Krieg in Nahost: ++ Trump verkündet Verlängerung der Waffenruhe im Libanon ++ Liveticker | EUROtoday

Die fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah stand kurz vor dem Ende. Nun kündigt Trump eine Verlängerung an – ob die Miliz mitzieht, bleibt offen. Der US-Präsident ließ weiter verlauten, dass die USA keine Eile haben, den Krieg zu beenden – im Gegensatz zum Iran. Mehr im Liveticker.

Am 28. Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei. Am Mittwoch läuft eine vereinbarte Waffenruhe aus. Die Blockade der Straße von Hormus wurde wieder aufgenommen.

Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:

02:35 Uhr – Trump: Iran muss Finanzierung der Hisbollah beenden

Nach Ansicht von US-Präsident Trump muss der Iran seine finanzielle Unterstützung für die Hisbollah-Miliz beenden. Der Präsident bekräftigte, dass die USA weiterhin verlangen, dass Iran seine Unterstützung für Stellvertretergruppen im Nahen Osten, darunter die Hisbollah im Libanon, einstellt – als Teil eines möglichen Abkommens zwischen Washington und Teheran zur Beendigung des US-Kriegs gegen Iran. „Ja, das werden sie einstellen müssen“, sagte Trump auf die Frage eines Journalisten zur Unterstützung der Miliz. „Das ist zwingend.“

02:26 Uhr – Israel greift Raketenabschussrampe der Hisbollah im Libanon an

Das israelische Militär hat eigenen Angaben zufolge eine Raketenabschussrampe der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Am Donnerstag habe die Hisbollah von dort aus Raketen auf Israel abgefeuert, die von der Luftabwehr abgefangen worden seien. Die Hisbollah bekannte sich zu dem Angriff.

Die Mitteilung der israelischen Armee über den Angriff erfolgte kurz nachdem Donald Trump erklärt hatte, die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon sei um drei Wochen verlängert worden.

00:53 Uhr – US-Präsident Trump schließt Atomwaffen-Einsatz aus

US-Präsident Trump hat den Einsatz einer Atomwaffe gegen den Iran ausgeschlossen. „Nein, ich würde sie nicht einsetzen“, sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus. „Warum sollte ich eine Atomwaffe einsetzen, wenn wir sie auf ganz konventionelle Weise auch ohne dezimiert haben?“, fügte Trump hinzu. „Eine Atombombe sollte niemals von irgendjemandem eingesetzt werden dürfen“, stellte der US-Präsident klar.

Trump hatte am 7. April mit einer drastischen Drohung gegen den Iran für große Empörung gesorgt: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und niemals wieder zum Leben erweckt werden“, warnte Trump. Vizepräsident J.D. Vance wiederum sagte, die USA hätten im Konflikt mit dem Iran „Werkzeuge im Kasten, deren Einsatz wir bisher noch nicht beschlossen haben.“ Das Weiße Haus bestritt daraufhin, dass Vance dem Iran mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht habe.

00:46 – Trump verkündet Verlängerung der Waffenruhe im Libanon

Die aktuell geltende Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll nach Angaben von US-Präsident Trump um drei Wochen verlängert werden. Das teilte er nach einem Treffen von Vertretern der verfeindeten Nachbarländer Israel und Libanon im Weißen Haus auf seiner Plattform Truth Social mit. Die derzeit geltende, zehntägige Waffenruhe wäre ohne eine Verlängerung am späten Sonntagabend ausgelaufen.

Die Hisbollah äußerte sich zunächst nicht. Sie hatte nach Verkündung der ersten Waffenruhe offen gelassen, ob sie sich daran halten werde.

00:11 Uhr – Iran weist Trumps Behauptungen über Streit in der Regierung zurück

Der Iran hat Behauptungen von US-Präsident Trump über einen Führungsstreit zurückgewiesen. „Im Iran gibt es keine „Hardliner“ oder „Moderaten“. Wir sind alle Iraner und Revolutionäre“, schrieben Irans Präsident, Massud Peseschkian, und der Parlamentspräsident, Mohammed Bagher Ghalibaf, in nahezu wortgleichen Stellungnahmen in den sozialen Medien. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums bezeichnete die Behauptung des US-Präsidenten, es gebe einen Machtkampf in der Führung des Landes, als „Ablenkungsmanöver“. Auch andere iranische Vertreter erklärten in sozialen Medien, das Land sei geeint.

Stunden zuvor hatte Trump gesagt, der Iran habe derzeit Schwierigkeiten, „herauszufinden, wer ihr Anführer ist! Sie wissen es einfach nicht!“.

Donnerstag, 23. April

23:22 Uhr – Hisbollah: Endet Waffenruhe, wird Krieg weitergeführt

Die Hisbollah-Miliz spricht Vertretern der libanesischen Regierung das Recht ab, mit Israel Verhandlungen über ein Ende der Kämpfe zu führen. „Die libanesischen Behörden treten in Verhandlungen, ohne irgendein Druckmittel zu haben“, sagte der hochrangige Hisbollah-Funktionär Mahmud Komati lokalen Fernsehsendern. Direkte Verhandlungen bedeuteten die Anerkennung eines Feindes, „der unsere Menschen tötet“. Das Ziel Israels bestehe darin, der Hisbollah die Waffen zu nehmen.

