Ukraine-Krieg: ++ „Versuch eines winterlichen Genozids“ – Russland bricht vereinbarte Waffenruhe ++ Liveticker | EUROtoday
Die Ukraine wirft Russland den „Versuch eines winterlichen Genozids vor“. Nato-Generalsekretär Rutte ist zu Besuch in Kiew – und erlebt direkt einen Luftalarm. Mehr im Liveticker.
Trotz strengstem Frost leidet die Ukraine seit heute wieder an massivem russischem Raketenbeschuss. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigt weitere trilaterale Gespräche für Mittwoch an. Er wirft Russland vor, gezielt die Logistik und Verbindungen zwischen Städten und Gemeinden in der Ukraine zu zerstören.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine im Liveticker:
19:51 Uhr – Tote bei Drohnenangriff auf Saporischschja
Durch einen russischen Drohnenangriff auf die südukrainische Stadt Saporischschja sind nach örtlichen Angaben mindestens zwei Zivilisten getötet worden. Gebietsgouverneur Iwan Fedorow sprach von einem jungen Mann und einer jungen Frau, die beide 18 Jahre alt waren. Außerdem seien acht Menschen verletzt worden.
19:25 Uhr – Russische Wirtschaft wächst laut Putin langsamer
Die russische Wirtschaft ist 2025 deutlich langsamer gewachsen als im Vorjahr. Im vergangenen Jahr habe die jährliche Wirtschaftsleistung um ein Prozent zugelegt, sagte Präsident Wladimir Putin am Dienstag bei einer Kabinettssitzung. 2024 hatte das Wachstum noch 4,3 Prozent und 2023 4,1 Prozent betragen.
Das Wirtschaftswachstum der ersten Jahre nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs warfare insbesondere von massiv erhöhten Militärausgaben angetrieben worden. Diese führten jedoch auch zu einer massiven Inflation. Um die Teuerungsrate einzudämmen, wurden die Zinsen erhöht – was wiederum eine erhebliche Belastung für Unternehmen darstellte. Zudem wurde der russische Öl- und Gassektor zu Kriegsbeginn mit zahlreichen Sanktionen europäischer Staaten und der USA belegt.
Putin sagte bei der Kabinettssitzung, das langsamere Wachstum sei „nicht nur erwartet“ worden, sondern hänge mit „gezielten Maßnahmen gegen die Inflation“ zusammen.
13:58 Uhr – Ukraine wirft Russland „Versuch eines winterlichen Genozids“ vor
Mit dem heutigen massiven Beschuss habe Russland faktisch die von den USA vorgeschlagenen Schritte zur Deeskalation nach den Gesprächen in Abu Dhabi sabotiert, erklärte Selenskyj. Russland hatte sich nicht, wie zuvor angekündigt, an die Vereinbarung gehalten, während der Verhandlungen auf einen Beschuss der ukrainischen Energieinfrastruktur zu verzichten.
Die Ukraine sei bereit, neue US-Initiativen zu unterstützen, und offen für Verhandlungen, werde Moskaus Haltung jedoch an konkreten Taten messen und sei „nicht zu einer Kapitulation bereit“. Selenskyj sprach von einer der schwersten Attacken des gesamten Krieges. Verteidigungsminister Schmygal sprach von einem „weiteren russischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und „einem Versuch eines winterlichen Genozids durch russische Ungeheuer“.
13:35 Uhr – Luftalarm in Kiew während Besuchs von Nato-Chef Rutte
Während des Besuchs von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Kiew ist in der ukrainischen Hauptstadt Luftalarm wegen eines möglichen russischen Raketenangriffs ausgelöst worden. Die Armee warnte vor der Gefahr ballistischer Raketen, nachdem Russland in der Nacht bereits huge Angriffe geflogen hatte, die vielerorts die Energieversorgung unterbrachen. Der Beschuss durch die russischen Streitkräfte in der Nacht zum Dienstag bezeuge „keine ernsthaften Friedensbemühungen“ Moskaus, sagte Rutte bei einer Rede.
