Krieg in Nahost: +++ Trump erklärt Iran-Krieg für „gewonnen“ – und will trotzdem weiterkämpfen +++ Liveticker | EUROtoday
„Wir haben gewonnen“, sagt Donald Trump über den Krieg den Iran. Nun würden die USA „den Auftrag“ zu Ende führen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilt derweil die iranischen Angriffe auf die Golfstaaten. Mehr im Liveticker.
Israel und die USA greifen seit mehr als einer Woche den Iran an. Nach der Tötung des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei wurde dessen Sohn, Modschtaba Chamenei, zum Nachfolger gewählt. Seit Kriegsbeginn beschießt der Iran Israel und die Golf-Staaten mit Drohnen und Raketen. Zwischen Israel und der im Libanon operierenden Terrormiliz Hisbollah ist eine zweite Front entstanden. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
22:40 Uhr – Hisbollah feuert Dutzende Raketen auf Nordisrael
Die libanesische Hisbollah-Miliz hat am Abend israelischen Armeeangaben zufolge Dutzende Raketen auf Nordisrael gefeuert. Das Militär meldete Einschläge. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, eine Frau sowie ein Mann seien leicht verletzt worden. Der israelische Sender Channel 12 sowie die „Times of Israel“ berichteten, die Hisbollah habe rund 150 Raketen abgefeuert. Die „Times of Israel“ sprach vom „größten Hisbollah-Angriff auf Israel“ seit Beginn des Iran-Krieges.
Israels Luftwaffe flog als Reaktion heftige Angriffe auf Ziele in den südlichen Vororten von Beirut. Laut libanesischen Augenzeugen gab es mindestens sechs Luftangriffe. Die Menschen berichteten auch von lauten Explosionen, die in mehreren Vierteln der Stadt auch zu spüren gewesen seien. Gebäude und Fenster hätten gezittert. Israels Armee hatte zuvor mitgeteilt, sie habe „eine großangelegte Angriffswelle“ auf Stellungen der Hisbollah-Miliz in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt begonnen.
22:15 Uhr – Trump erklärt Iran-Krieg für „gewonnen“ und will trotzdem weiterkämpfen
US-Präsident Donald Trump hat den Krieg gegen den Iran für gewonnen erklärt. „Man sagt nicht gerne zu früh, dass man gewonnen hat. Wir haben gewonnen“, sagte Trump bei einem Wahlkampf-Auftritt im Bundesstaat Kentucky. „In der ersten Stunde battle es vorbei.“ Die USA würden jedoch weiterkämpfen, um den Auftrag zu Ende zu führen. „Wir wollen nicht alle zwei Jahre zurückkommen müssen.“
21:42 Uhr – USA geben strategische Ölreserven teilweise frei
Nach Deutschland geben auch die USA ihre strategischen Ölreserven teilweise frei. US-Präsident Donald Trump sagte einem Lokalsender in Cincinnati im Bundesstaat Ohio, der US-Ölvorrat werde „ein bisschen reduziert, und dadurch sinken die Preise“. Die USA, Deutschland und die anderen Mitgliedsländer der Internationalen Energie-Agentur (IEA) hatten zuvor die bislang größte Freigabe ihrer Notfallreserven beschlossen.
21:24 Uhr – UN-Sicherheitsrat verurteilt iranische Angriffe auf Golfstaaten
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat die Angriffe des Irans auf Golfstaaten und andere Länder der Region verurteilt. 13 der 15 Mitglieder des Rates stimmten in New York für den von dem nichtständigen Mitglied Bahrain eingebrachten Text. Russland und China enthielten sich. Die Resolution baut auch auf die Unterstützung von zahlreichen weiteren Staaten, die dem Sicherheitsrat derzeit nicht angehören.
Die Golfstaaten sehen sich weiterhin Raketen- und Drohnenangriffen aus dem Iran ausgesetzt. In der Resolution wurde unter anderem die sofortige Einstellung der iranischen Angriffe auf die Golfstaaten und andere Nachbarstaaten Irans gefordert. Außerdem wurde Irans Einsatz von Stellvertretergruppen wie der Hisbollah kritisiert.
