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Iran hat neue Angriffe auf Teile seiner Öl- und Gasindustrie gemeldet. Israel gibt an, der iranische Geheimdienstminister Chatib sei bei einem nächtlichen Angriff getötet worden.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
13:11 Uhr
Türkei verstärkt erneut Flugabwehr
Nach dem Abschuss von drei Raketen aus Iran verstärkt die Türkei erneut ihre Flugabwehr. In der südtürkischen Provinz Adana werde zusätzlich ein Patriot-Raketenabwehrsystem stationiert, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums auf dem NATO-Stützpunkt Incirlik in Adana mit. Es soll demnach vom US-Stützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz dorthin verlegt werden.
Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar wurden bereits drei Raketen aus dem Iran von einem NATO-Abwehrsystem an der Südgrenze in der Türkei abgefangen, zuletzt am Freitag.
13:07 Uhr
Saudi-Arabien lädt zu Krisentreffen ein
Saudi-Arabien lädt die Außenminister arabischer und islamischer Staaten nach Riad zu einem Krisentreffen ein, um den Krieg und seine Folgen zu beraten. Einer türkischen diplomatischen Quelle zufolge nehmen Vertreter aus Ländern wie der Türkei, Ägypten, Katar, Syrien und den Vereinigten Arabischen Emiraten teil. Der türkische Außenminister Hakan Fidan werde dabei die Notwendigkeit einer friedlichen Verhandlungslösung betonen, verlautet aus Ankara.
13:06 Uhr
Iran melden Angriff auf Gas-Anlagen
Iranische Staatsmedien haben einen Angriff auf Anlagen im Zusammenhang mit dem sogenannten South-Pars-Gasfeld gemeldet. Sowohl das iranische Staatsfernsehen als auch die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichteten am Mittwoch von Beschuss der Anlagen in Assaluje in der südiranischen Provinz Buschehr.
Ob Israel für die Luftangriffe verantwortlich battle oder die USA, ist bisher unklar. Das South-Pars-Gasfeld im Persischen Golf ist das größte der Welt und wird neben dem Iran auch von Katar genutzt.
12:54 Uhr
Explosionen in Erbil gemeldet
In der Stadt Erbil in der autonomen Kurdenregion im Nordirak sind mindestens vier Explosionen zu hören gewesen. AFP-Journalisten beobachteten, wie Geschosse über der Stadt abgefangen wurden. Die genauen Ziele waren zunächst unklar. In Erbil befindet sich ein großer US-Konsulatskomplex. Auf dem Flughafen der Stadt sind Soldaten der von den USA geführten Anti-Dschihadisten-Koalition stationiert.
12:54 Uhr
Wadephul bezweifelt Regime-Wechsel im Iran
Bundesaußenminister Johann Wadephul glaubt nicht an eine friedliche Übergabe der Macht im Iran. “Natürlich kann es zu einem Regimewechsel kommen. Und angesichts der Brutalität dieses Regimes ist es auch wünschenswert, dass es zu einem Regimewechsel kommt”, sagt Wadephul.
Nur sei es nicht so, dass militärische Engagements von außen -etwa im Irak oder auch in Libyen – “zu einem geordneten Regimewechsel in der Weise geführt haben, dass es hinterher eine freiheitliche, demokratische, rechtsstaatliche Struktur gegeben hat”, betont Wadephul. Dies sei “die nüchterne Analyse, die wir ziehen müssen, und das ist die Grundlage aller Überlegungen, die wir jetzt haben.”
12:45 Uhr
UN: Kämpfe zwischen Afghanistan und Pakistan verschärfen sich
Im neu entflammten Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan verschärfen sich nach Angaben der Vereinten Nationen die Kämpfe. Zudem weiteten sich die Auseinandersetzungen geografisch aus, teilte das UN-Nothilfebüro (Ocha) mit. Seit dem 26. Februar seien 76 Menschen in Afghanistan getötet und 213 verletzt worden.
Die Zahlen berücksichtigen nicht die Opfer eines schweren Luftangriffs auf eine Entzugsklinik in Kabul vom Anfang der Woche. Nach Angaben der Taliban-Regierung wurden allein bei diesem Angriff mehr als 400 Menschen getötet. Pakistan dementiert, dass die Klinik Ziel des Angriffs battle. Es seien militärische Anlagen angegriffen worden.