„Wir haben beschlossen, nicht wieder in eine Situation zurückzukehren, in der wir angegriffen werden, ohne zu reagieren“, sagte Komati, Mitglied des Politbüros der Hisbollah, weiter. Unabhängig vom Ergebnis der Verhandlungen werde man eine weitere „Besatzung“ Israels im Südlibanon nicht akzeptieren. „Endet die Waffenruhe, wird der Krieg ohne zeitliche Begrenzung weitergeführt.“

22:47 Uhr – Papst: US-Angriffe haben viele Unschuldige im Iran getötet

Papst Leo XIV. hat sich erneut kritisch zum militärischen Vorgehen der Regierung Trump im Nahen Osten geäußert. Beim Rückflug von einer elftägigen Afrika-Reise nach Rom kritisierte er vor Journalisten den Ansatz der USA im Konflikt mit dem Iran: „Wenn wir bestimmte Situationen sehen, antworten wir gleich mit dem Einsatz von Gewalt, Krieg und Angriff. Dann haben wir gesehen, dass viele Unschuldige getötet wurden.“

21:57 Uhr – Trump: Habe anders als Teheran beim Iran-Krieg „alle Zeit der Welt“

Die USA haben nach den Worten von Präsident Trump keine Eile, den Iran-Krieg zu beenden – im Gegensatz zu Teheran. „Ich habe alle Zeit der Welt“, erklärte Trump am Donnerstag in Onlinediensten. Teheran habe diese Zeit dagegen „nicht“. Nach den ersten Explosionen in Teheran seit Inkrafttreten einer Waffenruhe erklärten israelische Sicherheitskreise, dass Israel den Iran derzeit nicht angreife. Die USA verlegten unterdessen einen dritten Flugzeugträger in die Region.

Hinsichtlich eines Kriegsendes sieht Trump die Islamische Republik derzeit viel stärker unter Druck als die USA. „Die Uhr tickt“, warnte er am Donnerstag. Trump verwies bei seinen Äußerungen unter anderem darauf, dass das iranische Militär zerstört worden sei. „Ihre Führer weilen nicht mehr unter uns; die Blockade ist lückenlos und stark, und von dort aus wird es nur noch schlimmer“, erklärte er.

Über eine mögliche Vereinbarung mit dem Iran sagte Trump, es werde „erst dann ein Abkommen geben, wenn es sinnvoll und intestine für die Vereinigten Staaten, unsere Verbündeten und tatsächlich den Rest der Welt ist“.

21:18 Uhr – Trump empfängt Teilnehmer zu Israel-Libanon-Gesprächen

Trump wird nach Angaben aus Regierungskreisen die Diplomaten Israels und des Libanons zu deren Verhandlungen im Weißen Haus empfangen. Das Treffen sei vom US-Außenministerium zum Präsidentensitz verlagert worden, sagte eine Gewährsperson am Donnerstag vor den Gesprächen, die um 22 Uhr MESZ beginnen sollten. Dadurch solle es Trump ermöglicht werden, teilzunehmen, hieß es.

21:10 Uhr – Iranische Agentur: Drohnen waren Grund für Aktivierung der Luftabwehr

Die iranische Agentur Fars zitiert einen ihrer Reporter mit den Worten, die zuvor am Abend erfolgte Aktivierung der Luftabwehr sei darauf zurückzuführen gewesen, dass ​an verschiedenen Orten im Iran kleine Drohnen am Himmel entdeckt worden seien.

20:57 Uhr – US-Militär: Dritter Flugzeugträger der USA in Nahost-Region eingetroffen

Fast zwei Monate nach Beginn des Iran-Kriegs haben die USA einen dritten Flugzeugträger in die Region verlegt. Die „USS George H.W. Bush“ habe im Indischen Ozean den Verantwortungsbereich des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos Centcom erreicht, teilt Centcom im Onlinedienst X mit und veröffentlicht ein Foto des Flugzeugträgers mit zahlreichen Kampfflugzeugen an Deck. Zuvor hatten die USA bereits die Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ und „USS Abraham Lincoln“ in die Region verlegt.

20:28 Uhr – Israel erklärt: „Greifen Iran im Moment nicht an“

Nach den Explosionen in Teheran haben israelische Sicherheitskreise erklärt, dass Israel den Iran derzeit nicht angreife. „Israel greift den Iran im Moment nicht an“, hieß es am Abend aus Sicherheitskreisen. Zuvor hatten iranische Medien berichtet, dass in der Hauptstadt Explosionen zu hören gewesen und das Luftabwehrsystem aktiviert worden seien.

