Kaiya nippt an ihrem Tee. Zitronengras. In der Wohnung liegt eine ungewohnte Stille. Die große Tochter ist im Kindergarten, die Kleine schläft. Behutsam schlägt Kaiya das Tagebuch zu, in das sie eben noch ihre Gedanken geschrieben hat. Sie denkt an Leon. Ihren Freund. Den Vater ihrer Töchter. Leon sitzt gerade in einem Café. Er hat ein Date mit einer anderen Frau.
Was die beiden wohl gerade machen? Kaiya lächelt. In zwei Stunden wird Leon wieder hier sein. Diese zwei Stunden, die nur ihr gehören. Sie lauscht in die Stille. Nichts. Ein Geschenk. Mit dicken Wollsocken an den Füßen schleicht sie ins Wohnzimmer. Auf ihrer Liste steht noch eine Folge „Maxton Hall“, reserviert für diese kleine Auszeit. Und doch freut sie sich schon auf den Nachmittag. Auf ihre Familie, auf die geöffnete Tür, wenn Leon zurückkehrt. „Wie conflict deine Zeit?“, wird sie ihn dann fragen.
So beschreibt Kaiya einen Ausschnitt ihres Lebens in einer offenen Beziehung.
Kaiya und Leon sind seit sieben Jahren ein Paar. Fast ebenso lange leben sie offen. Das heißt: Sie dürfen Dates und Sex mit anderen haben. Auch als sie Eltern werden, rüttelt das nicht an ihrem Modell. Beide beschreiben ihre Beziehung als nah, vertraut, erfüllt. Und dennoch wollen sie sich die Möglichkeit bewahren, auch anderen Menschen auf dieser Ebene zu begegnen. Damit das funktioniert, haben sie Regeln aufgestellt. Trotzdem geriet ihre Beziehung an einen Punkt, an dem sie hätte zerbrechen können.
Die Herbstsonne steht tief über Bad Belzig in Brandenburg und fällt durch die großen Küchenfenster auf die alten Dielen, die bei jedem Schritt leise knarren. Auf Regalen stehen Pflanzen, auf dem Küchentisch Schnittblumen.
Auf der Holzbank unter dem Fenster sitzen Kaiya und Leon später dicht beieinander. Ihre Hände berühren sich, manchmal fährt einer dem anderen sanft über den Rücken. Es riecht nach Kaffee. Kaiya und Leon trinken ihn entkoffeiniert und mit Hafermilch. Neben ihnen liegt ihre fünf Monate alte Tochter auf einem Lammfell und stößt in regelmäßigen Abständen helle, spitze Laute aus. Die Fünfjährige ist im Kindergarten.
Kaiya ist 29 und arbeitet als traumasensible Coachin. Sie begleitet Paare auf dem Weg in eine stabile und gesunde offene Beziehung. Leon ist 31, hat Soziale Arbeit studiert, conflict lange in der persönlichen Assistenz tätig und ist jetzt in Elternzeit.
Draußen klackert ein Fahrrad vorbei. Drinnen ist es heat. Leon trägt Lammfellpantoffeln, schwarze Jeans, ein kariertes Hemd. In seinem linken Ohr blitzt ein silberner Ring. Kurze braune Haare, blaue Augen, Dreitagebart. Kaiya sitzt ihm gegenüber in hellen Jeans und einem schwarzen, eng anliegenden Oberteil mit Stehkragen. Goldene Kreolen, Wollsocken, dunkelblondes, lockiges Haar mit Pony.
Wenn sie spricht, wirkt sie konzentriert, quick dozierend. Doch immer wieder unterbricht ein kurzes Lachen ihre Gedanken, ein Blick zu Leon, eine flüchtige Berührung seiner Hand.
Kennengelernt haben sie sich vor acht Jahren. Auf dem Fahrrad, auf dem Weg zu einem Seminar. Beide waren Anfang zwanzig, beide Single. Von Anfang an, sagen beide, habe etwas zwischen ihnen gefunkt. „Ich stand vor ihm, und es conflict, als würden Blitze vom Himmel kommen“, sagt Kaiya. „Schon ein bisschen kitschig.“ Trotzdem sei er ihr zu Beginn nicht „maskulin genug“ gewesen. Auch sie, sagt sie heute, steckte damals noch in der stereotypischen Vorstellung davon, wie Männer zu sein hätten. „Leon conflict mit seinem Herzen verbunden, clear, integer.“ Genau das habe sie schließlich angezogen und sie verliebte sich.