12:42 Uhr
ARD-Korrespondentin: Angst nach Angriffen in Beirut
Einige der israelischen Angriffe auf Libanons Hauptstadt Beirut fänden sehr weit entfernt von den Orten statt, an denen die Armee zur Evakuierung aufgerufen habe, berichtet ARD-Korrespondentin Stella Männer aus Beirut. “Viele hier sind verängstigt, weil sie inzwischen das Gefühl haben, dass es keinen sicheren Ort mehr gibt.”
12:13 Uhr
Frankreich: Entwaffnung der Hisbollah “unrealistisch”
Frankreich wertet die israelische Forderung an die libanesische Regierung zur Entwaffnung der Hisbollah-Miliz als unrealistisch. Der französische Libanon-Gesandte Jean-Yves Le Drian sagt dem Sender France Info, Israel selbst habe es während seiner langen Besatzung nicht geschafft, die Miliz zu besiegen. Daher könne man dies nun nicht von der libanesischen Regierung innerhalb von drei Tagen verlangen, zudem noch während laufender Kämpfe zwischen israelischen Truppen und Hisbollah-Milizionären.
12:10 Uhr
Russland kritisiert Tötung
Russland kritisiert die gezielte Tötung von Mitgliedern der iranischen Führungsspitze. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnet den Tod von Sicherheitschef Ali Laridschani als Mord. Man verurteile unmissverständlich alle Handlungen, die darauf abzielten, Mitglieder der Führung des souveränen Irans zu ermorden oder zu eliminieren, sagt Peskow vor der Presse.
12:07 Uhr
Iranische Fußballerinnen auf dem Weg nach Teheran
Nach dem Aus beim Asien Cup reisen die iranischen Fußballerinnen über die Türkei zurück in ihr Heimatland. Die Spielerinnen seien am Dienstagabend am Istanbuler Flughafen gelandet und seien über Land auf dem Weg zurück in den Iran, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Hauptstadt Teheran liegt mehr als 2000 Kilometer von Istanbul entfernt.
In der vergangenen Woche hatten die Spielerinnen beim ersten Gruppenspiel in Australien während der Nationalhymne geschwiegen – im Iran wurde das als Zeichen gegen die Führung in Teheran gewertet. Staatsmedien bezeichneten sie später als “Verräterinnen”, auch wenn sie bei den folgenden Partien wieder mitsangen und salutierten. Von sieben Spielerinnen, die Asyl in Australien beantragt hatten, zogen fünf den Antrag später zurück, vermutlich aus Angst vor Konsequenzen.
11:31 Uhr
Israel meldet Tötung von iranischem Geheimdienstminister
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat bekanntgegeben, der iranische Geheimdienstminister Ismail Chatib sei bei einem nächtlichen Angriff “ausgeschaltet” worden. Von iranischer Seite gibt es bislang keine Bestätigung für den Tod Chatibs. Katz sagte, er und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hätten das Militär ermächtigt, jeden weiteren hochrangigen iranischen Beamten, der ins Visier genommen werde, zu töten, ohne dass hierfür eine zusätzliche Genehmigung erforderlich sei.
11:19 Uhr
Neues Patriot-System in der Türkei stationiert
Wenige Tage nach dem Abschuss einer dritten iranischen Rakete über der Türkei, stationiert die NATO eine neue Flugabwehrbatterie vom Typ Patriot auf der Luftwaffenbasis Incirlik im Süden der Türkei. Das neue System PAC-3 in Incirlik ist leistungsstärker als das dort bereits stationierte PAC-2 und wurde zur Abwehr von taktischen ballistischen Raketen entwickelt. PAC-2 kann in einem Radius von bis zu 70 Kilometern Fluggeräte und Marschflugkörper abfangen. PAC-3 kann US-Armeedaten zufolge in einem Radius von 20 bis 35 Kilometern ballistische Raketen abfangen.
10:47 Uhr
Irans Außenminister: Politisches System “solide”
Irans Außenminister Abbas Araghtschi hält das politische System seines Landes im Krieg weiterhin für überlebensfähig. Dabei spiele auch die gezielte Tötung von Führungspersonen keine Rolle, sagte Araghtschi dem Nachrichtensender Al Jazeera in einem Interview: “Entscheidend ist, dass das politische System im Iran eine sehr solide Struktur ist.”
