Krieg in Nahost: ++ Trump warnt Teheran – Iran nur „noch am Leben, um zu verhandeln“ ++ Liveticker | EUROtoday

US-Vize J.D. Vance reist mit einer Delegation zu Verhandlungen nach Pakistan – und warnt den Iran vor Tricksereien. Der iranische Parlamentspräsident nennt zwei Bedingungen. US-Präsident Trump richtet eine martialische Drohung an Teheran. Mehr im Liveticker.

Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden nahmen Israel und die Golfstaaten unter Beschuss und blockierten weitgehend die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft. Nun einigten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:

22:33 Uhr – Libanon bestätigt Verhandlungen mit Israel für kommenden Dienstag

Der Libanon hat am Freitag Verhandlungen mit Israel über eine Waffenruhe für kommenden Dienstag in Washington bestätigt. Dies hätten die Botschafter Libanons und Israels in Washington und der US-Botschafter im Libanon vereinbart, erklärte das Präsidialbüro in Beirut. Gegenstand dieses „ersten Treffens“ sei die mögliche „Bekanntgabe einer Waffenruhe“ und des „Beginns von Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel unter Federführung der USA“.

22:15 Uhr – Irans Delegation trifft zu Verhandlungen mit USA in Pakistan ein

Die iranische Delegation ist zu den Verhandlungen mit den USA in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars wird sie von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf angeführt. Zur Delegation gehören auch Außenminister Abbas Araghtschi, der Sekretär des Verteidigungsrates, Ali-Akbar Ahmadian, und der Gouverneur der Zentralbank, Abdol-Naser Hemmati.

Unter Vermittlung Pakistans sollen am Samstag Verhandlungen zur dauerhaften Beilegung des Iran‑Konflikts beginnen. Die US-Delegation wird von Vizepräsident JD Vance angeführt.

Der Iran hatte zuvor seine Teilnahme an ein Ende der israelischen Angriffe auf die mit Teheran verbundene Hisbollah-Miliz im Libanon geknüpft. Ghalibaf forderte außerdem eine Freigabe der eingefrorenen iranischen Vermögenswerte vor Beginn der Verhandlungen. Unklar ist, ob diese Forderungen erfüllt wurden oder ob es entsprechende Zusicherungen gibt.

20:35 Uhr – Pakistans Regierungschef wertet Gespräche als entscheidend für Nahost

Der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif bezeichnet die in Islamabad anstehenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran als entscheidend für einen dauerhaften Waffenstillstand im Nahost-Konflikt. Dies sagt er in einer Rede am späten Abend.

19:28 Uhr – Trump warnt: Iraner sind nur noch am Leben, um zu verhandeln

Vor den geplanten Verhandlungen in Pakistan richtet US-Präsident Trump eine martialische Drohung an Teheran. Die Iraner schienen nicht zu begreifen, dass sie „abgesehen von der kurzzeitigen Erpressung der Welt“ mit der Straße von Hormus keinerlei Druckmittel hätten, schrieb er auf der Plattform Truth Social. „Der einzige Grund, warum sie heute noch am Leben sind, ist, um zu verhandeln!“

Kurz zuvor hatte Trump bereits in einem anderen Post gehöhnt, dass die Iraner „im Umgang mit Fake-News-Medien und ‚Öffentlichkeitsarbeit‘ besser als im Kämpfen“ seien.

17:24 Uhr – Kuwait meldet iranischen Angriff

Kuwait meldet einen iranischen Angriff. Ziel seien mehrere Einrichtungen der Nationalgarde gewesen, teilt die Armee mit. Mehrere Militärangehörige seien verletzt worden. Außerdem sei erheblicher Sachschaden entstanden.

17:16 Uhr – Iranischer Parlamentspräsident pocht auf Voraussetzungen für Verhandlungen

Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf macht eine Waffenruhe im Libanon und die Freigabe blockierter iranischer Vermögenswerte zur Bedingung für den Beginn von Verhandlungen mit den USA. Diese beiden zuvor vereinbarten Maßnahmen müssten zunächst umgesetzt werden, ​teilt Ghalibaf auf X mit. Sie seien Teil der Zusagen zwischen den Parteien. Die Gespräche dürften erst beginnen, wenn diese erfüllt seien.

16:28 Uhr – Israels Armee: Mehr als 4300 Hisbollah-Stellungen seit Anfang März „zerstört“

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben mehr als 4300 Stellungen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon „zerstört“, seit sich der Iran-Krieg Anfang März auf das Land ausweitete. Zudem seien in dieser Zeit „mehr als 1400 Hisbollah-Terroristen eliminiert“ worden, teilte die israelische Armee am Freitag mit.

15:52 Uhr – Europäer fordern Teheran zu konstruktiven Verhandlungen mit den USA auf

Europäische Staaten rufen die Führung in Teheran auf, die ab Freitag im pakistanischen Islamabad geplanten Verhandlungen des Irans mit den USA konstruktiv anzugehen. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte im Onlinedienst X, er habe mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi gesprochen und ihn aufgefordert, die mit den USA vereinbarte Waffenruhe einzuhalten.