Leon wiederum conflict „geflasht“, wie er sagt. Von Kaiyas Schönheit, aber auch von ihrer Reife. Leon hatte wenige Wochen zuvor aber Laura (Name geändert) kennengelernt. „Ich conflict bereits verliebt in sie“, erinnert er sich. Er geht offen damit um, Gefühle für beide Frauen zu haben, entscheidet sich aber für Laura und geht mit ihr eine Beziehung ein.
Kaiya ist verletzt und zieht sich zurück. „Das conflict meine größte Angst“, sagt sie. „Dass er sich für die andere entscheidet.“ Kaiya ist ohne Vater aufgewachsen. Dieses Gefühl, nicht geliebt, nicht gewollt zu sein, habe sie lange begleitet, auch in ihre Beziehungen hinein. Schon kleine Irritationen fühlten sich an wie Zurückweisung, erzählt sie. Unbewusst setzte sie Partner unter Druck, aus Angst, wieder verlassen zu werden.
„Es gab eine Zeit, in der ich Angst hatte, die zweite Wahl zu sein“
Erst eine Therapie brachte Bewegung in dieses Muster. Kaiya lernte, sich selbst Zuwendung zu geben. „Ich hatte plötzlich keinen Druck mehr. Ich habe verstanden, dass mein Wert nicht davon abhängt, ob mich ein Mann liebt.“ Sie nippt an ihrem Kaffee. Der Milchschaum ist längst zusammengefallen. „Ich glaube, so geht es vielen Frauen.“
Als Leon sich von Laura trennt, ist Kaiya diejenige, die ihn auffängt. Ein Jahr später werden sie ein Paar.
Kaiya sitzt inzwischen in einem großen Ohrensessel und legt ihre Tochter an die Brust. Ob es sie verletzt, dass Leon sich erst für Laura entschied? „Es gab eine Zeit, in der ich Angst hatte, die zweite Wahl zu sein“, sagt sie nach einer kurzen Pause und schaut ihrer Tochter beim Trinken zu. „Aber ich habe damals auch einfach viel Drama gemacht und Druck aufgebaut. Das hätte mich auch abgeschreckt.“
Richtig ernst zwischen ihnen beiden sei es ein Jahr später geworden, sagt Leon. Als Kaiya ungeplant schwanger wird. Sie hat Angst, dass sie sich mit ihrer Arbeit nicht mehr verwirklichen kann mit Kind. Doch das Vertrauen, dass sie das als Paar gemeinsam schaffen, überwiegt. Es ist eine bewusste Entscheidung für das Kind und das Paar sein. „Unser Glück“, nennt Leon es heute. Dann lächelt er schmal. „Eigentlich ist es ja dumm, sich wegen einer Verliebtheit füreinander zu entscheiden. Verliebtheit geht immer weg.“
Von Anfang an sprechen sie darüber, ihre Beziehung zu öffnen. „Wir wussten beide: Wenn wir Partnerschaft sagen, meinen wir nicht automatisch Monogamie“, sagt Kaiya. Polyamorie sei für sie allerdings nie eine Option gewesen. „Ich brauche eine klare, bezogene Partnerschaft“, erklärt sie. „Wenn ich Sicherheit habe, bin ich offen dafür zu schauen, worauf wir Lust haben.“
Wirkliche Vorbilder für eine offene Beziehung hatten sie nicht. Im Freundeskreis gab es Paare, die immer wieder versuchten, ihre Beziehung zu öffnen. Oft überstürzt, oft ohne Grenzen. „Sie haben es übertrieben, sich verletzt und sind dann wieder in die Monogamie zurück“, sagt Leon.