12:33 Uhr – Selenskyj: Ansatz von Verhandlungsteam wird nach Angriffen angepasst
Die Ukraine wird den Ansatz ihres Verhandlungsteams nach den neuen russischen Angriffen auf die Energieversorgung des Landes anpassen. Dies kündigte Präsident Wolodymyr Selenskyj an. Es habe sich bei den Angriffen in der Nacht um einen gezielten Schlag mit einer Rekordzahl an ballistischen Raketen gehandelt. Russland habe den US-Vorschlag für eine Feuerpause missbraucht, um Raketen zu horten und auf die kältesten Tage des Jahres mit Temperaturen unter minus 20 Grad zu warten. In Abu Dhabi soll am Mittwoch die nächste Runde der Friedensgespräche beginnen.
11:41 Uhr – Deutschland plant Militärnetz aus über 100 Satelliten
Deutschland will in den kommenden Jahren ein militärisches Satellitennetz mit mehr als 100 Einheiten aufbauen, um auf wachsende Bedrohungen durch Russland und China im Weltraum zu reagieren. Das Projekt ist Teil eines 35 Milliarden Euro schweren Rüstungsprogramms und umfasst laut Bundeswehr-Weltraumkommandeur Michael Traut Investitionen in Aufklärungssatelliten, Weltraumgleiter und Laserfähigkeiten. Der Weltraum sei inzwischen zu einem möglichen Operations- und Kriegsschauplatz geworden, sagte Traut im Reuters-Interview.
11:20 Uhr – Schwere russische Angriffe auf die Ukraine, Selenskyj fordert Druck
Kurz vor neuen Gesprächsrunden über ein Ende des russischen Angriffskrieges hat Moskau die Ukraine ein weiteres Mal mit Drohnen- und Raketenangriffen überzogen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Dienstag, Russland habe in der Nacht zum Dienstag etwa 450 Langstreckendrohnen und 70 Raketen verschiedener Typen gegen die Ukraine eingesetzt. Bei den Angriffen in mindestens fünf Regionen habe Moskau vor allem das Stromnetz ins Visier genommen. „Die kältesten Wintertage auszunutzen, um die Bevölkerung zu terrorisieren, ist Russland wichtiger als Diplomatie“, sagte Selenskyj. Er forderte die Verbündeten der Ukraine auf, mehr Luftverteidigungsausrüstung zu liefern und „maximalen Druck“ auszuüben, damit der Kreml den Krieg beende. Mindestens zehn Menschen wurden ukrainischen Behördenangaben zufolge bei den jüngsten Angriffen verletzt.
11:08 Uhr – Nato-Generalsekretär Rutte zu Überraschungsbesuch in Kiew
Nato-Generalsekretär Mark Rutte ist nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zu einem Überraschungsbesuch in Kiew eingetroffen. Rutte und Selenskyj legten an einem Mahnmal für gefallene ukrainische Soldaten Blumen nieder, während die Hauptstadt in der Nacht erneut Ziel massiver russischer Luftangriffe warfare, bei denen Tausende Haushalte ohne Heizung blieben und mehrere Menschen verletzt wurden.
07:50 Uhr – Finnische Außenministerin ruft USA zu massivem Druck auf Moskau auf
Finnlands Außenministerin Elina Valtonen fordert Trump auf, den Druck auf Russland deutlich zu erhöhen. „Moskau könnte diesen Krieg jederzeit beenden, entscheidet sich aber bewusst dagegen. Meine Botschaft an unsere amerikanischen Freunde lautet deshalb: Schaut euch das Gesamtbild an. Die Ukraine ist zu Frieden bereit, Russland nicht. Jetzt müssen die USA entschlossenen Druck auf Russland ausüben, damit dieser Krieg endet“, sagt sie dem RND.
Darüber hinaus erteilt sie Forderungen aus Frankreich, Italien und anderen Staaten, man müsse nun Gespräche mit Putin aufnehmen, eine klare Absage. „Ein Telefonat der Europäer mit Putin wäre zum jetzigen Zeitpunkt ein völlig falsches Signal.“
Voraussetzung für jedes Telefonat mit Putin wäre, dass man sich innerhalb Europas vorher über das Ziel verständige. „Bisher habe ich noch keine einzige Strategie dazu gesehen“, stellte sie klar. Ein Telefonat würde auch keine Kursänderung und erst recht keine Annäherung an Russland bedeuten, betonte die Ministerin.