21:09 Uhr – Trump will offenbar Notstandsgesetz für Ölförderung vor Kalifornien nutzen
US-Präsident Donald Trump plant einem Medienbericht zufolge den Einsatz von Notstandsgesetzen, um dem Energieunternehmen Sable Offshore die Wiederaufnahme der Ölförderung vor der kalifornischen Küste zu ermöglichen. Trump bereite sich darauf vor, Behörden auf Grundlage des Defense Production Act anzuweisen, sich über Gesetze des Bundesstaates hinwegzusetzen und den Weg für Genehmigungen für Sable zu ebnen, meldet die Agentur Bloomberg unter Berufung auf einen Insider. Ziel sei es, die durch den Krieg gegen den Iran verursachte weltweite Ölknappheit zu lindern. Die Aktien von Sable steigen im Handelsverlauf um 16,3 Prozent auf 16,75 Dollar.
20:30 Uhr – Trump: USA haben 28 iranische Minenleger angegriffen
Die USA haben nach den Worten von Präsident Donald Trump mehr als zwei Dutzend iranische Minenleger angegriffen. „Wir haben bis jetzt 28 Minenschiffe getroffen“, sagte Trump am Mittwoch zu Reportern bei einer Reise in den US-Bundesstaat Ohio. Zuvor hatte das US-Militär die Zahl der zerstörten Minenleger mit 16 angegeben.
20:12 Uhr – Israelischer Insider: Hisbollah und Iran greifen erstmals gemeinsam an
Die radikal-islamische Hisbollah-Miliz im Libanon und der Iran haben nach Angaben aus israelischen Militärkreisen einen gemeinsamen Raketenangriff auf den Norden Israels verübt. Dies sei der erste koordinierte Schlag seit Kriegsbeginn, sagt eine mit dem Vorgang vertraute Person. Stellungnahmen der Hisbollah und der Regierung in Teheran liegen zunächst nicht vor.
19:50 Uhr – US-Innenminister: Ölkonzerne werden Produktion wohl steigern
US-Innenminister Doug Burgum rechnet angesichts des Iran-Konflikts und der gestiegenen Preise mit einer baldigen Ausweitung der Ölförderung durch US-Konzerne. Er gehe davon aus, dass die Unternehmen als Reaktion auf die Preissignale und den aktuellen Bedarf ihre Produktion steigern würden, sagt Burgum dem Sender CNBC. Das Innenministerium ist in den USA unter anderem für die Verwaltung der Bodenschätze zuständig.
18:16 Uhr – „New York Times“: US-Militärfehler führte zu Angriff auf Schule im Iran
Nach Informationen der „New York Times“ hat ein Fehler der US-Streitkräfte zu dem Raketenangriff auf eine iranische Schule mit womöglich mehr als 150 Toten geführt. Das habe nun eine US-Militäruntersuchung vorläufig ergeben, berichtete die Zeitung am Mittwoch. Danach wurden bei dem Angriff veraltete Daten des US-Militärgeheimdienstes DIA über die Zielumgebung genutzt. Die Untersuchung dauere weiter an, sagten US-Verantwortliche dem Blatt.
Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge wurde die Grundschule in Minab im Süden des Iran getroffen, während offenbar eine Tomahawk-Rakete auf einen benachbarten Marinestützpunkt der iranischen Revolutionsgarden niederging. Laut „New York Times“ sind die USA das einzige am Iran-Krieg beteiligte Land, das Tomahawk-Raketen einsetzt. Dem neuen Bericht zufolge battle die Schule früher ein Teil des Marinestützpunktes.
Der Angriff ereignete sich am 28. Februar, am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran. US-Präsident Donald Trump hatte zunächst den Iran für den Angriff verantwortlich gemacht. Später verwies er auf die laufende Untersuchung und sagte: „Was immer bei dem Bericht rauskommt, ich bin willens, mit diesem Bericht zu leben.“ Vertreter der US-Opposition hatten vom Pentagon eine „vollständige und unparteiische“ Untersuchung gefordert.
18:03 Uhr – Trump: Ölkonzerne sollen Straße von Hormus nutzen
Trump spricht sich für eine Nutzung der Straße von Hormus durch Ölkonzerne aus. Auf die Frage, ob die Unternehmen die Meerenge befahren sollten, antwortet er: „Ich denke, das sollten sie.“ Insidern zufolge hat der Iran in der strategisch wichtigen Wasserstraße Minen ausgelegt. Die Exporte durch die Meerenge sind infolge des Krieges praktisch zum Erliegen gekommen.
