Wal „Timmy“ in Ostsee: ++ „Es gibt einen Peilsender, der uns sagen wird, ob der Wal überlebt“ ++ | EUROtoday
Der mehrtägige Rettungstransport für den vor Poel gestrandeten Buckelwal scheint gelungen. Eine personal Initiative hat das Tier in einer gefluteten Barge Richtung Nordsee gebracht, wo der Wal – einige nennen ihn „Timmy“, andere „Hope“ – an Tag 41 der Rettung freigelassen wurde.
Alle Entwicklungen zur Wal-Rettung im Liveticker:
19:15 Uhr – Wal im Meer – Mysterium um die Senderdaten
Auch einen halben Tag nach der Freisetzung des mehrfach an deutschen Ostsee-Küsten gestrandeten Buckelwals in der Nordsee sind viele Fragen offen. Zu einem von der verantwortlichen Privatinitiative in Aussicht gestellten Peilsender gab es im Tagesverlauf widersprüchliche Angaben. Eine Sprecherin des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern sagte am Mittag, die Peildaten seien mehrfach angefordert worden, lägen aber nicht vor.
Die Freisetzung an sich wurde von der Bereederungsgesellschaft des Begleitschiffs „Robin Hood“ als Erfolg bezeichnet – „trotz der widrigen Umstände und Wetterbedingungen“, heißt es in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor conflict von Teilen der Initiative Kritik am Ablauf der finalen Momente geübt worden, der sich nicht von unabhängigen Quellen verifizieren ließ. Die Bereederungsgesellschaft schreibt hingegen von einem abgestimmten Vorgehen aller Beteiligten.
Die „Bild“-Zeitung berichtete am Abend, es gäbe mittlerweile ein sporadisches Signal. Offiziell bestätigt wurde das von der Initiative nicht. Am Vormittag hatte die Rechtsanwältin der Initiative, Constanze von der Meden, gesagt, es könnten vorerst keine Angaben zur Schwimmrichtung des Wals gemacht werden. Welche Probleme es konkret gab, blieb aber unklar.
Der Buckelwal sei in einer der meistbefahrenen Schiffsrouten Europas ausgesetzt worden, sagte Thilo Maack von der Naturschutzorganisation Greenpeace. „Wir können den Wunsch, dem Tier zu helfen, nachvollziehen, schätzen seine Überlebenschancen aber als minimal ein.“ Nur mit Trackingdaten und damit dem jeweiligen Aufenthaltsort des Wals ließe sich clear machen, ob sich das Leiden des Wals auf dieser Reise gelohnt hat.
17:00 Uhr – Tracker soll erstes Signal gesendet haben
Der Peilsender soll nun doch erste Signale gesendet haben. Zuvor conflict befürchtet worden, dass er beschädigt worden sei, als der Buckelwal aus der Barge entlassen worden conflict. Er solle sich nach Angaben der „Bild“ in die richtige Richtung bewegen.
Zuvor hatte der Meeresbiologe Fabian Ritter gewarnt. „Wenn sich bewahrheitet, dass der Peilsender keine Daten liefert, wäre das eine Katastrophe, auch für das ‚Rettungsteam‘“, betonte er gegenüber „Bild“. „Es gab bisher genug Anlässe, an der Professionalität des Teams zu zweifeln, dies wäre der folgenschwerste.“
16:44 Uhr – Zunächst weiter keine Angaben zu Senderdaten
Seit dem Morgen ist der mehrfach an Ostsee-Küsten gestrandete Buckelwal wieder im offenen Meer – doch die angekündigten Senderdaten zu seinem Weg fehlen weiter. Die Peildaten seien bei der Initiative mehrfach angefordert worden, hätten aber auch am Mittag noch immer nicht vorgelegen, teilte Eva Klaußner-Ziebarth, Sprecherin des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern, mit.