05:22 Uhr – Wadephul weist Kreml-Behauptung zurück
Außenminister Wadephul weist Moskauer Revanchismus-Vorwürfe im Zusammenhang mit der deutschen Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine strikt zurück. „Das ist ein billiger Ablenkungsversuch Russlands“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem neuseeländischen Amtskollegen Winston Peters in dessen Heimatregion Bay of Islands nahe der Stadt Kerrikerri auf der neuseeländischen Nordinsel. Wadephul fügte zugleich hinzu, Deutschland habe „überhaupt keine Probleme damit, die eigene Vergangenheit kritisch zu beleuchten“.
00:28 Uhr – Lawrow wirft Deutschland Rachegelüste vor
Die deutsche Außenpolitik in der Ukraine ist nach russischer Darstellung von Rachegelüsten geprägt. „Die deutsche Regierung hat aufgehört, den Fakt zu verstecken, dass sie unserem Land gegenüber von der Besessenheit getrieben wird, Revanche für frühere Niederlagen zu nehmen“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten schriftlichen Mitteilung des russischen Außenministeriums im Nachgang der jährlichen Pressekonferenz von Minister Sergej Lawrow zu Jahresbeginn.
Teil dieses „Revanchismus“ sei die uneingeschränkte Unterstützung der Ukraine. Dort kämen 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erneut massenhaft deutsche Waffen gegen russisches Gebiet zum Einsatz, kritisierte das Außenamt in Moskau. In Litauen sei die Bundeswehr bereits stationiert. Sollte Berlin dieses aber in der Ukraine versuchen, würden die Soldaten – wie andere ausländische Truppen auch – als „legitime Ziele“ bekämpft werden, heißt es.
Montag, 2. Februar:
22:35 Uhr – Laut Selenskyj zeigt US-Druck auf Russland Wirkung
Nach Angaben von Selenskyj ist die Zahl der russischen Angriffe auf Energieanlagen in seinem Land zurückgegangen. Zwar seien in frontnahen Gebieten erneut Infrastrukturobjekte durch Beschuss getroffen worden, darunter auch lokale Energieerzeuger. Doch es habe im Tagesverlauf keine Angriffe mit Raketen und Shahed-Kampfdrohnen gegeben, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. Er führte das auf US-amerikanischen Druck auf Moskau zurück. „Das zeigt, dass wenn in Amerika die Motivation da ist, die Lage zu ändern, dann kann sich die Lage auch ändern.“
18:32 Uhr – Selenskyj begrüßt „Deeskalation“
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine in den vergangenen Tagen eingetretene „Deeskalation“ mit Russland begrüßt. „Die Deeskalationsmaßnahmen, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in Kraft getreten sind, tragen dazu bei, das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Verhandlungsprozess und seine möglichen Ergebnisse zu stärken“, erklärte Selenskyj am Montag in Onlinenetzwerken.
17:38 Uhr – Frieden laut Ukraine-Präsident realistisch
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich vor neuen Friedensgesprächen mit Russland zuversichtlich. Ein würdiger und dauerhafter Frieden sei realistisch zu erreichen, sagt er in Kiew nach Beratungen mit seinem Verhandlungsteam. Die ukrainische Delegation werde während der am Mittwoch beginnenden zweitägigen Gespräche in Abu Dhabi auch bilaterale Treffen mit US-Vertretern abhalten. „Wir betrachten das Dokument über bilaterale Sicherheitsgarantien mit den Vereinigten Staaten als fertiggestellt und erwarten weitere inhaltliche Arbeit an Dokumenten, die den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung betreffen“, sagt Selenskyj.
14:54 Uhr – Kreml bestätigt neue Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi
Der Kreml hat die nächste Gesprächsrunde zwischen Russland, der Ukraine und den USA über ein mögliches Ende des Krieges bestätigt. Die Verhandlungen sollen nach Angaben von Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche in Abu Dhabi stattfinden, nachdem der ursprünglich geplante Termin verschoben worden warfare. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte den 4. und 5. Februar als neuen Zeitrahmen.