Ferner habe er in dem Gespräch von Teheran verlangt, sich „auf konstruktive Verhandlungen einzulassen sowie freie und sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen“, erklärte Wadephul. Bundeskanzler Merz (CDU) hatte zuvor die Wiederaufnahme der Gespräche der Bundesregierung mit dem Iran bekannt gegeben. Ziel sei es, damit einen Beitrag zum Erfolg der Verhandlungen über ein Ende des Iran-Krieges zu leisten.

Die Bundesregierung habe „seit der brutalen Niederschlagung der friedlichen Proteste Anfang des Jahres nicht mehr hochrangig mit dem Iran gesprochen“, sagte Vize-Regierungssprecher Sebastian Hille am Freitag in Berlin. Ein letztes Gespräch auf Ebene des Bundeskanzlers führte demnach Mitte 2024 der damalige Kanzler Olaf Scholz (SPD). Außenminister Johann Wadephul (CDU) warfare laut Hille zuletzt im September 2025 mit dem Iran in Kontakt.

15:20 Uhr – Vance warnt Iran vor Tricksereien bei Gesprächen in Islamabad

J.D. Vance warnt Teheran davor, bei Gesprächen über eine Beendigung des Iran-Krieges zu taktieren. Die Islamische Republik solle nicht versuchen, die USA auszutricksen, erklärte er vor seiner Abreise nach Pakistan.

„Wir freuen uns auf die Verhandlungen“, sagte der 41-Jährige. Er rechne mit einem positiven Verlauf, schränkte aber ein: „Wir werden sehen.“ Wenn die Iraner bereit seien, in gutem Glauben zu verhandeln, „sind wir selbstverständlich bereit, ihnen die Hand zu reichen“. Aber wenn die iranischen Unterhändler versuchten, die US-Seite auszutricksen, so würden sie feststellen, dass das Verhandlungsteam nicht sonderlich zugänglich sei.

15:14 Uhr – Vance auf dem Weg nach Pakistan

US-Vizepräsident J.D. Vance ist der „Bild“-Zeitung zufolge auf dem Weg nach Pakistan. Bilder zeigten Vance wie er aus einem Helikopter am Regierungsflughafen in Washington D.C. steigt. Schließlich soll er in den Regierungsflieger Air Force Two umgestiegen sein. Begleitet wird er auf seiner Reise in die pakistanische Hauptstadt Berichten zufolge vom US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, dem Schwiegersohn von Donald Trump.

15:09 Uhr – EU-Kommission begrüßt angekündigte Gespräche von Israel und Libanon

Die Europäische Kommission begrüßt die geplanten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon. „Wir blicken dem konkreten Beginn der Gespräche und deren Ergebnissen erwartungsvoll entgegen“, sagte ein Sprecher in Brüssel. Diplomatie sei der einzige Weg und alle Parteien müssten das humanitäre Völkerrecht ohne Einschränkungen einhalten. Zugleich forderte der Sprecher die sofortige Einstellung der Angriffe im Libanon.

15:03 Uhr – Wieder gegenseitige Angriffe zwischen Hisbollah und Israel

Die gegenseitigen Angriffe der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz geplanter direkter Gespräche zwischen Israel und dem Libanon an. Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete von israelischen Angriffen vor allem im Süden des Landes. Bei einem Angriff auf eine Autowaschanlage wurden demnach sechs Menschen getötet. Bei einem weiteren Angriff sei ein Mensch getötet worden.

Die Hisbollah feuerte im Laufe des Tages erneut Geschosse auf den Norden Israels. Dort wurde lokalen Medien zufolge in der arabischen Ortschaft Deir al-Asad am Nachmittag eine Schule beschädigt. Am Morgen warfare Berichten zufolge bereits ein Haus von einer Rakete der Miliz getroffen und beschädigt worden.

12:26 Uhr – Rund 125.000 zivile Einrichtungen im Iran beschädigt

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 125.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Darunter seien etwa 100.000 Wohnungen und mindestens 23.500 Geschäfte, sagte der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand, im iranischen Staatsfernsehen.

11:46 Uhr – Insider: Libanon plant Teilnahme an Gesprächen über Waffenruhe

Der Libanon will nach Angaben eines Insiders in der kommenden Woche an einem Treffen mit Vertretern der USA ​und Israels in Washington teilnehmen, um eine Waffenruhe zu besprechen und zu verkünden. Das genaue Datum stehe noch nicht fest, sagt ein hochrangiger libanesischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Die Position des Libanon sei, dass eine Waffenruhe die Voraussetzung ⁠für weitere Gespräche über ein umfassenderes Abkommen mit Israel bilde, erklärt er weiter.

11:28 Uhr – Freitagsgebet für getöteten Religionsführer Chamenei im Iran

In der iranischen Hauptstadt Teheran haben Anhänger des im Krieg getöteten Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei gedacht. Beim Freitagsgebet im Mausoleum von Revolutionsführer Ruhollah Chomeini (1902–1989) kamen dafür zahlreiche Menschen zusammen, wie Aufnahmen im Staatsfernsehen zeigten. Die Andacht leitete der erzkonservative Prediger Mohammed-Dschawad Hadsch Ali Akbari.

