Krieg in Nahost: ++ „Zeitverschwendung“ – Trump sagt Reise der US-Verhandler ab und macht seinem Ärger Luft ++ Liveticker | EUROtoday
Bei den Verhandlungen im Iran-Krieg in Islamabad kommt es zu unerwarteten Wendungen: Der iranische Außenminister reist ohne ein Treffen mit US-Vertretern ab. Die US-Unterhändler reisen nicht nach Pakistan – und Trump ist erzürnt. Mehr im Liveticker.
Ende Februar begannen die USA und Israel, den Iran anzugreifen. Führungsfiguren des Regimes in Teheran wurden ausgeschaltet. An der Staatsspitze folgte Modschtaba Chamenei auf seinen getöteten Vater Ajatollah Ali Chamenei.
Alle Ereignisse rund um den Krieg in Nahost im Liveticker:
23:13 Uhr – Iranischer Außenminister kehrt offenbar nach Pakistan zurück
Im Ringen um eine diplomatische Lösung des Iran-Konflikts soll der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erneut nach Islamabad kommen. Laut dem vom iranischen Außenministerium bekanntgegebenen Programm werde Araghtschi nach Abschluss seines aktuellen Besuches im Oman und vor seiner Weiterreise nach Russland erneut nach Pakistan reisen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
Ein Teil der Delegation des iranischen Ministers sei für Konsultationen nach Teheran zurückgekehrt, heißt es weiter. Sie solle sich am Sonntagabend erneut Araghtschi in Islamabad anschließen. Zu dem genauen Grund für die erneute Reise des Chefdiplomaten gibt es keine näheren Angaben.
20:55 Uhr – Trump verärgert über iranische Führung
Nach der geplatzten Reise der US-Verhandler nach Pakistan macht US-Präsident Trump auf seiner Plattform Truth Social seinem Ärger Luft. „Zu viel Zeitverschwendung durch das Reisen, zu viel Arbeit!“, schreibt er. Mit Blick auf die Islamische Republik fügt er hinzu, es gebe „innerhalb ihrer ‚Führung‘ enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung.“
Niemand wisse, wer das Sagen habe, „nicht einmal sie selbst“. Die USA hielten alle Trümpfe in der Hand. „Wenn sie sprechen wollen, müssen sie nur anrufen!!!“
Die Nachrichtenplattform „Axios“ fragte Trump zuvor in einem Telefoninterview, ob die Absage der Reise bedeute, dass er den Krieg nun wieder aufnehmen werde. Der US-Präsident sagte demnach: „Nein. Das bedeutet es nicht. Wir haben noch nicht darüber nachgedacht.“
20:07 Uhr – Iranischer Außenminister spricht von „fruchtbarem“ Treffen
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi beschreibt seine Gespräche mit dem Vermittler Pakistan als ergebnisreich. Der Besuch in Islamabad sei „sehr fruchtbar“ gewesen, meldet Araghtschi auf X. Er habe die iranische Position hinsichtlich „eines praktikablen Rahmens zur dauerhaften Beendigung des Krieges“ übermittelt. Gleichzeitig hinterfragt er die Ernsthaftigkeit der US-Bemühungen in dem diplomatischen Prozess: „Es bleibt abzuwarten, ob die USA es mit der Diplomatie wirklich ernst meinen“, schreibt er.
18:06 Uhr – Trump sagt Reise der US-Unterhändler nach Islamabad ab
US-Präsident Donald Trump sagt einem Medienbericht zufolge die Reise seiner Unterhändler nach Pakistan ab. Wie der Sender Fox News berichtet, nennt Trump seinen Sondergesandten Steve Witkoff und seinen Schwiegersohn Jared Kushner dabei namentlich.
„Axios“-Reporter Barak Ravid schreibt auf der Plattform X ebenfalls, Trump habe ihn in einem Telefoninterview über die Absage der Reise informiert.
„Ich habe meinen Leuten vor kurzem gesagt, sie bereiteten sich gerade auf die Abreise vor, und ich habe gesagt: „Nein, ihr werdet keinen 18-Stunden-Flug machen, um dorthin zu gehen““, zitiert Fox News den US-Präsidenten. Die USA hielten alle Trümpfe in der Hand. „Sie können uns jederzeit anrufen, aber ihr werdet keine 18-Stunden-Flüge mehr machen, um herumzusitzen und über nichts zu reden“, sagt Trump demnach.