14:08 Uhr Kaja Kallas: Europäische Armee wäre „extrem gefährlich“
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Forderungen nach dem Aufbau einer gesamteuropäischen Armee scharf zurückgewiesen. Auf einer Sicherheitskonferenz in Norwegen warnte sie, eine zusätzliche europäische Armee neben der Nato würde zu unklaren Befehlsketten führen und sei daher „extrem, extrem gefährlich“. Wer bereits Teil der Nato sei, könne keine separate Armee aufstellen. Auch Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sprach sich gegen eine europäische Armee aus und betonte die zentrale Rolle der Nato für die Sicherheit Europas.
13:55 Uhr – EU steigert Gasimporte aus Russland im Januar
Die Europäische Union hat im Januar 2026 mehr russisches Gas importiert als im Januar des Vorjahres, berichtet Reuters. Die Lieferungen über die Pipeline „TurkStream“ stiegen demnach im Jahresvergleich um 10,3 Prozent auf 55,8 Millionen Kubikmeter professional Tag. Insgesamt bezog die EU im Monatsverlauf 1,73 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland, rund 160 Millionen mehr als im Vorjahr. Nach dem Ende des Gastransits durch die Ukraine ist TurkStream der einzige verbleibende Lieferweg für russisches Pipeline-Gas nach Europa.
12:38 Uhr – Medwedjew warnt eindringlich vor Auslaufen des Atom-Abrüstungsvertrags „New Start“
Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedjew, hat vor schwerwiegenden Folgen eines ersatzlosen Auslaufens des Atom-Abrüstungsvertrags „New Start“ gewarnt. Ohne ein Nachfolgeabkommen würden die größten Atommächte erstmals seit den frühen 1970er-Jahren keinerlei Beschränkungen mehr bei strategischen Atomwaffen unterliegen, sagte Medwedjew in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.
Zwar bedeute dies nicht zwangsläufig einen sofortigen Atomkrieg, „aber es sollte dennoch jeden alarmieren“, betonte er. Rüstungskontrollverträge dienten nicht nur der Begrenzung von Sprengköpfen, sondern auch der Vertrauensbildung und der Überprüfung politischer Absichten.
Der Vertrag, der die Zahl stationierter Atomsprengköpfe auf jeweils 1550 begrenzt, läuft an diesem Donnerstag aus. Bislang liegt Moskau zufolge keine Zustimmung Washingtons zu einer Verlängerung vor. „Wenn er ausläuft, läuft er aus“, hatte Trump unlängst der „New York Times“ gesagt.
07:03 Uhr – Russland meldet zwei Tote nach ukrainischem Drohnenangriff
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Grenzregion Belgorod sind nach Behördenangaben zwei Zivilisten getötet worden. Der Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow erklärte, in der Stadt Stary Oskol sei zudem ein Wohnhaus in Brand geraten.
03:00 Uhr – Russland sichert China Unterstützung bei Taiwan zu
Russlands Sicherheitsratssekretär Sergej Schoigu hat China bei einem Besuch in Peking die Unterstützung Moskaus in der Taiwan-Frage zugesichert. Russland erkenne die Regierung in Peking als einzige legitime Vertretung Chinas an und warf Chinas Widersachern vor, die Lage in der Taiwan-Straße zu destabilisieren. Chinas Außenminister Wang Yi erklärte zugleich, Peking wolle die strategische Abstimmung mit Russland vertiefen und sich gemeinsam für eine „multipolare Welt“ einsetzen.
00:34 Uhr – Maßnahmen gegen russischen Missbrauch von Starlink-Internet wirken
Die Maßnahmen gegen eine unbefugte Nutzung des Satelliten-Internets Starlink durch Russland zeigen nach Angaben von Elon Musk Wirkung. „Es sieht so aus, als hätten die Schritte, die wir unternommen haben, um die unbefugte Nutzung von Starlink durch Russland zu stoppen, funktioniert“, teilt der SpaceX-Chef auf X mit.
Die Ukraine hatte zuvor erklärt, gemeinsam mit dem US-Raumfahrtunternehmen daran zu arbeiten, dass Russland Starlink nicht mehr zur Steuerung von Drohnen nutzen kann.
dpa/jf/jac/lay
https://www.welt.de/politik/ausland/article6980886bfa531953d5219030/ukraine-krieg-versuch-eines-winterlichen-genozids-russland-bricht-vereinbarte-waffenruhe-liveticker.html