Auch Umweltminister Till Backhaus ging in einem Statement beim Livestream-Anbieter News5 darauf ein: „Was mich wirklich ärgert, ist ausdrücklich: Es conflict vereinbart, dass uns die Daten übermittelt werden, damit wir ihn auch begleiten können. (…) Uns sind bis heute keine Daten zur Verfügung gestellt worden.“
13:19 Uhr – Wal soll in richtige Richtung schwimmen
Der gerettete Buckelwal ist nach Angaben der Investorin Karin Walter-Mommert nach seiner Freilassung in die richtige Richtung geschwommen. Demnach bewegt sich das Tier westwärts – eine wichtige Voraussetzung, um über günstige Strömungen in den Atlantik zu gelangen, berichtet WELT-TV-Reporter Gerrit Schröder.
Der Aussetzpunkt conflict zuvor unter Berücksichtigung von Wetter, Wellen und Strömungen sorgfältig gewählt worden. „Er hat ein paar Runden noch gedreht im Umfeld der Begleitboote und ist dann Richtung Westen abgeschwommen“, so Reporter Schröder weiter. „Es gibt einen Peilsender, der uns sagen wird, ob der Wal überlebt.“
Ein an der Rückenflosse befestigter GPS-Tracker ermöglicht es den Helfern, seine Route weiter zu verfolgen. Die Positionsdaten sollen auch dem Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung gestellt werden.
Entscheidend für das Überleben bleibt nun, dass das Tier den richtigen Kurs hält. Sollte es in die Nordsee geraten, droht Gefahr: Wie die Ostsee gilt auch sie für große Wale als ungeeignet, da sie zu flach ist. Bereits im Februar waren an der dänischen Nordseeküste fünf Pottwale lebend gestrandet. Die dänische Regierung hatte von einer Rettung abgesehen. Die Tiere waren deshalb an den Stränden verendet. Zudem ist weiterhin unklar, ob sich noch Fremdkörper im Maul des Wals befinden.
12:49 Uhr – Einschätzung der Tierärztin
Tierärztin Kirsten Tönnies schildert den emotionalen Moment, als sie auf dem etwa 200 Meter entfernten Beiboot beobachtete, wie Timmy in die Nordsee. Unter Tränen sagt sie der „Bild“-Zeitung: „Es ist ein gutes Zeichen, dass Timmy noch ein paar Mal gepustet hat.“
12:00 Uhr – Helfer-Video zeigt, wie Wal abtaucht
Einer der zentralen, aber auch umstrittenen Helfer der Walrettung hat sich zum Ausgang der Aktion geäußert. „HOPE IST ENDLICH FREI!“, postete Sergio Bambaren auf Facebook. „Er schwimmt durch die offenen Ozeane, auf der Suche nach seiner Familie … er sieht intestine aus, viele Möwen begleiten ihn … gute Atemzüge … der Sender ist aktiviert … jetzt können wir nur noch warten und beten.“ Dazu veröffentlichte er ein Video, als die Helfer den Wal ein letztes Mal sehen.
11:07 Uhr – Backhaus will Wal „nie aufgegeben“ haben
Nachdem der Wals in Freiheit ist, hat Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) das Vorgehen der Behörden verteidigt. Er habe das Tier „nie aufgegeben“, sagte er im Interview mit WELT TV. Insgesamt sei er elfmal vor Ort gewesen – „ich conflict überzeugt: Er soll seine Chance haben“.
Kritik an der Dauer der Aktion wies der Politiker zurück: „Am Ende zählt doch eins: das Ergebnis. Der Wal lebt.“ Die Bergung sei „innerhalb von zwei Wochen“ gelungen, „das soll uns erst mal einer nachmachen“. Dem freigelassenen Tier wünscht der Minister „gute Reise“.
Zugleich nutzte der Minister den Fall für grundsätzliche Mahnungen. Jährlich landeten „zwölf Millionen Tonnen Müll“ in den Weltmeeren – „das ist doch eine Unverschämtheit“. Auch das massenhafte Sterben von Walen bezeichnete er als „schrecklich“. Der Fall des gestrandeten Buckelwals zeige, „dass wir mehr für die Umwelt tun müssen“.