Das sei auch der Fall gewesen nach der Tötung des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei durch einen israelischen Luftangriff in Teheran, sagte Araghtschi. “Sogar der Anführer wurde getötet. Aber das System arbeitete weiter und sorgte sofort für Ersatz. So wird es auch sein, wenn jemand anders getötet wird.” Auch im Fall, dass der Außenminister getötet würde – additionally er selbst -, stünde jemand anderes bereit, um den Posten einzunehmen, sagte Araghtschi.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der Konfliktparteien können nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
10:43 Uhr
ARD-Korrespondentin: “Große Panik” in Beirut
ARD-Korrespondentin Stella Männer, ARD Kairo, berichtet aus Beirut über die nächtlichen Angriffe Israels auf die libanesische Hauptstadt. Es sei wichtig zu verstehen, dass die zu räumenden Zonen weit entfernt gewesen wären, wo die Bomben letztendlich eingeschlagen seien. In der Bevölkerung herrsche große Panik. Eine große humanitäre Krise ist zu erwaten, sagte Männer. Zudem sei die Hisbollah nicht mehr das, was sie mal 2024 gewesen battle. Experten rechnen damit, dass es der letzte große Krieg für die Miliz sein könnte.
10:08 Uhr
Irans Geheimdienst geht gegen Opposition vor
Irans Geheimdienst ist eigenen Angaben zufolge gegen Dutzende Netzwerke von Oppositionellen vorgegangen. In 26 Provinzen seien “111 Zellen von Monarchisten” identifiziert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Gemeint sind Anhänger des Schah-Sohns Reza Pahlavi, der im Ausland eine führende Rolle in der Opposition beansprucht. Es sei zu Festnahmen gekommen.
Tasnim zufolge wurden bei den Geheimdienstoperationen Schusswaffen “zur Auslösung von Straßenunruhen” beschlagnahmt. Vier Personen seien außerdem wegen des Vorwurfs der Spionage festgenommen worden. Sie sollen dem “Feind” in den Provinzen Hamedan und West-Aserbaidschan Informationen über die Positionen von Sicherheitskräften verraten haben.
09:42 Uhr
Iran meldet Tote und Verletzte bei Angriff auf Justizgebäude
Die iranische Justiz hat Tote und Verletzte bei einem Angriff auf eine Einrichtung des Justizwesens im Süden des Landes gemeldet. Die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete, bei dem Angriff auf die Einrichtung im Bezirk Larestan der Provinz Fars seien sowohl Zivilisten als auch Mitarbeiter des Rechtswesens getötet und verletzt worden. Die genaue Zahl der Opfer sei noch unklar, so Misan. Für den Angriff sei “der Feind” verantwortlich.
09:41 Uhr
Saudi-Arabien: Zwei Drohnen abgefangen
Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben zwei Drohnen abgefangen, die offenbar das Diplomatenviertel in der Hauptstadt Riad zum Ziel hatten. Das Verteidigungsministerium des Landes teilte im Onlinedienst X mit, zwei Drohnen seien abgeschossen worden, als sie versuchten, “sich dem Botschaftsviertel zu nähern”.
Die Behörden des Landes hatten zuvor mitgeteilt, sie hätten mehrere Drohnen über der östlichen Provinz abgefangen. Zudem sei eine Rakete in der Nähe des Luftwaffenstützpunktes Prinz Sultan südöstlich von Riad abgefangen worden, auf dem US-Soldaten stationiert sind.
09:23 Uhr
Tote bei Angriff auf Israel
Bei einem heftigen iranischen Raketenangriff aus Rache für den Tod eines Spitzenfunktionärs der Islamischen Republik sind zwei Menschen in Israel getötet worden. Bei dem Angriff setzten die iranischen Streitkräfte Medienberichten zufolge mit Streumunition versehene Gefechtsköpfe ein. Am Einschlagsort in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv seien ein Mann und eine Frau im Alter zwischen 70 und 80 Jahren getötet worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Seit Beginn des Iran-Kriegs starben bei Raketenangriffen in Israel nach Angaben von Magen David Adom 14 Menschen.
09:21 Uhr
Mehrere Tote und Dutzende Verletzte bei Angriff in Iran
Bei einem israelisch-amerikanischen Angriff sind nach Angaben aus Iran mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. 56 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Der Luftangriff traf ein Wohngebiet der westlichen Stadt Dorud, wie es in dem Bericht unter Berufung auf den Vizegouverneur der Provinz Lorestan hieß.
