Wal „Timmy“ in Ostsee: ++ Wellengang hat nachgelassen – Buckelwal-Konvoi steuert wieder Richtung Nordsee ++ | EUROtoday

Kurz vor Dänemark musste der Lastkahn mit dem Buckelwal zunächst stoppen – wegen hohem Wellengang wurde die Rettungsaktion zeitweilig unterbrochen. Am Samstagmorgen befindet sich der Konvoi jedoch wieder auf Kurs. Mehr im Liveticker.

Der mehrtägige Rettungstransport für den vor Poel gestrandeten Buckelwal läuft. Eine personal Initiative bringt das Tier in einer gefluteten Barge Richtung Nordsee, wo es freigelassen werden soll. Begleitet wird die Mission inzwischen von Debatten über die Überlebenschancen des geschwächten Wals und mögliche Alternativen zur Freilassung.

Alle Entwicklungen zur Wal-Rettung im Liveticker:

04:12 Uhr – Buckelwal-Konvoi weiterhin auf Kurs

Der Schiffskonvoi ist am frühen Samstagmorgen auf Kurs in der Nordsee. Der Schlepper, die sogenannte Barge mit dem Wal sowie das Begleitschiff fuhren weiterhin nördlich der nördlichsten Spitze Dänemarks in Richtung Norwegen, wie beim Schiffs-Ortungsdienst „Vesselfinder“ zu beobachten conflict.

Die Freisetzung des Wals sollte an einem öffentlich nicht bekannten Ort in der Nordsee erfolgen. Zum Einbruch der Dunkelheit am Freitagabend befand sich das Tier noch in der Barge – einem Lastkahn ohne eigenen Antrieb, der von dem Schlepper gezogen wird.

Freitag, 1. Mai

16:17 Uhr – Buckelwal-Konvoi steuert wieder Richtung Nordsee

Der Schiffskonvoi mit dem Buckelwal nähert sich wieder dem Übergang zur Nordsee. Der Schlepper, die Barge mit dem Wal und das Begleitschiff fuhren am Nachmittag stetig Richtung Norden, wie beim Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder zu beobachten conflict. Die Freisetzung des Wals erfolgt deshalb womöglich doch, wie ursprünglich geplant, in der Nordsee.

Am nördlichsten Punkt Dänemarks, nahe der Stadt Skagen, fließen Kattegat und Skagerrak zusammen, weshalb auch vom Eingang zur Nordsee gesprochen wird. Diesen Punkt hatte der Konvoi am Freitagmorgen quick erreicht, musste wegen des hohen Wellengangs zunächst aber abdrehen und conflict wieder Richtung Süden gefahren. Das Absperrnetz an der Barge wurde bereits entfernt, freigesetzt wurde der Wal jedoch bislang nicht.

12:56 Uhr – Hoffnung auf Freisetzung wegen Wellen

Dem auf einer Barge vor der dänischen Küste ausharrenden Buckelwal könnte demnächst das Freisetzen bevorstehen. In den späten Nachmittagsstunden werde der Wal möglicherweise entlassen, sagte Jens Schwarck, Mitglied der privaten Initiative und beim Transport mit dabei, der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist aber noch in Abstimmung.“ Aktuell werde versucht, den Sender am Tier anzubringen. „Es wird außerdem vorbereitet, dass das Netz relativ schnell entfernt werden kann für den Fall, dass der Wal aus der Barge entlassen werden muss, weil er sich nicht wohlfühlt oder weil es zu gefährlich für ihn ist.“

10:12 Uhr – Lastkahn erreicht quick Nordsee

Der Lastkahn mit dem mehrfach an deutschen Küsten gestrandeten Buckelwal hat am Morgen nach tagelanger Reise quick die Nordsee erreicht. Etwa 11 Seemeilen (rund 20 Kilometer) vom nördlichsten Punkt Dänemarks entfernt drehte das Schiff dann aber zunächst ab, wie beim Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder zu beobachten conflict. Grund seien die schwierigen Wetterbedingungen, sagte Martin Bocklage, Kapitän des Begleitschiffs „Robin Hood“, dem Sender NDR.

Am nördlichsten Punkt Dänemarks, nahe der Stadt Skagen, fließen Kattegat und Skagerrak zusammen, weshalb auch vom Eingang zur Nordsee gesprochen wird.