17:16 Uhr – Iranischer Außenminister verlässt Islamabad
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi ist pakistanischen Sicherheitskreisen zufolge wieder aus Islamabad abgereist. Araghtschi verließ die Stadt, ohne US-Vertreter zu treffen.
Zuvor hatte er sich laut Staatsmedien mit dem pakistanischen Verteidigungsminister, Feldmarschall Asim Munir getroffen, der eine Schlüsselrolle in den Vermittlungen spielt. Später sprach Araghtschi auch mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten Shebaz Sharif, wie dessen Büro mitteilte.
15:32 Uhr – Irans Präsident ruft Bevölkerung zum Stromsparen auf
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Bevölkerung angesichts massiver Versorgungsengpässe zum Stromsparen aufgerufen. Laut der Nachrichtenagentur Mehr sagte Peseschkian, der Konsum müsse eingeschränkt werden. „Zu Hause sollten statt zehn Lampen nur zwei eingeschaltet sein – was spricht dagegen?“
Peseschkian begründete die Krise primär mit militärischen Angriffen der USA und Israels auf die nationale Infrastruktur sowie einer „Belagerung“. Damit bezieht er sich auf die US-Blockade iranischer Häfen. Eine unabhängige Schadensbilanz zu den behaupteten Treffern an Energieanlagen liegt jedoch bisher nicht vor.
13:05 Uhr – Insider: Iran hat seine Positionen in Verhandlungen mit USA übermittelt
Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi hat Insidern zufolge dem Vermittler Pakistan in Islamabad die Forderungen der Teheraner Führung in den Verhandlungen mit den USA übermittelt. Dabei habe er auch iranische Vorbehalte gegen Forderungen der USA übermittelt, sagt ein an den Gesprächen beteiligter pakistanischer Insider am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Aragtschi battle am Freitag in der pakistanischen Hauptstadt eingetroffen, wo bereits vor zwei Wochen eine erste Verhandlungsrunde über ein Kriegsende stattgefunden hat. Iranischen Angaben zufolge ist aber diesmal kein direktes Treffen mit US-Vertretern geplant. Für die US-Regierung sollen der Sondergesandte von Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner am Samstag nach Islamabad reisen.
08:56 Uhr – Hinrichtung im Iran: Vorwurf der Gewalt im Auftrag von Israel
Im Iran ist ein Mann wegen angeblicher Spionage für den israelischen Geheimdienst Mossad und Gewalt bei landesweiten Protesten hingerichtet worden. Die halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim meldet, der Iraner Erfan Kiani sei am frühen Morgen gehängt worden, nachdem der Oberste Gerichtshof das Todesurteil bestätigt habe. Kiani wurde den Angaben zufolge vorgeworfen, als „angeheuerter Schläger des Mossad“ in der zentraliranischen Stadt Isfahan öffentliches und privates Eigentum zerstört und in Brand gesetzt zu haben. Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten in diesem Jahr. In den vergangenen Wochen wurden im Iran immer wieder Menschen unter ähnlichen Vorwürfen exekutiert.
04:58 Uhr – US-kuwaitischer Journalist nach wochenlanger Haft in Kuwait freigekommen
Nach wochenlanger Haft wegen seiner Berichterstattung über den Iran-Krieg ist ein US-kuwaitischer Journalist freigelassen worden. Ahmed Shihab-Eldin, der unter anderem für die „New York Times“, die US-Sendergruppe PBS und das englischsprachige Programm des katarischen Nachrichtensenders Al-Dschasira berichtet, sei „sicher aus Kuwait abgereist“, sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, am Freitag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP.
Shibab-Eldin battle während eines Besuchs bei seiner Familie in Kuwait am 3. März wegen angeblicher Verbreitung von Falschinformationen und Gefährdung der nationalen Sicherheit festgenommen worden. Während seiner Haft habe das State Department zu ihm Kontakt gehalten und ihm konsularische Unterstützung geleistet, erklärte der US-Beamte. Die Organisation Committee to Protect Journalists hatte am Donnerstag erklärt, nach 52 Tagen Haft seien alle Anklagepunkte gegen Shibab-Eldin fallengelassen worden.