Die Trauerfeiern für Chamenei hatten bereits am Mittwoch begonnen und fallen mit dem Ende der vierzigtägigen Trauerzeit zusammen, die im schiitischen Islam Tradition hat. Unklar bleibt, wann Chamenei beerdigt wird.

10:05 Uhr – Einwohner berichten von Explosionen und Abwehrfeuer im Iran

Kurz vor den geplanten Friedensgesprächen zwischen Teheran und Washington ist es im Iran zu Explosionen gekommen. Das berichten Einwohner. Außerdem seien bis zum Morgen in der Gegend um die Hauptstadt Teheran und anderen Regionen wiederholt Geräusche zu hören gewesen, die offenbar von Flugabwehrkanonen stammten. Die iranische Regierung meldete während dieser Zeit keine Angriffe.

09:55 Uhr – Iran-Gespräche: Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte in Islamabad

Pakistan erhöht vor dem Beginn von Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran die Sicherheit in der Hauptstadt. Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte, darunter Soldaten, Polizisten und paramilitärische Einheiten wurden Behördenvertretern zufolge in Islamabad stationiert. Das Regierungsviertel und die diplomatische Zone wurden abgeriegelt.

08:12 Uhr – Starmer mit deutlicher Kritik an Trump

Der britische Premierminister Keir Starmer hat deutliche Kritik an Donald Trump geäußert. Im Podcast „Talking Politics“ des britischen TV-Senders ITV sagte er: „Ich habe es satt, dass wegen der Handlungen von Putin oder Trump Familien im ganzen Land ihre Rechnungen für Energie steigen und fallen sehen und dass auch die Rechnungen von Unternehmen bei Energie steigen und fallen.“

Dass Trump in dieser Woche angedroht hatte, die „Zivilisation“ im Iran zu zerstören, falls das Land nicht die Straße von Hormus öffne, kritisierte Starmer nur vorsichtig. Es sei „nicht die Sprache, die ich nutzen würde“, erklärte er.

06:12 Uhr – Australien schließt offensive militärische Rolle im Iran-Krieg aus

Australien will im Iran-Krieg keine offensive militärische Rolle einnehmen. Australiens Vize-Premier Richard Marles lehnte Forderungen des früheren Regierungschefs Tony Abbott ab, der darauf gedrängt hatte, dass sich die australische Luftwaffe maßgeblich am Iran-Krieg beteiligen solle. Abbott schrieb am Freitag in einem Meinungsbeitrag, Australien hätte den US-Luftstreitkräften Unterstützung anbieten sollen, etwa durch den Einsatz australischer Kampfflugzeuge.

Marles, der auch Verteidigungsminister ist und den im Ausland befindlichen Premierminister Anthony Albanese vertritt, sagte, Australien habe ein Aufklärungsflugzeug in die Vereinigten Arabischen Emirate entsandt, sei aber „nicht Teil dieses Konflikts gegen den Iran“. Man werde im nationalen Interesse handeln und sei anderer Ansicht als Abbott, sagte Marles dem australischen Rundfunk ABC.

04:12 Uhr – Ölproduktion in Saudi-Arabien sinkt nach Angriffen um 600.000 Barrel

Nach jüngsten Angriffen auf Produktionsstätten, Raffinerien und Pipelines ist Saudi-Arabiens Produktionskapazität für Erdöl um rund 600.000 Barrel (je 159 Liter) professional Tag gefallen. Zudem sei die Kapazität der wichtigen Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der Straße von Hormus Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, um 700.000 Barrel professional Tag zurückgegangen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium.

Der Grund sei ein Angriff auf eine Pumpstation der Pipeline. Durch die rund 1200 Kilometer lange Röhre können im Normalfall Medienberichten zufolge etwa 5 bis 7 Millionen Barrel professional Tag fließen. Mit einer täglichen Fördermenge von rund zehn Millionen Barrel professional Tag ist Saudi-Arabien nach den USA der zweitgrößte Ölproduzent der Welt.

03:30 Uhr – Militär: Hisbollah feuert Rakete auf Israel ab – Sirenen in Tel Aviv

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat nach israelischen Angaben am frühen Freitagmorgen eine Rakete auf Israel ​abgefeuert und damit in Teilen des Landes Luftalarm ausgelöst. Davon sei auch ⁠Tel Aviv betroffen gewesen. Das Geschoss ist laut Berichten der Zeitung „Times of Israel“ aber abgefangen worden. Die Hisbollah teilte mit, sie habe am späten Donnerstagabend militärische Infrastruktur in der nordisraelischen Stadt Haifa ins Visier genommen. Ob es sich dabei um ⁠denselben Angriff ​handelte, blieb ‌zunächst unklar. Das israelische Militär erklärte, es habe am Abend rund zehn Abschussrampen der Hisbollah angegriffen, von denen aus Raketen auf den Norden Israels abgefeuert worden seien.

dpa/AFP/AP/Reuters/ceb/saha

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