Nach Angaben von Teammitgliedern der privaten Initiative für den Transport wird am Vormittag beraten, wie es weitergehen soll. Zu den Möglichkeiten zählt demnach, an ruhigerer Stelle auf besseres Wetter zu warten – oder aber, den Wal direkt an Ort und Stelle und doch nicht erst in der Nordsee freizusetzen. Bei dem hohen Wellengang sei das Verletzungsrisiko für den Wal in der sogenannten Barge groß, hieß es.

05:32 Uhr – OMR-Gründer: Wal ist aus Marketingsicht unterschätzt worden

Der Hamburger Digitalmarketing-Experte Philipp Westermeyer findet, dass der mehrfach vor der Ostseeküste gestrandete Buckelwal durchaus Potenzial für gute Werbekampagnen geboten hätte – das aber kaum einer für kluge oder witzige PR-Aktionen genutzt hat. „Aus Marketingsicht ist der Wal unterschätzt worden“, sagte der Gründer des Digital- und Marketingunternehmens OMR der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Normalerweise würden bestimmte Mobilitätsfirmen schnell mit witzigen Kampagnen reagieren. Diesmal aber nicht.

In den vergangenen Jahren sei quick schon eine Art eigene Marketing-Disziplin entstanden, bei der Firmen versuchen, auf tagesaktuelles Geschehen mit einer eigenen Botschaft und Marke aufzuspringen. „Und das ist beim Wal erstaunlich wenig passiert. Ich glaube, alle haben unterschätzt, wie langlebig das Thema sein wird. Und was für eine Aufmerksamkeit es in der Breite am Ende bekommen hat.“

Außer mit Blick auf die vielen Statements von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) habe er vergleichsweise wenige anknüpfende Memes oder Kampagnen gesehen. „Da hätte ich mir noch viel mehr erwartet, weil das Thema ja so absurd ist.“

Donnerstag, 30. April 2026

18:20 Uhr – Wal wird zur Marke

Offenbar wittern einige Menschen rund um den Buckelwal ein Geschäft. „Im Register des Deutschen Patent- und Markenamts in München sind momentan sechs aktuelle Anmeldungen mit dem Markenbestandteil ‚Timmy‘ recherchierbar“, erklärt eine Sprecherin des Amtes gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Die sechs Marken seien von drei verschiedenen Leuten beantragt worden. Sie beanspruchten Schutz für verschiedenste Waren und Dienstleistungen. „Bei den Markenanmeldungen handelt es sich um ,Timmy der Wal‘, ‚Timmy the Whale‘, ‚Baltic Timmy‘, ‚TIMMY 53.98N-11.46E‘, ‚TIMMY der Wal‘ und noch einmal ‚TIMMY der Wal‘“ erklärt die Amtssprecherin.

16:10 Uhr – Schlepper weiter auf Kurs

Der Plattform „Vesselfinder“ zufolge ist die Flotte der privaten Rettungsaktion mittlerweile auf Höhe der dänischen Ortschaft Hadsund angekommen.

15:51 Uhr – Experten warnen erneut

Experten des Deutschen Meeresmuseums warnen erneut eindringlich vor einem Abladen des vor Wismar aus flachem Wasser geborgenen Buckelwals im offenen Meer. Dies berge die Gefahr, dass der Meeressäuger ertrinke, teilt das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund mit. „Es ist sehr geschwächt und findet im offenen Meer keine Möglichkeit, sich abzulegen.“ Von einer Rettung des Wales könne erst dann gesprochen werden, wenn er sich selbstständig und dauerhaft auf seiner gewöhnlichen Route im Nordatlantik bewege, selbstständig fresse und sein Gesundheitszustand besser werde, heißt es weiter.

12:20 Uhr – „Er singt melodischer und kraftvoller“

Gute Nachrichten: Laut Karin Walter-Mommert, die die Rettungsaktion mitfinanziert, merkt der Wal, dass er sich auf dem Weg in heimatliche Gewässer befindet. „Er singt melodischer und kraftvoller. Insgesamt ist er lebhafter, schwebt und floatet in seinem Schwimmbad“, sagt die Millionärin zu „Bild“.

11:38 Uhr – Schlepper passieren Grenaa

Die Flotte der privaten Rettungsaktion hat die dänische Hafenstadt Grenaa passiert. Bis ins salzige Kattegat ist es somit nicht mehr weit. Die Haut des Buckelwals kann sich damit immer besser regenerieren.