Leon: „Wir haben Regeln.“
Kaiya: „Oder besser: gemeinsame Ausrichtungen.“
Leon: „Nichts passiert ohne Einvernehmen.“
Kaiya: „Das Gegenteil von ‚don’t ask, don’t inform‘“
Leon: „Wenn einer was vorhat, sprechen wir darüber.“
Kaiya: „Wir schauen als Team. Ich gönne dir das Erlebnis mit anderen Frauen total. Und andersherum ist es genauso. Es ist wie ein Hobby, das einen auftankt.“
Beide lachen.
Leon: „Wenn ich einen schlechten Tag habe oder mich schlecht fühle, darf ich dich bitten, nicht auf ein Date zu gehen. Andersherum natürlich genauso.“
Kaiya: „Es geht nicht darum, etwas auszufüllen. Wir führen eine sehr intime und erfüllte Partnerschaft. Das Glas ist randvoll.“
Leon: „Trotzdem wollen wir anderen Menschen auf dieser Ebene begegnen. Jeder Mensch bringt eine andere Seite von mir zum Anklang.“
Kaiya: „Ich bin ein sehr diverser Mensch, meine Sexualität ist es auch. Ich möchte nicht auf Sex mit Frauen verzichten und du bist keine andere Frau.“
Leon: „Ich bin auch kein anderer Mann.“
Kaiya: „Ja, mit anderen Männern erfahre ich mich sinnlich anders.“
Leon: „Wir waren aber auch in der Krise miteinander.“
Das war vor drei Jahren. Kaiya verliebte sich in Konstantin (Name geändert). An dem Abend war sie in einem Club feiern, hatte Leon vorher gesagt, dass sie wahrscheinlich ein bisschen herumknutschen würde. Doch sie verbrachte die ganze Nacht mit Konstantin.
„Ich bin davon ausgegangen, dass sie mit ein paar Leuten rummacht. Nicht, dass sie die ganze Nacht mit einem Mann verbringt“, sagt Leon und wirft Kaiya einen kurzen Blick zu. „Die Nacht war schlimm.“ Verlustängste, Panik, das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Sind das die Momente, in denen man eine offene Beziehung bereut? „Nein“, sagt Kaiya sofort, ohne nachzudenken. Leon lacht leise. „Na ja, in der Nacht habe ich es schon bereut.“
Am nächsten Tag erzählte Kaiya ihm, was passiert war.
Kaiya: „Ich habe erzählt, dass es intensiv war.“
Leon: „Und dass du mehr willst.“
Kaiya: „Ja, dass ich ihn kennenlernen will.“
Leon: „Ich hätte damals gebraucht, dass du mehr Ruhe gehabt hättest.“
Kaiya: „Ich war damals noch nicht an dem Punkt, Verliebtheit aushalten zu können. Ich musste dem Drang nachgehen.“
Kaiya kennt solche Situationen aus ihrer Arbeit mit Paaren. „Viele verlieben sich und halten sich an gar nichts mehr. Keine Grenzen mehr, keine Absprachen, nichts.“
Warum sie damals bei Leon geblieben ist? „Es stand viel auf dem Spiel“, sagt sie. „Wir hatten bereits eine gemeinsame Tochter. Und meine Liebe zu Leon war ja nicht verschwunden.“ Trotzdem habe sie darüber nachgedacht, sich zu trennen, um mit Konstantin zusammen zu sein. Manchmal, sagt sie, vermisse sie ihn noch heute.
Es wird still um den Küchentisch. Die Kleine ist eingeschlafen. Leon ergreift als Erster wieder das Wort. „Viele denken: Wenn es sich so gut anfühlt, dann muss es richtig sein, aber das stimmt nicht. Genau in solchen Momenten braucht man Ausrichtung. Füße auf dem Boden, Abstand und die Frage: Was will ich wirklich? Wo sehe ich mich in fünf Jahren?“ Kaiya nickt langsam.
Der Name Konstantin fällt häufig. Meist ist es Leon, der seinen Namen nennt. Es scheint ihn nach wie vor zu verletzen. Das läge daran, dass es die jüngere Erfahrung ist. Das mit Laura ist über sieben Jahre her. Leon und Kaiya sagen, dass es ihnen ähnlich weh getan hat, beides aber wichtige Erfahrungen waren.