09:51 Uhr – Wal verließ Barke selbstständig
Der Wal hätte bereits heute Nacht aus der Barke schwimmen können. Die Helfer entfernten das Netz bereits gestern Abend, berichtet der Livestream-Anbieter News5. Versuche, das Tier mit einem Seil aus der Barke zu ziehen, seien jedoch gescheitert. Der Wal sei dann heute Morgen selbstständig in die Nordsee geschwommen. Eine Drohne erfasste eine Fontäne, die der Wal ausgestoßen haben soll.
09:34 Uhr – GPS-Daten vom Wal nicht öffentlich
Vor dem Freisetzen soll noch ein GPS-Sender angebracht worden sein, mit dem sich der künftige Standort des Wals erkennen ließe. Ob das gelang und der Sender Daten liefert, conflict zunächst unklar.
Die Allgemeinheit wird seinen Weg ohnehin nicht verfolgen können: Die Informationen, wo sich der Wal befinde, würden nur den Teammitgliedern der Privatinitiative und dem Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung gestellt, hatte die Rechtsanwältin der Initiative, Constanze von der Meden, gesagt.
09:14 Uhr – Wal wurde freigelassen
Der aus einer flachen Ostsee-Bucht an der Insel Poel geborgene Buckelwal ist nach Angaben aus dem Team der verantwortlichen Privatinitiative und nach Bildern des Livestream-Anbieters News5 in der Nordsee freigesetzt worden. Der Wal sei gegen 9.00 Uhr nicht mehr im Lastkahn gewesen, sagte ein Teammitglied. Der Konvoi befand sich am Morgen etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerak.
Das Team habe ihn atmen und tauchen gesehen. Auch die US-Tierärztin Jenna Wallace veröffentlichte ein Video. Eine Drohne soll weiter Sichtkontakt haben.
Lesen Sie hier noch einmal die Ereignisse der letzten Wochen:
08:22 Uhr – Wal-Rettung kostete Initiative bislang 1,5 Millionen Euro
Die Unternehmerin Karin Walter-Mommert hat Umweltminister Till Backhaus (SPD) scharf attackiert, weil er dem gestrandeten Buckelwal ein Denkmal setzen will. Sein Plan sei „ein Denkmal der Schande“, wird Mommert von „Bild“ zitiert. Sie und der Unternehmer Walter Gunz investierten nach eigenen Aussagen 1,5 Mio. Euro in die Rettung des Tiers. Laut ihrer Aussage geht es dem Tier intestine: „Timmy blüht richtig auf. Er singt jetzt kraftvoller und melodischer.“
04:12 Uhr – Buckelwal-Konvoi weiterhin auf Kurs
Der Schiffskonvoi ist am frühen Samstagmorgen auf Kurs in der Nordsee. Der Schlepper, die sogenannte Barge mit dem Wal sowie das Begleitschiff fuhren weiterhin nördlich der nördlichsten Spitze Dänemarks in Richtung Norwegen, wie beim Schiffs-Ortungsdienst „Vesselfinder“ zu beobachten conflict.
Die Freisetzung des Wals sollte an einem öffentlich nicht bekannten Ort in der Nordsee erfolgen. Zum Einbruch der Dunkelheit am Freitagabend befand sich das Tier noch in der Barge – einem Lastkahn ohne eigenen Antrieb, der von dem Schlepper gezogen wird.
Freitag, 1. Mai
16:17 Uhr – Buckelwal-Konvoi steuert wieder Richtung Nordsee
Der Schiffskonvoi mit dem Buckelwal nähert sich wieder dem Übergang zur Nordsee. Der Schlepper, die Barge mit dem Wal und das Begleitschiff fuhren am Nachmittag stetig Richtung Norden, wie beim Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder zu beobachten conflict. Die Freisetzung des Wals erfolgt deshalb womöglich doch, wie ursprünglich geplant, in der Nordsee.
Am nördlichsten Punkt Dänemarks, nahe der Stadt Skagen, fließen Kattegat und Skagerrak zusammen, weshalb auch vom Eingang zur Nordsee gesprochen wird. Diesen Punkt hatte der Konvoi am Freitagmorgen quick erreicht, musste wegen des hohen Wellengangs zunächst aber abdrehen und conflict wieder Richtung Süden gefahren. Das Absperrnetz an der Barge wurde bereits entfernt, freigesetzt wurde der Wal jedoch bislang nicht.