09:19 Uhr
Irans getöteter Sicherheitschef Laridschani soll beigesetzt werden
Der von der israelischen Armee getötete iranische Sicherheitschef Ali Laridschani soll am Vormittag beigesetzt werden. Wie die Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim meldeten, soll die Beisetzung um 11.30 Uhr MEZ in der Hauptstadt Teheran erfolgen. Auch der getötete Anführer der für die innere Sicherheit in Iran zuständigen Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, soll dann den Angaben zufolge beigesetzt werden.
Teheran hatte am Dienstagabend den Tod des einflussreichen Laridschani bestätigt, der Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans gewesen battle. Die Armee kündigte Vergeltung für seine Tötung an.
09:00 Uhr
Irak: Wieder Ölexporte über Pipeline in Kurdenregion geplant
Die Regierung im Irak und die weitgehend autonome Kurdenregion haben sich auf erneute Ölexporte über eine wichtige Pipeline geeinigt, die über die Türkei zum Mittelmeer führt. Es herrschten “außergewöhnliche Umstände” im Land, teilte der kurdische Ministerpräsident Masrur Barsani mit. “Wir alle teilen die Verantwortung, um dieses schwierige Kapitel zu überstehen.” Zugleich gingen Verhandlungen weiter, um ein Embargo gegen kurdische Ölhändler aufzuheben.
Zwischen der irakischen Regierung und der Region Kurdistan-Irak läuft seit Jahren ein Streit darüber, wie die Pipeline betrieben und wie die Umsätze aus den Ölexporten verteilt werden sollen. Die Regierung in Bagdad hofft auf Exporte über die Pipeline von etwa 300.000 Barrel (etwa 159 Liter professional Barrel Öl), die heute wieder anlaufen sollen.
08:25 Uhr
Iran rechtfertigt Angriffe auf Städte von Golf-Staaten mit US-Truppenpräsenz
Iran hat seine Drohnen- und Raketenangriffe in der Nähe von Städten in Golfstaaten damit begründet, dass die USA ihre Truppen in zivile Gebiete verlegt hätten. US-Streitkräfte hätten ihre Militärstützpunkte verlassen und seien in Hotels in den Städten untergekommen, sagt Außenminister Abbas Araghtschi iranischen Medien zufolge dem arabischen Sender Al-Dschasira. “Überall dort, wo sich amerikanische Streitkräfte sammelten oder ihre Einrichtungen waren, wurden sie ins Visier genommen”, sagte der iranische Chefdiplomat.
07:06 Uhr
Mann in Iran wegen Spionage für Israel hingerichtet
In Iran ist einem Medienbericht zufolge ein Mann wegen Spionage für Israel hingerichtet worden. Dem Mann sei nachgewiesen worden, dass er dem israelischen Geheimdienst Mossad Bilder und Informationen über smart Standorte in Iran geliefert habe, meldet die mit den Justizbehörden verbundene Nachrichtenagentur Misan. Iran hat in den vergangenen Jahren immer wieder Menschen hingerichtet, denen Verbindungen zum Mossad und die Unterstützung israelischer Geheimdiensteinsätze in der Islamischen Republik vorgeworfen wurden.
06:38 Uhr
Wegen Iran-Kriegs kaum Pilgertourismus in Israel zu Ostern
Die Pilgerstellen in Jerusalem stellen sich auf ein karges Osterfest ein. Wegen des Iran-Krieges rechnen die Heiligen Stätten kaum mit Besuchern zu den Feiertagen. Die Pilgerzentrale der Franziskaner am Jaffa-Tor in der Jerusalemer Altstadt habe in den ersten zwei Monaten des Jahres rund 1.700 Anfragen für Pilgergottesdienste erhalten; inzwischen seien alle storniert worden, sagte der für das Pilgerwesen zuständige Franziskaner-Kustos Francesco Ielpo der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Aufgrund der nach wie vor angespannten Sicherheitslage sei mit einer Rückkehr von Pilgergruppen und der Organisation von Besucherflügen nicht zu rechnen.