10:52 Uhr – „Das Schiff soll bereits morgen Abend den Zielbereich erreichen“

„Das Schiff ist intestine im Zeitplan unterwegs und soll bereits morgen Abend den Zielbereich erreichen“, sagt Experte Gerrit Schröder im Interview mit WELT TV. Wo genau dieser ist, werde aus Angst vor Waltourismus nicht erklärt. Er sei aber im Kontakt mit der Crew vor Ort. Feste stehe bereits der Ablauf der Freilassung: Die Barge soll langsam abgesenkt werden, damit Salzwasser und Wellen hineinkommen. So soll der Wal rauskommen. Ob das funktioniert, weiß Schröder selbst nicht und gibt zu bedenken: „Der Wal hat drei Wochen auf einer Sandbank gelegen.“ Es sei unsicher, ob er einfach losschwimmen könne. Er hofft, dass das Tier nicht einfach untergeht.

09:49 Uhr – Immer mehr Schiffe begleiten Wal

Der Verband an Schiffen, die den Buckewal zurück in die Freiheit begleiten, ist größer geworden. Auf der Karte des Schiffsortungsdienstes „VesselFinder“ ist zu sehen, dass auch die „Arne Tiselius“ hinzugestoßen ist. Das 31 Meter lange und sieben Meter breite Fischereiforschungsschiff fährt wie die „Fortuna B“ unter dänischer Flagge.

09:00 Uhr – „Geräusche, die ich so von Buckelwalen noch nie gehört habe“

„Ich habe Geräusche gehört (…), Leute bezeichnen sie als Gesang. Das ist kein Gesang, sondern das sind Geräusche, die ich so von Buckelwalen noch nie gehört habe“, sagt Walforscher Jan-Olaf Meynecke bei WELT TV. Er arbeitet seit 20 Jahren mit Buckelwalen und führt an: „Es klingt eher leidensvoll oder schwierig für das Tier.“ Es sei ein Experiment, wie der Wal auf die Freilassung in der Nordsee reagieren wird. „Ich hoffe, dass er bereit ist, einfach wegzuschwimmen und sich dann wieder orientieren kann.“ Meynecke ist wegen des Gesundheitszustandes besorgt: „Wir wissen nicht, ob er nicht irgendwelche innerlichen Schäden hat. Soweit ist er ja noch relativ match.“

08:20 Uhr – „Ein Ticket in den Rachen der Orcas“, mahnt Tierärztin Dörnath

Der Wal sei stark geschwächt, gibt die auf Wildtiere spezialisierte Tierärztin Kerstin Alexandra Dörnath zu bedenken. Sie hält die laufende Rettungsaktion weiterhin für falsch, sagt sie bei „MDR aktuell“. „Dass der sich hat Gurte anlegen lassen, an denen der auch noch gezogen wurde, beweist, dass der schon hochgradig angeschlagen ist“, mahnt Dörnath. Sie spricht von „Aktionismus statt Fachverstand“. Auch die geplante Aussetzung in der Nordsee bewertet sie kritisch. „Das ist im Nordatlantik ein Ticket in den Rachen der Orcas. Wenn er in der Nordsee landet, dann wird er vielleicht einfach von selbst untergehen wie ein Stein und ertrinken.“ Wale orientierten sich am Schall. Der Transport per Schiff sei daher eine weitere Stressbelastung für den Meeressäuger.

08:09 Uhr – Wale sollten „nicht durch menschliches Eingreifen gerettet werden, sagt Dänemark

Nach Plänen der privaten Initiative, die für die Bergung verantwortlich ist, soll der Wal in einer mehrtägigen Aktion um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak in die Nordsee gebracht und dann dort ausgesetzt werden.

Das dänische Umweltministerium teilt der Deutschen Presse-Agentur mit, dass man gestrandete Meeressäugetiere in Dänemark prinzipiell nicht rette. Strandungen seien demnach „ein natürlich vorkommendes Phänomen“ und Wale sollten generell „nicht durch menschliches Eingreifen gerettet oder gestört“ werden. Zu dem konkreten Fall des an der Ostseeküste gestrandeten Buckelwals äußert sich das Ministerium nicht.

07:17 Uhr – Walforscher sieht „Geldverschwendung“

Der Meeresbiologe Peter T. Madsen kritisiert die Rettungsaktion scharf. In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte der Walforscher, das Tier werde – auch wenn es die Lastkahn-Fahrt überleben sollte, – „bald wieder stranden und dann verenden“.