12:56 Uhr – Hoffnung auf Freisetzung wegen Wellen
Dem auf einer Barge vor der dänischen Küste ausharrenden Buckelwal könnte demnächst das Freisetzen bevorstehen. In den späten Nachmittagsstunden werde der Wal möglicherweise entlassen, sagte Jens Schwarck, Mitglied der privaten Initiative und beim Transport mit dabei, der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist aber noch in Abstimmung.“ Aktuell werde versucht, den Sender am Tier anzubringen. „Es wird außerdem vorbereitet, dass das Netz relativ schnell entfernt werden kann für den Fall, dass der Wal aus der Barge entlassen werden muss, weil er sich nicht wohlfühlt oder weil es zu gefährlich für ihn ist.“
10:12 Uhr – Lastkahn erreicht quick Nordsee
Der Lastkahn mit dem mehrfach an deutschen Küsten gestrandeten Buckelwal hat am Morgen nach tagelanger Reise quick die Nordsee erreicht. Etwa 11 Seemeilen (rund 20 Kilometer) vom nördlichsten Punkt Dänemarks entfernt drehte das Schiff dann aber zunächst ab, wie beim Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder zu beobachten conflict. Grund seien die schwierigen Wetterbedingungen, sagte Martin Bocklage, Kapitän des Begleitschiffs „Robin Hood“, dem Sender NDR.
Am nördlichsten Punkt Dänemarks, nahe der Stadt Skagen, fließen Kattegat und Skagerrak zusammen, weshalb auch vom Eingang zur Nordsee gesprochen wird.
Nach Angaben von Teammitgliedern der privaten Initiative für den Transport wird am Vormittag beraten, wie es weitergehen soll. Zu den Möglichkeiten zählt demnach, an ruhigerer Stelle auf besseres Wetter zu warten – oder aber, den Wal direkt an Ort und Stelle und doch nicht erst in der Nordsee freizusetzen. Bei dem hohen Wellengang sei das Verletzungsrisiko für den Wal in der sogenannten Barge groß, hieß es.
05:32 Uhr – OMR-Gründer: Wal ist aus Marketingsicht unterschätzt worden
Der Hamburger Digitalmarketing-Experte Philipp Westermeyer findet, dass der mehrfach vor der Ostseeküste gestrandete Buckelwal durchaus Potenzial für gute Werbekampagnen geboten hätte – das aber kaum einer für kluge oder witzige PR-Aktionen genutzt hat. „Aus Marketingsicht ist der Wal unterschätzt worden“, sagte der Gründer des Digital- und Marketingunternehmens OMR der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Normalerweise würden bestimmte Mobilitätsfirmen schnell mit witzigen Kampagnen reagieren. Diesmal aber nicht.
In den vergangenen Jahren sei quick schon eine Art eigene Marketing-Disziplin entstanden, bei der Firmen versuchen, auf tagesaktuelles Geschehen mit einer eigenen Botschaft und Marke aufzuspringen. „Und das ist beim Wal erstaunlich wenig passiert. Ich glaube, alle haben unterschätzt, wie langlebig das Thema sein wird. Und was für eine Aufmerksamkeit es in der Breite am Ende bekommen hat.“
Außer mit Blick auf die vielen Statements von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) habe er vergleichsweise wenige anknüpfende Memes oder Kampagnen gesehen. „Da hätte ich mir noch viel mehr erwartet, weil das Thema ja so absurd ist.“
Donnerstag, 30. April 2026
18:20 Uhr – Wal wird zur Marke
Offenbar wittern einige Menschen rund um den Buckelwal ein Geschäft. „Im Register des Deutschen Patent- und Markenamts in München sind momentan sechs aktuelle Anmeldungen mit dem Markenbestandteil ‚Timmy‘ recherchierbar“, erklärt eine Sprecherin des Amtes gegenüber der „Bild“-Zeitung.