17:58 Uhr – Insider: Iran hat ein Dutzend Minen in Straße von Hormus verlegt
Der Iran hat zwei Insidern zufolge rund ein Dutzend Minen in der Straße von Hormus ausgelegt. Die Standorte der meisten Minen seien bekannt, sagte einer von ihnen am Mittwoch. Wie die USA damit umgehen wollten, ließ er jedoch offen.
17:45 Uhr – Iran verurteilt neue EU‑Sanktionen
Das iranische Außenministerium kritisiert neue EU-Sanktionen scharf und bezeichnet sie als „unmoralisch und völlig rechtswidrig“. Außenamtssprecher Ismail Baghaei warf der EU auf der Plattform X vor, sie versuche, den Iran dafür zu bestrafen, dass er sein ihm gemäß Artikel 51 der UN-Charta zustehendes Recht auf Selbstverteidigung ausübe. Baghaei sprach von einer „brutalen und rechtswidrigen Aggression“ durch die USA und Israel.
Die EU begründete die neuen Strafmaßnahmen mit schweren Menschenrechtsverletzungen im Iran. Betroffen sind nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas 19 Vertreter und Einrichtungen der iranischen Führung. Die EU wolle auch während des Krieges die Verantwortlichen für die Repressionen im Iran zur Rechenschaft ziehen. Zugleich solle ein Signal gesetzt werden, dass Irans Zukunft nicht auf Unterdrückung beruhen könne.
17:27 Uhr – Iran-nahe Gruppe bekennt sich zu Cyberangriff auf US-Konzern Stryker
Eine Iran-nahe Hackergruppe beansprucht einen Cyberangriff auf den US-Medizintechnikkonzern Stryker für sich. Die Gruppe Handala sprach am Mittwoch im Onlinedienst X von einem Vergeltungsschlag für den „brutalen Angriff“ auf eine iranische Grundschule mit womöglich mehr als 150 Toten vom 28. Februar. Den Hackern zufolge wurden bei der Cyberattacke mehr als 200.000 Systeme und Server in 79 Ländern lahmgelegt.
Stryker ist nach eigenen Angaben weltweit einer der führenden Anbieter von Medizintechnologie, die unter anderem in Krankenhäusern zum Einsatz kommt. Ein Konzernsprecher bestätigte dem „Wall Street Journal“ die Störung.
„Unsere Teams arbeiten mit Hochdruck daran, die Systeme und den Betrieb so schnell wie möglich wiederherzustellen“, zitierte das Blatt den Sprecher. Die Hackergruppe Handala trat erstmals 2022 in Erscheinung und hatte zuletzt eine Reihe von Cyberangriffen auf israelische Unternehmen sowie Firmen in der Golfregion für sich beansprucht.
16:48 Uhr – Ölpreise steigen – Freigabe von IEA-Ölreserven verpufft
Die Angst vor einer längeren Unterbrechung von Öllieferungen durch die Straße von Hormus hat die Ölpreise heute wieder ein Stück weit nach oben getrieben. Die Freigabe einer Rekordmenge strategischer Ölreserven von führenden Industriestaaten drückte die Preise nicht nachhaltig, auch weil der Schritt bereits antizipiert worden battle. Die Preise stiegen nach der Entscheidung bis zum späten Nachmittag sogar noch.
Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete zuletzt 92,44 Dollar und damit intestine 5 Prozent mehr als am Vortag. Am Montag battle der Preis nach einem sprunghaften Anstieg bis auf mehr als 120 Dollar dann wieder deutlich gesunken und hatte sich dann am Dienstag stabilisiert.
15:35 Uhr – Revolutionsgarden: Schiffe brauchen Irans Genehmigung für Durchfahrt in Straße von Hormus
Der Iran will Schiffe nur dann die Straße von Hormus passieren lassen, wenn sie dafür die Genehmigung Teherans erhalten haben. Jedes Schiff müsse vor dem Passieren der Meerenge „die Genehmigung des Iran einholen“, erklärte am Mittwoch der Marinekommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Aliresa Tangsiri, im Onlinedienst X.
