Veraltete Daten des US-Militärgeheimdienstes DIA sollen laut einem Bericht zum Raketenangriff auf eine Schule im Iran geführt haben. US-Präsident Trump deutet einmal mehr an, dass die Angriffe auf Teheran bald enden. Israels Ministerpräsident Netanjahu sieht das anders. Mehr im Liveticker.
Israel und die USA greifen seit mehr als einer Woche den Iran an. Nach der Tötung des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei wurde dessen Sohn, Modschtaba Chamenei, zum Nachfolger gewählt. Seit Kriegsbeginn beschießt der Iran Israel und die Golf-Staaten mit Drohnen und Raketen. Zwischen Israel und der im Libanon operierenden Terrormiliz Hisbollah ist eine zweite Front entstanden. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
18:16 Uhr – „New York Times“: US-Militärfehler führte zu Angriff auf Schule im Iran
Nach Informationen der „New York Times“ hat ein Fehler der US-Streitkräfte zu dem Raketenangriff auf eine iranische Schule mit womöglich mehr als 150 Toten geführt. Das habe nun eine US-Militäruntersuchung vorläufig ergeben, berichtete die Zeitung am Mittwoch. Danach wurden bei dem Angriff veraltete Daten des US-Militärgeheimdienstes DIA über die Zielumgebung genutzt. Die Untersuchung dauere weiter an, sagten US-Verantwortliche dem Blatt.
Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge wurde die Grundschule in Minab im Süden des Iran getroffen, während offenbar eine Tomahawk-Rakete auf einen benachbarten Marinestützpunkt der iranischen Revolutionsgarden niederging. Laut „New York Times“ sind die USA das einzige am Iran-Krieg beteiligte Land, das Tomahawk-Raketen einsetzt. Dem neuen Bericht zufolge battle die Schule früher ein Teil des Marinestützpunktes.
Der Angriff ereignete sich am 28. Februar, am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran. US-Präsident Donald Trump hatte zunächst den Iran für den Angriff verantwortlich gemacht. Später verwies er auf die laufende Untersuchung und sagte: „Was immer bei dem Bericht rauskommt, ich bin willens, mit diesem Bericht zu leben.“ Vertreter der US-Opposition hatten vom Pentagon eine „vollständige und unparteiische“ Untersuchung gefordert.
18:03 Uhr – Trump: Ölkonzerne sollen Straße von Hormus nutzen
Trump spricht sich für eine Nutzung der Straße von Hormus durch Ölkonzerne aus. Auf die Frage, ob die Unternehmen die Meerenge befahren sollten, antwortet er: „Ich denke, das sollten sie.“ Insidern zufolge hat der Iran in der strategisch wichtigen Wasserstraße Minen ausgelegt. Die Exporte durch die Meerenge sind infolge des Krieges praktisch zum Erliegen gekommen.
17:58 Uhr – Insider: Iran hat ein Dutzend Minen in Straße von Hormus verlegt
Der Iran hat zwei Insidern zufolge rund ein Dutzend Minen in der Straße von Hormus ausgelegt. Die Standorte der meisten Minen seien bekannt, sagte einer von ihnen am Mittwoch. Wie die USA damit umgehen wollten, ließ er jedoch offen.
17:45 Uhr – Iran verurteilt neue EU‑Sanktionen
Das iranische Außenministerium kritisiert neue EU-Sanktionen scharf und bezeichnet sie als „unmoralisch und völlig rechtswidrig“. Außenamtssprecher Ismail Baghaei warf der EU auf der Plattform X vor, sie versuche, den Iran dafür zu bestrafen, dass er sein ihm gemäß Artikel 51 der UN-Charta zustehendes Recht auf Selbstverteidigung ausübe. Baghaei sprach von einer „brutalen und rechtswidrigen Aggression“ durch die USA und Israel.
Die EU begründete die neuen Strafmaßnahmen mit schweren Menschenrechtsverletzungen im Iran. Betroffen sind nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas 19 Vertreter und Einrichtungen der iranischen Führung. Die EU wolle auch während des Krieges die Verantwortlichen für die Repressionen im Iran zur Rechenschaft ziehen. Zugleich solle ein Signal gesetzt werden, dass Irans Zukunft nicht auf Unterdrückung beruhen könne.