Die sechs Marken seien von drei verschiedenen Leuten beantragt worden. Sie beanspruchten Schutz für verschiedenste Waren und Dienstleistungen. „Bei den Markenanmeldungen handelt es sich um ,Timmy der Wal‘, ‚Timmy the Whale‘, ‚Baltic Timmy‘, ‚TIMMY 53.98N-11.46E‘, ‚TIMMY der Wal‘ und noch einmal ‚TIMMY der Wal‘“ erklärt die Amtssprecherin.
16:10 Uhr – Schlepper weiter auf Kurs
Der Plattform „Vesselfinder“ zufolge ist die Flotte der privaten Rettungsaktion mittlerweile auf Höhe der dänischen Ortschaft Hadsund angekommen.
15:51 Uhr – Experten warnen erneut
Experten des Deutschen Meeresmuseums warnen erneut eindringlich vor einem Abladen des vor Wismar aus flachem Wasser geborgenen Buckelwals im offenen Meer. Dies berge die Gefahr, dass der Meeressäuger ertrinke, teilt das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund mit. „Es ist sehr geschwächt und findet im offenen Meer keine Möglichkeit, sich abzulegen.“ Von einer Rettung des Wales könne erst dann gesprochen werden, wenn er sich selbstständig und dauerhaft auf seiner gewöhnlichen Route im Nordatlantik bewege, selbstständig fresse und sein Gesundheitszustand besser werde, heißt es weiter.
12:20 Uhr – „Er singt melodischer und kraftvoller“
Gute Nachrichten: Laut Karin Walter-Mommert, die die Rettungsaktion mitfinanziert, merkt der Wal, dass er sich auf dem Weg in heimatliche Gewässer befindet. „Er singt melodischer und kraftvoller. Insgesamt ist er lebhafter, schwebt und floatet in seinem Schwimmbad“, sagt die Millionärin zu „Bild“.
11:38 Uhr – Schlepper passieren Grenaa
Die Flotte der privaten Rettungsaktion hat die dänische Hafenstadt Grenaa passiert. Bis ins salzige Kattegat ist es somit nicht mehr weit. Die Haut des Buckelwals kann sich damit immer besser regenerieren.
10:52 Uhr – „Das Schiff soll bereits morgen Abend den Zielbereich erreichen“
„Das Schiff ist intestine im Zeitplan unterwegs und soll bereits morgen Abend den Zielbereich erreichen“, sagt Experte Gerrit Schröder im Interview mit WELT TV. Wo genau dieser ist, werde aus Angst vor Waltourismus nicht erklärt. Er sei aber im Kontakt mit der Crew vor Ort. Feste stehe bereits der Ablauf der Freilassung: Die Barge soll langsam abgesenkt werden, damit Salzwasser und Wellen hineinkommen. So soll der Wal rauskommen. Ob das funktioniert, weiß Schröder selbst nicht und gibt zu bedenken: „Der Wal hat drei Wochen auf einer Sandbank gelegen.“ Es sei unsicher, ob er einfach losschwimmen könne. Er hofft, dass das Tier nicht einfach untergeht.
09:49 Uhr – Immer mehr Schiffe begleiten Wal
Der Verband an Schiffen, die den Buckewal zurück in die Freiheit begleiten, ist größer geworden. Auf der Karte des Schiffsortungsdienstes „VesselFinder“ ist zu sehen, dass auch die „Arne Tiselius“ hinzugestoßen ist. Das 31 Meter lange und sieben Meter breite Fischereiforschungsschiff fährt wie die „Fortuna B“ unter dänischer Flagge.
