Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen wurde in Deutschland so viel Geld mit dem Sprengen von Geldautomaten erbeutet. Wie das Bundeskriminalamt in einem am Mittwoch veröffentlichten Bundeslagebericht ausführt, stieg die Zahl der versuchten oder vollendeten Sprengungen 2022 auf einen neuen Rekord von 496 Fällen. Das war ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 26,5 Prozent.
Die Gesamtsumme der Beute legte gegenüber dem Vorjahr um 53,3 Prozent auf 29,9 Millionen Euro zu. Offenbar waren die Täter erfolgreicher als im Vorjahr, der Anteil der erfolglosen Versuche ging jedenfalls von 51,8 auf 39,9 Prozent zurück.
Die Geldautomaten wurden weit überwiegend mithilfe fester Sprengstoffe in die Luft gejagt, nicht mehr so oft wie früher mit Hilfe von Gas. Das Bundeskriminalamt beunruhigt diese Entwicklung, weil Sprengungen mit festem Sprengstoff besonders starke Schäden verursachen können und Unbeteiligte einer hohen Gefahr aussetzen.
Gegenmaßnahmen geplant
Auch die Gewaltbereitschaft der Automatensprenger gegen Personen steige offenbar. Dem BKA seien für das Jahr 2022 insgesamt 128 Tatverdächtige im Zusammenhang mit Geldautomatensprengungen bekannt geworden.
Von 87 Tatverdächtigen, die aus dem Ausland eingereist seien, hätten 75 Personen ihren Lebensmittelpunkt in den Niederlanden gehabt. Die Mehrheit der ermittelten Tatverdächtigen von 50,8 Prozent besitze die niederländische Staatsangehörigkeit.
Bei einem „Runden Tisch Geldautomatensprengungen“ seien unter anderem freiwillige Vorkehrungen der Banken vereinbart worden. Automatenräume würden nachts verschlossen, Geldscheine bei Erschütterungen von Automaten eingefärbt und die Bestände in den Automaten reduziert.