, das sie gerade frisch renoviert haben. Mit einem Hochbett, in das ein Schrank und ein Schreibtisch eingebaut ist, so wie es sich Marija gewünscht hat.

Dann streichelt Olesja die Katze, die auf ihren Schoß springt. Am Abend wird sie wie jeden Tag dick angezogen und zeitig unter ihre drei Bettdecken kriechen, ihren Mann an der Seite und die Katze zu Füßen. Und sie wird hoffen, dass es nachts keinen Luftalarm und am Morgen wenigstens etwas Licht und Wärme geben möge.

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