20:20 Uhr – Verteidigungsminister: Israel bereit für Wiederaufnahme des Iran-Kriegs

Israel ist laut Verteidigungsminister Israel Katz „bereit, den Krieg gegen den Iran wieder aufzunehmen“. Israel warte auf grünes Licht aus den USA, sagte er nach Angaben seines Büros vom Abend bei einer Lagebeurteilung. Die Ziele seien bereits festgelegt. Es gehe vor allem darum, „die Chamenei-Dynastie“ endgültig zu zerschlagen, wichtige Energie- und Stromanlagen sowie die nationale wirtschaftliche Infrastruktur zu zerstören. Katz sprach davon, den Iran „in die Steinzeit“ zurückzuversetzen.

20:03 Uhr – Iranische Medien: Explosionen in Teheran – Luftabwehrsystem aktiviert

Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe mit den USA sind in Teilen der iranischen Hauptstadt Teheran Medienberichten zufolge Explosionen zu hören gewesen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete zudem, dass im Westen Teherans „das Geräusch von Luftabwehrfeuer“ zu hören gewesen sei. Die Nachrichtenagentur Mehr meldete, das Abwehrsystem sei in mehreren Teilen der Hauptstadt gegen „feindliche Ziele“ aktiviert worden.

19:59 Uhr – Gesundheitsministerium: Drei Tote bei israelischem Angriff im Süden des Libanon

Bei einem israelischen Angriff im Süden des Libanon trotz der geltenden Waffenruhe sind nach libanesischen Angaben drei Menschen getötet worden. Wie das Gesundheitsministerium in Beirut mitteilte, wurde bei dem Angriff eine Straße in der Region Nabatäa getroffen, die mehr als 30 Kilometer nördlich der Grenze zu Israel liegt. Bei einem weiterem Angriff in Jater, intestine vier Kilometer nördlich der Grenze, wurden demnach zwei Menschen verletzt, darunter ein Kind.

19:11 Uhr – Bericht: Irans oberster Führer Chamenei schwer verletzt – aber „klar im Kopf“

Der neue oberste iranische Führer Modschtaba Chamenei ist laut einem US-Medienbericht schwer verletzt, geistig aber klar. Die „New York Times“ (NYT) berichtet unter Berufung auf ungenannte iranische Regierungsvertreter, Chamenei habe aufgrund der Verletzungen, die er bei einem US-israelischen Angriff Ende Februar erlitten habe, die Entscheidungsgewalt „zumindest für den Augenblick“ in die Hände von Generälen der Revolutionsgarden gelegt.

Bei dem Angriff auf Teheran zu Beginn des Irankriegs am 28. Februar conflict sein Vater Ali Chamenei getötet worden, der damals noch das Amt des obersten Führers innehatte. Modschtaba Chamenei wurde kurz danach zum obersten Führer ernannt, ist seither aber nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten.

Laut NYT ist Chamenei bei dem Angriff zwar „schwer verwundet“ worden, aber „klar im Kopf und präsent“. „Ein Bein wurde drei Mal operiert und er wartet auf eine Prothese. Er hatte eine Operation an einer Hand und erlangt langsam wieder Kontrolle über sie. Sein Gesicht und seine Lippen wurden schwer verbrannt, was es schwierig für ihn macht zu sprechen“, zitierte das Blatt die iranischen Regierungsvertreter. Langfristig werde Chamenei eine plastische Operation benötigen.

Der Zugang zum obersten Führer ist aus Sicherheitsgründen extrem begrenzt. Den Angaben zufolge lebt er versteckt und kommuniziert nur über handgeschriebene Nachrichten. Er bekommt demnach keinen Besuch von den Befehlshabern der Revolutionsgarden, Irans Präsident Massud Peseschkian soll jedoch als ausgebildeter Herzchirurg an Chameneis Behandlung beteiligt sein.

18:15 Uhr – Italienische Blauhelmsoldaten ersetzen beschädigte Jesus-Statue im Libanon

Italienische Blauhelmsoldaten haben eine von israelischen Soldaten beschädigte Jesus-Statue im Libanon ersetzt. Wie die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni mitteilte, hatte das italienische Kontingent der UN-Mission Unifil die Idee, „dem libanesischen Dorf Debl ein neues Kruzifix zu spenden“. Die Errichtung der neuen Statue sei „eine kraftvolle Botschaft der Hoffnung, des Dialogs und des Friedens“.

Die Statue eines gekreuzigten Jesus hatte im vorwiegend von Christen bewohnten Dorf Debl im Südlibanon nahe der Grenze zu Israel gestanden. Ein Foto eines israelischen Soldaten, der mit einem großen Hammer auf den Kopf der Jesus-Statue einschlägt, die offenbar schon zuvor von ihrem Kreuz geholt worden conflict, sorgte diese Woche worldwide für Empörung

AP/AFP/Reuters/dpa/ceb/krö/doli/sebe/jmr/säd/saha

https://www.welt.de/politik/ausland/article69e43d97064e04c985e98958/krieg-in-nahost-trump-verkuendet-verlaengerung-der-waffenruhe-im-libanon-liveticker.html