06:30 Uhr
Trump wütet gegen Deutschland und andere NATO-Länder
Schockierend” und “dumm”: Mit drastischen Worten hat US-Präsident Donald Trump am Dienstag gegen die NATO-Partner ausgeteilt. Er war sichtbar wütend, weil ihn zuvor die Europäer bei der Absicherung der Straße von Hormus gegen iranische Angriffe abblitzen ließen. “Ich denke, die NATO macht einen sehr dummen Fehler”, sagte Trump.
06:25 Uhr
US-Angriffe: SPD-Außenpolitiker fordern Klarheit in Völkerrechtsfrage
Außenpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion haben die Bundesregierung aufgefordert, eine völkerrechtliche Bewertung der Angriffe auf Iran und Venezuela vorzulegen. “In der einen wie in der anderen Sache fällt die rechtliche Bewertung eindeutig aus: Weder der US-Angriff auf Venezuela noch der Krieg gegen den Iran stehen im Einklang mit dem Völkerrecht”, sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, dem “Stern”. Mehr als zwei Wochen nach Kriegsbeginn in Iran hat die Bundesregierung noch nicht abschließend geprüft, ob die Angriffe der USA und Israels völkerrechtswidrig oder -konform sind.
05:44 Uhr
Bahnhof in Tel Aviv bei Raketenangriff beschädigt
In Bnei Berak östlich von Tel Aviv wurde dem Rettungsdienst zufolge ein Mann mit leichten Splitterverletzungen an der Hand ins Krankenhaus gebracht. Schäden aufgrund des iranischen Raketenangriffs wurden zudem am Bahnhof Savidor in Tel Aviv gemeldet. Der Zugverkehr an dem Bahnhof wurde vorübergehend eingestellt. Medienberichten zufolge musste die Feuerwehr wegen mehrerer Brände im Zentrum Israels ausrücken, nachdem dort Raketen eingeschlagen waren. Die meisten Geschosse konnte die Luftverteidigung nach Militärangaben abfangen.
05:08 Uhr
Saudi-Arabien lädt Außenminister zu Beratungen ein
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat Saudi-Arabien Außenminister arabischer und islamischer Staaten zu neuen Beratungen eingeladen. Bei dem Treffen heute Abend in der Hauptstadt Riad gehe es darum, sich gemeinsam um die Förderung von Sicherheit und Stabilität in der Region zu bemühen, teilte das Außenministerium mit. Einzelheiten zu den eingeladenen Staaten oder eine Gesamtzahl erwarteter Minister wurden nicht genannt.
04:53 Uhr
Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele im Südlibanon
Die israelische Luftwaffe greift nach eigenen Angaben erneut Ziele im Süden des Libanons an. Die Angriffe gelten der Infrastruktur der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah, wie das Militär mitteilte. Zuvor hatten die israelischen Streitkräfte Bürger in der südlibanesischen Stadt Tyros zur Flucht aufgefordert, nachdem laut Armeeangaben Raketen aus der Region auf Israel abgefeuert worden waren.
04:51 Uhr
Irans Außenminister: Globale Folgen des Krieges werden “alle treffen”
Die Folgen des Iran-Krieges werden nach den Worten des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi weltweit zu spüren sein. “Die Welle globaler Auswirkungen hat gerade erst begonnen und wird alle treffen, unabhängig von Wohlstand, Glauben oder Herkunft”, erklärte Araghtschi bei X. Er fügte seinem Beitrag die Rücktrittserklärung des Leiters des Nationalen Terrorabwehr-Zentrums der USA, Joe Kent, an. Immer mehr Stimmen, darunter europäische und US-Vertreter, würden den Krieg gegen den Iran als “ungerecht” bezeichnen, erklärte Araghtschi. “Weitere Mitglieder der internationalen Gemeinschaft sollten diesem Beispiel folgen”, forderte er.
04:46 Uhr
Iran feuert Mehrfachsprengkopf-Raketen auf Israel
Iran hat den Abschuss von Mehrfachsprengkopf-Raketen auf Israel eingeräumt. Es handelt sich dabei um Waffen, die darauf ausgelegt sind, maximalen Schaden zu verursachen und Israels Abwehrsysteme zu umgehen. In einer von den iranischen Staatsmedien verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarde hieß es, dass die Streitkräfte sowohl Mehrfachsprengkopf-Raketen vom Typ “Chorramschahr-4” als auch vom Typ “Ghadr” eingesetzt hätten. Der Angriff habe auf ein Gebiet in der Nähe von Tel Aviv abgezielt.