Die Revolutionsgarden teilten ferner mit, dass sie zwei Handelsschiffe in der Straße von Hormus angegriffen hätten. Beide Schiffe hätten zuvor „die Warnungen der Marine der Revolutionsgarden ignoriert“, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Isna eine Erklärung der Garden.
Eines der getroffenen Schiffe battle demnach unter der Flagge von Liberia unterwegs. Bei dem zweiten Schiff habe es sich um einen Frachter aus Thailand gehandelt. Die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) hatte zuvor den Beschuss von drei Schiffen gemeldet.
Das unter der Flagge Liberias fahrende und einem israelischen Eigentümer gehörende Schiff „Express Rome“ sei ebenso wie das thailändische Containerschiff „Mayuree Naree“ von „iranischen Geschossen getroffen und gestoppt“ worden, erklärten die Revolutionsgarden laut Isna.
Die thailändische Marine teilte mit, die „Mayuree Naree“ sei während ihrer Durchfahrt durch die Straße von Hormus attackiert worden. Die Marine des Oman habe 20 Besatzungsmitglieder gerettet, drei weitere galten demnach als vermisst.
15:27 Uhr – Trump: „Praktisch nichts mehr für Angriffe übrig“
US-Präsident Donald Trump zufolge ist im Iran „praktisch nichts mehr übrig“, das angegriffen werden könne. Der Krieg werde bald enden, sagte Trump dem Online-Nachrichtenportal „Axios“. „Wann immer ich will, dass er endet, wird er enden.“
15:12 Uhr – IEA gibt Rekordmenge aus Ölreserven frei
Die Internationale Energieagentur (IEA) gibt 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Notfallreserven für den Markt frei. Es handele sich um die größte Freigabe in der Geschichte der Organisation, teilt die IEA in Paris mit. Die 32 Mitgliedstaaten hätten dem Schritt einstimmig zugestimmt.
15:00 Uhr – USA und Israel uneins über Kriegsziele im Iran
Nach knapp zwei Wochen ihrer gemeinsamen Angriffe gegen den Iran treten die unterschiedlichen Kriegsziele der USA und Israels immer deutlicher zutage. Während US-Präsident Donald Trump ein Ende des Krieges in greifbarer Nähe sieht, sagte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu, sein Land sei mit den Angriffen auf die iranische Führung „noch nicht fertig“. Trump steht wegen des Krieges unter wachsendem innenpolitischem Druck, wohingegen Israel eine langfristige Agenda verfolgt.
Die Haltung der Bevölkerung zum Iran-Krieg unterscheidet sich deutlich: Eine Mehrheit der Israelis befürwortet die Offensive nahezu begeistert, in den Vereinigten Staaten ist die Unterstützung jedoch gering – vor allem auch angesichts der steigenden Ölpreise.
14:43 Uhr – USA: Am Dienstag quick stündlich Angriffswellen auf den Iran
Das US-Militär hat im Iran seit Kriegsbeginn nach eigenen Angaben mehr als 5500 Ziele angegriffen. „Erst gestern hatten wir quick stündlich Angriffswellen aus verschiedenen Richtungen und von verschiedenen Standorten aus auf den Iran“, sagte der zuständige US-Kommandeur Admiral Brad Cooper in einem auf X verbreiteten Video. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Dienstagmorgen auf einer Pressekonferenz gesagt, dass „heute wieder einmal unser heftigster Tag von Angriffen im Iran sein“ werde.
14:23 Uhr – Inzwischen 570 Tote durch Israels Angriffe im Libanon
Durch israelische Luftangriffe im Libanon sind bis Dienstagnachmittag mindestens 570 Menschen getötet und weitere 1444 verletzt worden. Das meldete die libanesische Zeitung „L’Orient – Le Jour“ unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Details, etwa zur Zahl toter Zivilisten, wurden nicht genannt.
dpa/AFP/AP/ll/sebe/jmr/krott/rct/jra/doli/saha/säd
https://www.welt.de/politik/ausland/article69aa6cc34bddeaf9148d6561/krieg-in-nahost-trump-erklaert-iran-krieg-fuer-gewonnen-und-will-trotzdem-weiterkaempfen-liveticker.html