Madsen bezeichnete den Plan, den Wal mit Gurten zu ziehen, als „unglaublich schlechte Idee“. Die Wirbelsäule des Tieres sei dafür nicht ausgelegt. Das Tier sei gestrandet, um nicht zu ertrinken. „Es hat einen Ort zum Ausruhen gesucht, wo es atmen kann, ohne schwimmen zu müssen“, sagte Madsen. Der Forscher geht deshalb davon aus, dass der Buckelwal im offenen Meer nicht überleben würde. Die Rettungsaktion nannte er „Tierquälerei und Geldverschwendung“.

06:30 Uhr – Schlepper jetzt Richtung Westküste Schwedens unterwegs

Das Transportschiff ist weiter in Richtung Nordsee unterwegs. Am frühen Morgen fuhr der Schlepperverband laut „Vesselfinder“ vor der dänischen Küste in Richtung der Westküste Schwedens. Laut dem Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder conflict das Schiff gegen 04.45 Uhr etwa 3 Seemeilen (rund 5,5 Kilometer) südwestlich der dänischen Insel Sejero unterwegs. Auf dem Weg nach Skagerrak hat der Schleppverband bereits die Hälfte des Weges hinter sich gelegt.

Mittwoch, 30. April

16:21 Uhr – Schleppverband erreicht dänische Gewässer vor Langeland

Der Schleppverband mit dem Buckelwal hat nach Daten von Vesselfinder.com dänische Gewässer vor der Insel Langeland erreicht. Die „Fortuna B“ zieht die Barge derzeit mit rund 4,8 Knoten (etwa neun Kilometer professional Stunde) nordostwärts Richtung Nordsee.

14:34 Uhr – Meeresmuseum warnt vor Gefahr des Ertrinkens für Buckelwal

Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund warnt vor Risiken einer Freilassung im offenen Meer. Das Abladen des geschwächten Tieres berge die Gefahr, dass es ertrinke, erklärten Experten. Von einer Rettung könne erst gesprochen werden, wenn sich der Wal nach der Freilassung dauerhaft selbstständig bewege und Nahrung aufnehme.

13:39 Uhr – Buckelwal erhält GPS-Sender für Auswilderung

Der Buckelwal wird nach Angaben der privat finanzierten Initiative derzeit in der Transport-Barge mit einem GPS-Sender ausgestattet, um ihn nach einer geplanten Freilassung verfolgen zu können. Die Ortungsdaten sollen nur den Initiatoren und dem Umweltministerium zugänglich sein. „Wir wollen keinen Waltourismus generieren“, sagte Rechtsanwältin Constanze von der Meden auf Poel. Der Sender sei eigens aus den USA eingeflogen worden und werde in diesen Stunden angebracht.

08:03 Uhr – Buckelwal hat Deutschland verlassen

Der Wal-Transport verlässt die deutschen Hoheitsgewässer.

06:11 Uhr – Wal-Transport kurz vor Dänemark

Der Wal-Transport ist laut „Vesselfinder“ kurz davor, die deutschen Hoheitsgewässer zu verlassen und in das Hoheitsgebiet Dänemarks einzufahren. Die Wasserschutzpolizei hatte den Lastkahn zunächst begleitet, musste aber wegen starken Windes abdrehen.

04:31 Uhr – Barge auf dem Weg in die Nordsee

Der Schleppverband ist auf dem Weg Richtung Nordsee. Laut dem Schiffs-Ortungsdienst „VesselFinder“ befand sich der Verband am frühen Morgen circa 6 Seemeilen (rund 11 Kilometer) südöstlich von Fehmarn. Der Transport bewege sich mit „sehr langsamer Geschwindigkeit“ in Richtung der Insel, sagte ein Sprecher der begleitenden Wasserschutzpolizei. Nach Plänen einer privaten Rettungsinitiative soll der Wal in einer mehrtägigen Aktion um die Nordspitze Dänemarks herum durch das Skagerrak in die Nordsee gebracht und dann freigelassen werden.

ll/jm/jmr/saha/doli/ceb/krö mit dpa

https://www.welt.de/vermischtes/article69f0457ea68d5b2daea7a9ba/wal-timmy-in-ostsee-wellengang-hat-nachgelassen-buckelwal-konvoi-steuert-wieder-richtung-nordsee.html