Die Frage, die Kaiya und Leon am häufigsten hören, lautet: „Und was, wenn sich einer verliebt?“ Beide haben darauf eine klare Antwort. Fremdverlieben passiere. Auch in monogamen Beziehungen. Der Unterschied sei nur, sagt Leon: „Wenn Fremdverlieben ein Tabu ist, gibt es keinen Raum, darüber zu sprechen. Dann beginnen Lügen und Betrug.“ Ein anderer, offenerer Umgang sei entscheidend.
Leon: „Man sollte sich fragen: Ich habe mich verliebt, was heißt das denn?“
Kaiya: „Habe ich mich nur in einen Aspekt verliebt? Oder in mich, wie ich bei der Person bin?“
Leon: „Oder bin ich so verliebt, dass ich mir vorstellen kann, eine neue Partnerschaft anzufangen?“
Kaiya: „Dann wird es kritisch.“
Leon: „Verliebtheit kann man nicht aufhalten, aber man kann lernen, dass man sie nicht gleich ausleben muss. Sonst kann man die offene Beziehung vergessen.“
Kaiya: „Ja.“
Leon: „Du konntest es damals noch nicht.“
Kaiya: „Das stimmt. Heute wäre es anders.“
„Wir machen nichts, was uns verletzt“
Kaiya und Leon wollen gemeinsam alt werden. Nach der Erfahrung mit Konstantin gilt für sie deshalb die feste Regel: keine Trennung wegen einer Verliebtheit. Stattdessen nehmen sie sich drei Monate Zeit. Bewusst, reflektiert, im Gespräch. Alles darf gesagt werden. Ohne Ausnahme.
Weitere Regeln lauten: Niemand trifft aus einem Streit heraus andere Personen. Es wird vorher darüber gesprochen, wie viel Intimität für den anderen an dem Tag okay ist. Es wird sich an Uhrzeiten gehalten.
„Wir machen nichts, was uns verletzt“, fasst Kaiya zusammen. Leon grinst, lehnt sich ein Stück näher. „Na ja“, sagt er, „das ist zumindest die Absicht.“
Sie sprechen lange über solche Dinge, manchmal tagelang. Über Gefühle, Grenzen, Bedürfnisse. Im Alltag sei aktuell wenig Zeit für Romantik. Zwei kleine Kinder, Selbstständigkeit, wenig Schlaf: „Sex und Intimität sind weniger geworden“, sagt Leon.
Eine weitere Regel lautet deshalb: „Wenn wir nicht genug Zeit füreinander haben, haben wir auch keine Zeit für Dates.“ Leon lacht. „Ich wäre total eifersüchtig, wenn du mit jemand anderem etwas Körperliches hättest, aber mit mir nicht.“
Ein- bis zweimal im Monat haben sowohl Leon als auch Kaiya ein Date. „Obwohl mein letztes Date schon eine Weile her ist“, sagt Kaiya. „Ich habe Zeit mit einem guten Freund verbracht, und wir haben rumgeknutscht. Es war sehr entspannt, sehr leicht.“
Leon hat seit fünf Jahren eine Liebschaft, mit der er regelmäßig Zeit verbringt. Manchmal ist Kaiya sogar dabei. Und manchmal treffen sich Kaiya und Leon mit einem befreundeten Paar. Für gemeinsame Massageabende. „Da haben wir dann mal nebeneinander Sex, manchmal tauschen wir auch die Partner“, erzählt Leon. „Für mich ist Sex gut, wenn ich mich geborgen fühle.“
Seit Leon und Kaiya Eltern sind, braucht ihr Modell mehr Organisation. Eine weitere Regel lautet: Die Familie steht an erster Stelle, die Kinder ganz oben. „Wenn Leon ein Date ausmachen möchte, schauen wir gemeinsam, wo wir ein Zeitfenster schaffen können“, sagt Kaiya. Beim letzten Mal war es ein Donnerstag um 13 Uhr. „Drei Stunden waren mir zu lang“, erinnert sie sich. „Ich habe in der Zeit konzentriert gearbeitet, und als er zurückkam, bin ich zum Yoga gegangen.“
Wenn ihre Töchter älter sind, mindestens 13, wollen sie ihnen erklären, wie sie Beziehung leben.