17:27 Uhr – Iran-nahe Gruppe bekennt sich zu Cyberangriff auf US-Konzern Stryker
Eine Iran-nahe Hackergruppe beansprucht einen Cyberangriff auf den US-Medizintechnikkonzern Stryker für sich. Die Gruppe Handala sprach am Mittwoch im Onlinedienst X von einem Vergeltungsschlag für den „brutalen Angriff“ auf eine iranische Grundschule mit womöglich mehr als 150 Toten vom 28. Februar. Den Hackern zufolge wurden bei der Cyberattacke mehr als 200.000 Systeme und Server in 79 Ländern lahmgelegt.
Stryker ist nach eigenen Angaben weltweit einer der führenden Anbieter von Medizintechnologie, die unter anderem in Krankenhäusern zum Einsatz kommt. Ein Konzernsprecher bestätigte dem „Wall Street Journal“ die Störung.
„Unsere Teams arbeiten mit Hochdruck daran, die Systeme und den Betrieb so schnell wie möglich wiederherzustellen“, zitierte das Blatt den Sprecher. Die Hackergruppe Handala trat erstmals 2022 in Erscheinung und hatte zuletzt eine Reihe von Cyberangriffen auf israelische Unternehmen sowie Firmen in der Golfregion für sich beansprucht.
16:48 Uhr – Ölpreise steigen – Freigabe von IEA-Ölreserven verpufft
Die Angst vor einer längeren Unterbrechung von Öllieferungen durch die Straße von Hormus hat die Ölpreise heute wieder ein Stück weit nach oben getrieben. Die Freigabe einer Rekordmenge strategischer Ölreserven von führenden Industriestaaten drückte die Preise nicht nachhaltig, auch weil der Schritt bereits antizipiert worden battle. Die Preise stiegen nach der Entscheidung bis zum späten Nachmittag sogar noch.
Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete zuletzt 92,44 Dollar und damit intestine 5 Prozent mehr als am Vortag. Am Montag battle der Preis nach einem sprunghaften Anstieg bis auf mehr als 120 Dollar dann wieder deutlich gesunken und hatte sich dann am Dienstag stabilisiert.
15:35 Uhr – Revolutionsgarden: Schiffe brauchen Irans Genehmigung für Durchfahrt in Straße von Hormus
Der Iran will Schiffe nur dann die Straße von Hormus passieren lassen, wenn sie dafür die Genehmigung Teherans erhalten haben. Jedes Schiff müsse vor dem Passieren der Meerenge „die Genehmigung des Iran einholen“, erklärte am Mittwoch der Marinekommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Aliresa Tangsiri, im Onlinedienst X.
Die Revolutionsgarden teilten ferner mit, dass sie zwei Handelsschiffe in der Straße von Hormus angegriffen hätten. Beide Schiffe hätten zuvor „die Warnungen der Marine der Revolutionsgarden ignoriert“, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Isna eine Erklärung der Garden.
Eines der getroffenen Schiffe battle demnach unter der Flagge von Liberia unterwegs. Bei dem zweiten Schiff habe es sich um einen Frachter aus Thailand gehandelt. Die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) hatte zuvor den Beschuss von drei Schiffen gemeldet.
Das unter der Flagge Liberias fahrende und einem israelischen Eigentümer gehörende Schiff „Express Rome“ sei ebenso wie das thailändische Containerschiff „Mayuree Naree“ von „iranischen Geschossen getroffen und gestoppt“ worden, erklärten die Revolutionsgarden laut Isna.
Die thailändische Marine teilte mit, die „Mayuree Naree“ sei während ihrer Durchfahrt durch die Straße von Hormus attackiert worden. Die Marine des Oman habe 20 Besatzungsmitglieder gerettet, drei weitere galten demnach als vermisst.
15:27 Uhr – Trump: „Praktisch nichts mehr für Angriffe übrig“
US-Präsident Donald Trump zufolge ist im Iran „praktisch nichts mehr übrig“, das angegriffen werden könne. Der Krieg werde bald enden, sagte Trump dem Online-Nachrichtenportal „Axios“. „Wann immer ich will, dass er endet, wird er enden.“
15:12 Uhr – IEA gibt Rekordmenge aus Ölreserven frei
Die Internationale Energieagentur (IEA) gibt 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Notfallreserven für den Markt frei. Es handele sich um die größte Freigabe in der Geschichte der Organisation, teilt die IEA in Paris mit. Die 32 Mitgliedstaaten hätten dem Schritt einstimmig zugestimmt.