Eine der letzten Online-Posts von Shibab-Eldin vor seiner Festnahme hatte ein Video mit Ortungsdaten von einem US-Kampfjet gezeigt, der in der Nähe eines US-Stützpunktes in Kuwait abgestürzt battle. Wegen der Veröffentlichung von Bildern von Angriffen im Zuge des Iran-Kriegs waren in der Golfregion hunderte Menschen festgenommen worden.
02:41 Uhr – SPD-Fraktionschef Miersch: Iran-Krise könnte Aufnahme neuer Schulden nötig machen
Wegen der anhaltenden Energiekrise infolge des Iran-Kriegs hat SPD-Fraktionschef Matthias Miersch eine zusätzliche Schuldenaufnahme ins Spiel gebracht. „Der Staat hat die Aufgabe, einen Zusammenbruch unserer Wirtschaft zu verhindern“, sagte Miersch der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe). „Ich will keinen Teufel an die Wand malen, aber natürlich müssen im schlimmsten Fall alle Optionen auf den Tisch.“
Dazu zählt laut Miersch, „eine Haushaltsnotlage auszurufen, additionally einen Überschreitensbeschluss zu fassen und womöglich neue Schulden aufzunehmen“. Am Streit über einen Überschreitungsbeschluss battle letztlich die vorherige Ampel-Regierung unter der Führung der SPD geplatzt.
Niemand könne sagen, wie US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu weiter agieren, warnte der SPD-Fraktionschef. Irans fortdauernde Blockade der Straße von Hormus habe „Auswirkungen weit über den Ölmarkt hinaus: Es geht längst nicht nur ums Tanken oder Fliegen, ganze Lieferketten drohen zu reißen, mit massivsten wirtschaftlichen Auswirkungen“, sagte Miersch. Deswegen müsse die schwarz-rote Koalition bereit stehen, „den Zusammenhalt in dieser Gesellschaft zu organisieren. Auch mit möglichen weiteren Entlastungen.“
02:21 Uhr – Unklare Lage bei Verhandlungen um Iran-Konflikt
Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs zeichnen sich schwierige diplomatische Gespräche in Pakistan ab. Das Weiße Haus kündigte eine Reise der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner zu Verhandlungen nach Islamabad an. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi traf bereits am Freitag in der pakistanischen Hauptstadt ein. Die den Revolutionsgarden, der iranischen Elitestreitmacht, nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim wies Berichte über Verhandlungen jedoch umgehend zurück.
Auch eine angebliche Bitte des Irans um ein persönliches Treffen, von der US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt sprach, bezeichnete Tasnim als falsch. Unklar bleibt damit, ob die Konfliktparteien direkt verhandeln oder lediglich Botschaften über pakistanische Vermittler austauschen.
Außenminister Araghtschi betonte auf der Plattform X, er wolle sich lediglich mit den pakistanischen Partnern abstimmen. Aus pakistanischen Sicherheitskreisen verlautete, der iranische Chefdiplomat airplane, einen Gegenvorschlag für die Verhandlungen mit den USA zu erörtern. Laut Tasnim will der Außenminister die Standpunkte des Irans für ein Kriegsende darlegen.
00:50 Uhr – Beirut: Sechs Tote bei israelischen Luftangriffen im Südlibanon trotz Waffenruhe
Trotz der Verlängerung der Feuerpause sind bei israelischen Angriffen im Libanon am Freitag nach libanesischen Angaben sechs Menschen getötet worden. Zwei weitere Menschen seien bei israelischen Luftangriffen im Südlibanon verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit. Die israelische Armee hatte zuvor erklärt, sie habe sechs Hisbollah-Kämpfer bei einem Feuergefecht im südlibanesischen Dorf Bint Dschbeil getötet.
US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag eine Verlängerung der Waffenruhe für den Libanon um drei Wochen bekanntgegeben – sie wäre eigentlich am Sonntag ausgelaufen. Während dieser Zeit sollen Israel und die libanesische Regierung einen dauerhaften Friedensvertrag aushandeln.
Trump kündigte dazu ein Dreiertreffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu „in den kommenden Wochen“ in Washington an. Er sehe „sehr gute Chancen“ für ein Friedensabkommen noch in diesem Jahr, sagte Trump.