Die Revolutionsgarde bezeichnete den Angriff als Vergeltung für die Tötung des Generalsekretärs des nationalen Sicherheitsrats des Landes, Ali Laridschani, durch Israel. Von der Nachrichtenagentur AP gefilmtes Material zeigte den Abwurf der Streumunition von mindestens einer Rakete über Israel.
04:20 Uhr
IAEA erhält Meldung über Beschuss von AKW Buschehr
Auf dem Gelände des iranischen Atomkraftwerks Buschehr ist gestern ein Geschoss eingeschlagen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte in der Nacht mit, dass sie aus Teheran einen Bericht erhalten habe, wonach der Komplex bei einem Angriff getroffen worden sei. “Es wurden keine Schäden am Kraftwerk oder Verletzungen von Mitarbeitern gemeldet”, hieß es. Die vorsichtig formulierte Erklärung der IAEA battle die erste öffentliche Stellungnahme außerhalb von Iran oder Russland zu dem Vorfall am Dienstag.
Iran und Russland hatten zuvor mitgeteilt, dass ein Angriff in der Nähe des Atomkraftwerks am Persischen Golf erfolgt sei. Es habe weder eine Freisetzung von radioaktivem Material noch Verletzte gegeben. Buschehr liegt rund 750 Kilometer südlich der iranischen Hauptstadt Teheran und wird mit russischer Technik betrieben.
03:50 Uhr
Iranischer Flugkörper schlägt nahe australischer Basis in VAE ein
Ein iranischer Flugkörper ist nach Angaben des australischen Ministerpräsidenten Anthony Albanese nahe der Al-Minhad-Luftwaffenbasis seines Landes in den Vereinigten Arabischen Emiraten eingeschlagen. Alle australischen Soldaten seien in Sicherheit, sagt Albanese. Durch ein kleines Feuer nach dem Einschlag auf einer Zufahrtsstraße zur Basis seien ein Unterkunftsgebäude und eine medizinische Einrichtung leicht beschädigt worden.
03:47 Uhr
US-Botschaft in Bagdad offenbar erneut getroffen
Der US-Botschaftskomplex in der irakischen Hauptstadt Bagdad ist offenbar erneut ins Visier genommen worden. Das teilten zwei irakische Sicherheitsbeamte mit. Die Beamten erklärten, das C-RAM-Verteidigungssystem habe den Angriff, der das Botschaftsgelände traf, nicht abfangen können. Weitere Details lagen zunächst nicht vor.
US-Einrichtungen im Irak sind seit den US-israelischen Angriffen auf Iran häufig Ziel von Angriffen durch Iran oder vom Iran unterstützte irakische Milizen geworden. Bereits am frühen Dienstagmorgen wurde die US-Botschaft in Bagdad von vier Drohnen ins Visier genommen, wobei die Luftverteidigung die Geschosse abwehrte, wie zwei Sicherheitsbeamte mitteilten. Dennoch hätten Splitter die Botschaft getroffen.
03:40 Uhr
Israelische Armee ruft Menschen im Zentrum von Beirut zur Evakuierung auf
Die israelische Armee hat nun doch einen Evakuierungsaufruf veröffentlicht, für die Bewohner eines zentralen Viertels der libanesischen Hauptstadt Beirut, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee verbreitete demnach in Onlinediensten am Mittwoch eine “dringende Warnung an die Einwohner des Viertels Baschura”. Die israelische Armee werde dort in Kürze gegen eine Anlage der pro-iranischen Hisbollah-Miliz vorgehen. Adraee habe eine Karte des Viertels veröffentlicht, mit einem Gebäude, dem Anwohner “zu ihrer eigenen Sicherheit” auf eine Distanz von mindestens 300 Metern fernbleiben sollten.
03:15 Uhr
Sechs Tote nach Angriffen auf Beirut
Israelische Angriffe auf das Zentrum der libanesischen Hauptstadt Beirut haben mindestens sechs Menschen das Leben gekostet. 24 Menschen wurden zudem bei Angriffen auf Wohnhäuser in den Vierteln Basta und Sokak al-Blat verletzt, wie das libanesische Gesundheitsministerium mitteilte. Die ersten Angriffe in der Nacht erfolgten offenbar ohne Vorwarnung. Laut einem Fotografen der Deutschen Presse-Agentur wurde ein Hochhaus getroffen und komplett in Trümmer gelegt.