15:00 Uhr – USA und Israel uneins über Kriegsziele im Iran
Nach knapp zwei Wochen ihrer gemeinsamen Angriffe gegen den Iran treten die unterschiedlichen Kriegsziele der USA und Israels immer deutlicher zutage. Während US-Präsident Donald Trump ein Ende des Krieges in greifbarer Nähe sieht, sagte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu, sein Land sei mit den Angriffen auf die iranische Führung „noch nicht fertig“. Trump steht wegen des Krieges unter wachsendem innenpolitischem Druck, wohingegen Israel eine langfristige Agenda verfolgt.
Die Haltung der Bevölkerung zum Iran-Krieg unterscheidet sich deutlich: Eine Mehrheit der Israelis befürwortet die Offensive nahezu begeistert, in den Vereinigten Staaten ist die Unterstützung jedoch gering – vor allem auch angesichts der steigenden Ölpreise.
14:43 Uhr – USA: Am Dienstag quick stündlich Angriffswellen auf den Iran
Das US-Militär hat im Iran seit Kriegsbeginn nach eigenen Angaben mehr als 5500 Ziele angegriffen. „Erst gestern hatten wir quick stündlich Angriffswellen aus verschiedenen Richtungen und von verschiedenen Standorten aus auf den Iran“, sagte der zuständige US-Kommandeur Admiral Brad Cooper in einem auf X verbreiteten Video. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Dienstagmorgen auf einer Pressekonferenz gesagt, dass „heute wieder einmal unser heftigster Tag von Angriffen im Iran sein“ werde.
14:23 Uhr – Inzwischen 570 Tote durch Israels Angriffe im Libanon
Durch israelische Luftangriffe im Libanon sind bis Dienstagnachmittag mindestens 570 Menschen getötet und weitere 1444 verletzt worden. Das meldete die libanesische Zeitung „L’Orient – Le Jour“ unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Details, etwa zur Zahl toter Zivilisten, wurden nicht genannt.
13:50 Uhr – Mehr als 80 Festnahmen im Iran wegen Kritik in sozialen Medien
Die iranischen Behörden gehen hart gegen Kritik in sozialen Medien vor. Das iranische Staatsfernsehen berichtete, 81 Menschen seien festgenommen worden, weil sie auf Online-Plattformen Informationen veröffentlicht hätten, die von den Behörden als in Kriegszeiten inakzeptabel eingestuft worden seien.
13:23 Uhr – EU verhängt Sanktionen gegen Organisationen und Funktionäre des Iran
Die EU hat weitere Sanktionen gegen 19 iranische Organisationen und Funktionäre verhängt. Sie seien für „schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen verantwortlich“, erklärte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas auf Bluesky. Die neuen Sanktionen seien ein Signal, „dass die Zukunft Irans nicht auf Unterdrückung aufgebaut werden kann“, fügte sie hinzu.
12:58 Uhr – Iranische Fußballerinnen lehnen Asyl in Australien mehrheitlich ab
Die meisten Mitglieder der iranischen Frauen-Fußballnationalmannschaft haben ein Asylangebot der australischen Regierung abgelehnt und den Kontinent verlassen. Noch am Flughafen von Sydney sprachen Vertreter der australischen Behörden einzeln mit dem Frauen, um ihnen mit Hilfe von Dolmetschern zu vermitteln, dass sich nicht in den Iran zurückkehren müssten. Zuvor erhielten sieben der Sportlerinnen Asyl in Australien.
12:57 Uhr – Katz: Krieg gegen Iran ohne zeitliche Begrenzung
Israel wird seinen Krieg gegen den Iran ohne eine zeitliche Begrenzung fortsetzen. Das erklärt eVerteidigungsminister Israel Katz.
12:30 Uhr – Italien schickt Fregatte nach Zypern
Italien schickt eine Fregatte mit mehr als 160 Soldaten an Bord zum Schutz des EU-Partnerlands nach Zypern. Das Schiff namens „Federico Martinengo“ ist in den Gewässern rund um die Mittelmeerinsel nunmehr einsatzbereit, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Die Fregatte hat sich einer multinationalen Gruppe angeschlossen, die von Frankreich mit dem Flugzeugträger „Charles De Gaulle“ geleitet wird.