00:19 Uhr – US-Finanzminister: Kryptowährungsguthaben mit Verbindungen zum Iran eingefroren
Die USA haben wegen Verbindungen zum Iran Kryptowährungsguthaben in Höhe von 344 Millionen Dollar (294 Millionen Euro) eingefroren. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte dazu am Freitag im Onlinedienst X, sein Ministerium werde weiter „systematisch Teherans Fähigkeit verringern, Guthaben zu generieren, zu transferieren und zurückzuholen“. Es würden Sanktionen gegen „various Guthaben mit Verbindungen zum Iran“ verhängt, was zu einem Einfrieren dieser Gelder führe.
Freitag, 24. April 2026
23:42 Uhr – Britischer Premier kündigt Gesetz für Verbot der iranischen Revolutionsgarden an
Der britische Premierminister Keir Starmer hat einem Medienbericht zufolge zugesagt, in den kommenden Wochen einen Gesetzentwurf für ein Verbot der iranischen Revolutionsgarden vorzulegen. Wie die Zeitung „Jewish Chronicle“ am Freitag berichtete, kündigte Starmer das Gesetz am Donnerstag während eines Besuchs in einer Londoner Synagoge an, auf die am vergangenen Samstag ein Brandschlag verübt worden battle.
Um die erforderlichen Maßnahmen gegen „böswillige staatliche Akteure“ ergreifen zu können, sei eine gesetzliche Grundlage notwendig, sagte Starmer, als er nach einem möglichen Verbot der Revolutionsgarden gefragt wurde. Die Regierung werde den Entwurf „so schnell wie möglich vorlegen“, kündigte Starmer dem Bericht zufolge an und verwies auf die in wenigen Wochen beginnende neue Sitzungsperiode des Parlaments.
19:14 Uhr – US-Gesandte fliegen zu Iran-Gesprächen nach Pakistan
Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner fliegen am Samstag zu erneuten Gesprächen über ein mögliches Ende des Iran-Kriegs nach Pakistan. Wie die Sprecherin des Weißen Haus, Karoline Leavitt, im Sender „Fox News“ sagte, sollen Witkoff und Kushner in Pakistan mit iranischen Unterhändlern zusammentreffen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna hatte zuvor gemeldet, dass der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitagabend in die pakistanische Hauptstadt Islamabad reisen werde.
18:03 Uhr – Netanjahu betont „vollständige Kooperation“ mit den USA in Nahost
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht Israel und die USA im Nahost-Konflikt ganz auf einer Linie. Zwischen den beiden Ländern herrsche „vollständige Kooperation“ mit Blick auf den Iran, erklärte er in einer Videobotschaft, die von seinem Büro veröffentlicht wurde. „Dasselbe gilt für den Libanon: Wir haben einen Prozess für einen historischen Frieden zwischen Israel und dem Libanon eingeleitet, und es ist uns klar, dass die Hisbollah versucht, diesen zu sabotieren“, sagte er.
15:22 Uhr – Merz stellt Iran Lockerung der Sanktionen bei „umfassender Einigung“ in Aussicht
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dem Iran unter der Bedingung einer „umfassenden Einigung“ mit den USA die Lockerung einiger Sanktionen gegen das Land in Aussicht gestellt. Bedingungen dafür seien die dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus, das Ende des iranischen Atomprogramms und die Sicherheit Israels, sagte Merz nach einem EU-Gipfeltreffen in Zypern.
„Es muss jetzt eine schnelle, klare Verständigung für eine freie Schifffahrt in der Straße von Hormus geben“, sagte Merz. „Wir brauchen zweitens ein definitives Ende des iranischen Nuklearprogramms. Und schließlich drittens, Israel darf nicht mehr bedroht werden“, fügte er hinzu. „Aber da sind wir noch nicht“, räumte der Kanzler ein. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten in Zypern mit Vertretern aus dem Nahen Osten und der Golfregion über den Iran-Krieg beraten.
AFP/Reuters/dpa/ceb/krö/doli/jmr/säd/saha/nw/lay
https://www.welt.de/politik/ausland/article69e43d97064e04c985e98958/krieg-in-nahost-zeitverschwendung-trump-sagt-reise-der-us-verhandler-ab-und-macht-seinem-aerger-luft-liveticker.html