Wenn Kaiya auf einem Date ist und die ältere Tochter fragt, wo ihre Mutter ist, sagt Leon: „Bei einem Freund.“ Die Kinder, da sind sich beide sicher, leiden nicht unter der offenen Beziehung ihrer Eltern. „Kinder spüren vor allem, wenn es ihren Eltern nicht gut geht“, sagt Kaiya. „Ich glaube, dass Kinder vielmehr unter aufgestautem Frust und ungesunder Streitkultur der Eltern leiden.“
Leon: „Ich würde jedem Paar dazu raten, sich damit auseinanderzusetzen, welche Sehnsüchte vorhanden sind.“
Kaiya: „Eine offene Beziehung ist aber kein Allheilmittel. Man braucht eine stabile Basis.“
Leon: „Ja, eine Öffnung kann keine Probleme lösen.“
Kaiya: „Wer seine Verlustängste nicht reflektiert hat und nicht weiß, wie man sich selbst liebt, kann keine offene Beziehung führen. Wenn mein Partner jemand anderes begehrt, macht mich das nicht weniger wertvoll.“
Anfangs, sagt Kaiya, habe sie die Coole spielen wollen. „Die, die ihm alles ermöglicht, damit er bei mir bleibt.“ Heute weiß sie: Über die eigenen Grenzen zu gehen, ist kein Zeichen von Freiheit, sondern von Angst.
Und Eifersucht? „Oft ein Mix aus Gefühlen wie Angst und Wut. Ein Reflex“, sagt Leon. „Die Frage ist nur, ob man darin steckenbleibt.“
Viele Menschen, erzählen sie, reagieren gereizt auf ihr Beziehungsmodell. „Vor allem diejenigen, die verletzt oder betrogen wurden“, sagt Kaiya. „Menschen bauen ihr Lebensmodell oft auf einem Dogma auf. Und dann kommen wir und stellen diesen Absolutheitsanspruch infrage. Das wirkt bedrohlich.“
Ihre Mutter etwa könne ihre Entscheidung nicht nachvollziehen. „Wenn man sich wirklich liebt, macht man das nicht“, habe sie gesagt. Kaiya und Leon sehen sich an und lachen.
„Exklusivität ist kein Ausdruck von Liebe. Liebe ist eine Fähigkeit. Exklusivität eine Entscheidung“, sagt Leon. In jeder Langzeitbeziehung komme es irgendwann zu einem Fremdverlieben. Monogame Paare würden sich das gegenseitig verbieten. Eine Form der Unterdrückung, die Leichtigkeit und Lebendigkeit nehme.
„Ich hab’s nie bereut“
Leon lehnt sich zurück. „Wir führen ein richtig schönes Leben“, sagt er. „Ein schöner Alltag, viel Fürsorge.“ Kaiya lächelt. „Leon ermöglicht mir so viel. Er ist krass für mich da.“
Er grinst. „Stimmt, dafür könntest du auch mal was ordentlicher sein“, sagt er. „Und ab und zu auch mal kochen.“ Kaiya lacht und stimmt zu.
Manchmal schauen sie zurück. Auf die Verliebtheit, auf Laura, auf die Nächte mit anderen, auf Konstantin. „Ich hab’s nie bereut“, sagt Kaiya.
Wenn sie in zwanzig Jahren auf ihre Beziehung zurückblicken, wünschen sie sich vor allem, dass das „Wir“ bleibt. Für einen Moment sagen beide nichts. Dann meint Leon: „Respekt. Das ist das Wichtigste.“
„Und Liebe“, ergänzt Kaiya.
Die Sonne ist weitergezogen. Der Kaffee ist längst ausgetrunken. Auf dem Holztisch dampft jetzt Tee. Zitronengras.
https://www.welt.de/vermischtes/article6926dbf68773e60e91aa8b6f/exklusivitaet-kein-ausdruck-von-liebe-wie-ein-paar-mit-zwei-kindern-eine-offene-beziehung-fuehrt.html