09:00 Uhr – „Geräusche, die ich so von Buckelwalen noch nie gehört habe“
„Ich habe Geräusche gehört (…), Leute bezeichnen sie als Gesang. Das ist kein Gesang, sondern das sind Geräusche, die ich so von Buckelwalen noch nie gehört habe“, sagt Walforscher Jan-Olaf Meynecke bei WELT TV. Er arbeitet seit 20 Jahren mit Buckelwalen und führt an: „Es klingt eher leidensvoll oder schwierig für das Tier.“ Es sei ein Experiment, wie der Wal auf die Freilassung in der Nordsee reagieren wird. „Ich hoffe, dass er bereit ist, einfach wegzuschwimmen und sich dann wieder orientieren kann.“ Meynecke ist wegen des Gesundheitszustandes besorgt: „Wir wissen nicht, ob er nicht irgendwelche innerlichen Schäden hat. Soweit ist er ja noch relativ match.“
08:20 Uhr – „Ein Ticket in den Rachen der Orcas“, mahnt Tierärztin Dörnath
Der Wal sei stark geschwächt, gibt die auf Wildtiere spezialisierte Tierärztin Kerstin Alexandra Dörnath zu bedenken. Sie hält die laufende Rettungsaktion weiterhin für falsch, sagt sie bei „MDR aktuell“. „Dass der sich hat Gurte anlegen lassen, an denen der auch noch gezogen wurde, beweist, dass der schon hochgradig angeschlagen ist“, mahnt Dörnath. Sie spricht von „Aktionismus statt Fachverstand“. Auch die geplante Aussetzung in der Nordsee bewertet sie kritisch. „Das ist im Nordatlantik ein Ticket in den Rachen der Orcas. Wenn er in der Nordsee landet, dann wird er vielleicht einfach von selbst untergehen wie ein Stein und ertrinken.“ Wale orientierten sich am Schall. Der Transport per Schiff sei daher eine weitere Stressbelastung für den Meeressäuger.
08:09 Uhr – Wale sollten „nicht durch menschliches Eingreifen gerettet werden, sagt Dänemark
Nach Plänen der privaten Initiative, die für die Bergung verantwortlich ist, soll der Wal in einer mehrtägigen Aktion um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak in die Nordsee gebracht und dann dort ausgesetzt werden.
Das dänische Umweltministerium teilt der Deutschen Presse-Agentur mit, dass man gestrandete Meeressäugetiere in Dänemark prinzipiell nicht rette. Strandungen seien demnach „ein natürlich vorkommendes Phänomen“ und Wale sollten generell „nicht durch menschliches Eingreifen gerettet oder gestört“ werden. Zu dem konkreten Fall des an der Ostseeküste gestrandeten Buckelwals äußert sich das Ministerium nicht.
07:17 Uhr – Walforscher sieht „Geldverschwendung“
Der Meeresbiologe Peter T. Madsen kritisiert die Rettungsaktion scharf. In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte der Walforscher, das Tier werde – auch wenn es die Lastkahn-Fahrt überleben sollte, – „bald wieder stranden und dann verenden“.
Madsen bezeichnete den Plan, den Wal mit Gurten zu ziehen, als „unglaublich schlechte Idee“. Die Wirbelsäule des Tieres sei dafür nicht ausgelegt. Das Tier sei gestrandet, um nicht zu ertrinken. „Es hat einen Ort zum Ausruhen gesucht, wo es atmen kann, ohne schwimmen zu müssen“, sagte Madsen. Der Forscher geht deshalb davon aus, dass der Buckelwal im offenen Meer nicht überleben würde. Die Rettungsaktion nannte er „Tierquälerei und Geldverschwendung“.
06:30 Uhr – Schlepper jetzt Richtung Westküste Schwedens unterwegs
Das Transportschiff ist weiter in Richtung Nordsee unterwegs. Am frühen Morgen fuhr der Schlepperverband laut „Vesselfinder“ vor der dänischen Küste in Richtung der Westküste Schwedens. Laut dem Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder conflict das Schiff gegen 04.45 Uhr etwa 3 Seemeilen (rund 5,5 Kilometer) südwestlich der dänischen Insel Sejero unterwegs. Auf dem Weg nach Skagerrak hat der Schleppverband bereits die Hälfte des Weges hinter sich gelegt.
ll/jm/jmr/saha/doli/ceb/krö mit dpa
https://www.welt.de/vermischtes/article69f0457ea68d5b2daea7a9ba/wal-timmy-in-ostsee-es-gibt-einen-peilsender-der-uns-sagen-wird-ob-der-wal-ueberlebt.html