01:45 Uhr
Golfstaaten melden Drohnen- und Raketenangriffe
Mehrere Golfstaaten haben erneut Drohnen- und Raketenangriffe auf ihr Territorium gemeldet. Die Flugabwehr “reagiert auf die Bedrohungen durch Raketen und Drohnen aus dem Iran”, teilten die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate mit, während Journalisten der Nachrichtenagentur AFP von mehreren lauten Explosionen in der emiratischen Metropole Dubai berichteten.
Die Behörden in Saudi-Arabien und Kuwait meldeten ebenfalls Angriffe. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte, die Armee habe insgesamt sechs Drohnen im Osten des Landes zerstört. Die kuwaitische Armee teilte derweil im Onlinedienst X mit: “Die kuwaitische Luftabwehr fängt derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab.”
01:17 Uhr
Straße von Hormus: USA setzen bunkerbrechende Bomben ein
Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben eingesetzt, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus anzugreifen. Nach Angaben des Militärs zielte der Angriff auf Stellungen mit Marschflugkörpern ab, die gegen Schiffe eingesetzt werden sollten. Sie hätten eine Bedrohung für den Schiffsverkehr in der Meerenge dargestellt. Die bunkerbrechenden Bomben haben jeweils ein Gewicht von knapp 2,3 Tonnen.
06:02 Uhr
Drei Tote bei israelischen Angriffen im Libanon
Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind drei Menschen getötet worden. Eine weitere Person wurde bei dem Angriff im Bezirk Nabatijeh verletzt, wie das libanesische Gesundheitsministerium mitteilte. Rettungsteams beseitigten weiterhin Trümmer und suchten nach acht Vermissten, erklärte das Ministerium.
Seit der Wiederaufnahme des Konflikts zwischen der militant-islamistischen Hisbollah und Israel am 2. März haben israelische Angriffe nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums 912 Menschen im Libanon getötet, darunter mindestens 111 Kinder und 67 Frauen.
01:10 Uhr
Israelischer Angriff im Zentrum von Beirut
Die israelische Armee hat libanesischen Medien zufolge ohne Vorwarnung ein Viertel im Zentrum von Beirut angegriffen. Dort hatte sie vergangene Woche eine Filiale des Hisbollah-nahen Finanzunternehmens Al-Kard Al-Hassan attackiert, wie libanesische Medien am frühen Morgen berichteten. Die israelische Armee griff außerdem südliche Vororte der Hauptstadt des Libanon an.
Vor ihrem Angriff im Zentrum von Beirut in der vergangenen Woche hatte die israelische Armee einen Evakuierungsaufruf veröffentlicht. Das tat sie dieses Mal nicht. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP in Beirut hörte mehrere Explosionen.
00:36 Uhr
Rettungskräfte: Zwei Tote bei iranischem Raketenangriff nahe Tel Aviv
Bei einem iranischen Raketenangriff nahe Tel Aviv sind nach Angaben israelischer Rettungskräfte mindestens zwei Menschen getötet worden. Zwei Personen seien in den Trümmern eines stark beschädigten Gebäudes gefunden und noch vor Ort für tot erklärt worden, erklärte ein Vertreter des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom. Laut israelischer Polizei sind mehrere Raketen in Tel Aviv und umliegenden Gebieten eingeschlagen.
00:15 Uhr
VAE-Botschafter ruft Iran zu Stopp der Angriffe auf
Nach den Luftangriffen aus Iran setzen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) auf Deeskalation, pochen aber zugleich auf ihr Recht auf Selbstverteidigung. Mit den USA werde man weiter als Partner zusammenarbeiten, um eine weitere Eskalation in der Region zu verhindern, sagte der VAE-Botschafter in Deutschland, Ahmed Alattar, dem Handelsblatt. “Gleichzeitig behalten wir uns das volle Recht auf Selbstverteidigung nach internationalem Recht vor.”
06:02 Uhr
Der Liveblog vom Dienstag zum Nachlesen
Iran hat den Tod des iranischen Sicherheitschefs Laridschani bestätigt. Zuvor wurde bekanntgegeben, dass auch der Anführer der Basidsch-Milizen, Soleimani, bei einem Angriff getötet wurde.
https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-mittwoch-100.html