12:00 Uhr – Deutschland gibt wegen Iran-Kriegs Teil der Ölreserven frei
Deutschland gibt nach dpa-Informationen einen Teil der nationalen Ölreserven frei. Hintergrund sind die wegen des Iran-Kriegs deutlich gestiegenen Öl- und Spritpreise. Die G-7-Staaten hatten deshalb über eine Freigabe von Reserven beraten. Mit dem Schritt erhofft man sich eine Beruhigung der Märkte und dass der durch den Krieg ausgelöste rasante Ölpreisanstieg abgefedert wird.
11:50 Uhr – Israel: Haben gleichzeitig Angriffe auf Beirut und Iran begonnen
Das israelische Militär startet nach eigenen Angaben gleichzeitig Angriffswellen auf Beirut und den Iran. Im Süden der libanesischen Hauptstadt hat die Terror-Miliz Hisbollah Hochburgen. Sie ist mit der Führung im Iran verbündet und hat seit Beginn des Krieges Ende Februar mehrfach Ziele in Israel angegriffen.
11:45 Uhr – Erdogan dringt auf Ende des Krieges
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dringt auf ein Ende des Krieges. Er müsse gestoppt werden, bevor die gesamte Region „ins Feuer geworfen“ werde, sagt er vor dem Parlament. Ein Ende des Krieges sei möglich, wenn der Diplomatie eine Chance gegeben werde. Die Türkei sei mit allen Seiten im Gespräch, um dies zu erreichen.
11:26 Uhr – Drei Schiffe in Straße von Hormus von Projektilen getroffen
Bei Angriffen in der wichtigen Straße von Hormus sind drei Schiffe von unbekannten Projektilen getroffen worden. Dies teilen maritime Sicherheitsbehörden und Insider mit. Auf einem der Schiffe brach ein Feuer aus, woraufhin der Großteil der Besatzung in Sicherheit gebracht werden musste. Zwei Insidern zufolge wurde der unter thailändischer Flagge fahrende Massengutfrachter „Mayuree Naree“ etwa elf Seemeilen nördlich des Omans getroffen und beschädigt. Zuvor battle das unter japanischer Flagge fahrende Containerschiff „One Majesty“ von einem unbekannten Projektil getroffen worden.
Der Vorfall ereignete sich 25 Seemeilen nordwestlich von Ras Al Chaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ein drittes Schiff, der Massengutfrachter „Star Gwyneth“, wurde Sicherheitsfirmen zufolge etwa 50 Meilen nordwestlich von Dubai getroffen. Das unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Schiff sei am Rumpf beschädigt worden, teilt die auf maritime Risiken spezialisierte Firma Vanguard mit. Die Besatzung sei unversehrt.
10:30 Uhr – Israel greift im Stadtzentrum von Beirut an
Im Libanon sind bei israelischen Luftangriffen im Stadtzentrum von Beirut nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Das sagte der zuständige Behördenvertreter Journalisten. Libanesische Medien zeigten mehrere zerstörte Stockwerke des Wohngebäudes nach dem Angriff am frühen Morgen.
10:20 Uhr – Von der Leyen: Iran-Krieg kostet europäische Verbraucher Milliarden
Die Preissteigerungen für Energie wegen des Iran-Kriegs kosten Europa nach Angaben der EU-Kommission eine Milliardensumme. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte am Mittwoch, bisher beliefen sich die zusätzlichen Kosten für Energieimporte für die Einwohner der 27 Mitgliedsländer auf rund drei Milliarden Euro. Sie warnte Europa gleichzeitig vor dem Einkauf von russischem Öl und Gas.
9:42 Uhr – Zwei weitere iranische Fußballspielerinnen nehmen Asylangebot an
Zwei weitere Mitglieder der iranischen Frauenfußball-Nationalmannschaft haben in Australien Asyl erhalten. Eine der beiden ist eine Spielerin, die andere eine Betreuerin. Mithilfe der australischen Bundespolizei wurden sie von der restlichen Gruppe getrennt und in Sicherheit gebracht, teilte die australische Regierung mit.
dpa/AFP/AP/ll/sebe/jmr/krott/rct/jra/doli/saha/säd
https://www.welt.de/politik/ausland/article69aa6cc34bddeaf9148d6561/krieg-in-nahost-fehler-des-us-militaers-fuehrte-laut-untersuchung-zu-angriff-auf-iranische-schule-liveticker.html